„Insider“ schlägt Alarm: Irland als Pilotprojekt für Europa? Ex-TV-Star zeichnet beunruhigendes Bild

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Der irische Finanzberater und ehemalige Fernsehmoderator Eddie Hobbs erhebt schwere Vorwürfe gegen die politische Entwicklung seines Landes. Im Gespräch mit der Podcast-Moderatorin Efrat Fenigson beschreibt er Irland als ein Land, das seit Jahren als Testfeld für internationale politische Strategien dient – weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit.

Hobbs wurde bereits in den 1990er Jahren bekannt, als er Missstände im irischen Hypothekenmarkt aufdeckte. Mit einem erfolgreichen Rechtsstreit auf Grundlage des Wettbewerbsrechts zwang er die Regierung damals dazu, strengere Transparenzvorschriften für Finanzprodukte einzuführen.

„2020 wurde mir klar, wie die Welt wirklich funktioniert“

Nach eigenen Angaben erkannte Hobbs erst im Frühjahr 2020 das Ausmaß dessen, was er als koordinierte Machtverschiebung bezeichnet. Er spricht von einer Entwicklung, bei der Sicherheitsapparate in den USA, Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden und Australien zunehmend Einfluss auf politische Entscheidungen genommen hätten. Für ihn markierte dies einen historischen Wendepunkt.

Ein stiller Machtwechsel in Dublin?

Besonders kritisch sieht Hobbs die Rolle der Europäischen Union. Seiner Ansicht nach wird Irland seit mehr als einem Jahrzehnt faktisch nicht mehr von seinem eigenen Parlament, sondern von Brüssel und einem weit verzweigten Netzwerk aus Nichtregierungsorganisationen gesteuert.

Er verweist darauf, dass rund 80 Prozent der irischen Gesetzgebung auf Vorgaben der Europäischen Kommission zurückgehen – einer Institution, deren Mitglieder nicht direkt von den Bürgern gewählt werden.

Parallel dazu sei die Zahl der registrierten Lobbyisten und NGOs in Brüssel von rund 8.000 im Jahr 2012 auf über 33.000 gestiegen. Besonders bemerkenswert findet Hobbs, dass ausgerechnet jene NGO aufgelöst wurde, die den Geldflüssen an andere NGOs nachging. Für ihn ist das kein Zufall.

Medien als verlängerter Arm des Staates

Auch die Medienlandschaft sieht Hobbs in einer tiefen Krise.

Er arbeitete selbst viele Jahre beim irischen öffentlich-rechtlichen Sender RTÉ, verlor seine Stelle jedoch nach einer umstrittenen Sendung. Kurz darauf wurde in Irland ein Rundfunkgesetz verabschiedet, das Moderatoren untersagt, ihre persönliche Meinung direkt zu äußern.

Gleichzeitig erhielt RTÉ ein staatliches Hilfspaket von 720 Millionen Euro – eine Summe, die Hobbs mit einer Bankenrettung vergleicht. Hinzu kommen direkte staatliche Zuschüsse für private Medien in Höhe von inzwischen 15 Millionen Euro pro Jahr, die Anfang dieses Jahres nochmals verdoppelt wurden.

Das Ergebnis sei eine Medienlandschaft, die nach seiner Einschätzung kaum noch kritisch berichte und zunehmend die Positionen des politischen Establishments vertrete. Hobbs zieht dabei den Vergleich mit Nordkorea.

Warum gerade Irland?

Für Hobbs ist Irland kein Zufall, sondern ein ideales Versuchsfeld für internationale politische Projekte.

Er nennt mehrere Gründe: Das Land ist englischsprachig, gilt als pro-europäisch, verfügt über eine gut ausgebildete Bevölkerung und beherbergt die europäischen Zentralen großer Technologiekonzerne wie Google und Meta.

Nach der Finanzkrise von 2011 erhielt Irland ein Rettungspaket in Höhe von 64 Milliarden Euro von der sogenannten Troika – bestehend aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank.

Nach Darstellung von Hobbs wurden im Zuge dieser Rettung hinter den Kulissen weitreichende Vereinbarungen getroffen. Anschließend hätten führende irische Beamte an der Ausarbeitung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) mitgewirkt, die 2015 verabschiedet wurden und seither politischen Einfluss weit über Irland hinaus entfalten.

Zudem zieht Hobbs eine direkte Verbindung zum Weltwirtschaftsforum (WEF) sowie zu Peter Sutherland, der über Jahre als Mentor von WEF-Gründer Klaus Schwab galt.

Demografischer Wandel als Tabuthema

Besonders kontrovers äußert sich Hobbs zur Bevölkerungsentwicklung Irlands.

Er argumentiert, dass die Kombination aus anhaltender Migration und der Abwanderung junger, gut ausgebildeter Iren – die sich aufgrund der Wohnkosten kein Eigenheim mehr leisten könnten – langfristig dazu führen könnte, dass die einheimische irische Bevölkerung um das Jahr 2040 zur Minderheit im eigenen Land werde.

Nach seiner Darstellung werde dieses Thema in Politik und Medien kaum diskutiert. Wer es dennoch anspreche, werde häufig rasch als rechtsextrem eingeordnet.

„Kritisches Denken schlägt zurück“

Derzeit arbeitet Hobbs an seinem neuen Buch „Critical Thinking Fights Back“.

Darin vertritt er die Auffassung, dass die Fähigkeit zum selbstständigen Denken im Westen durch den permanenten Informationsstrom klassischer und sozialer Medien zunehmend verloren gehe. Als Gegenmittel fordert er eine Rückkehr zum kritischen Denken – nicht allein, sondern im persönlichen Austausch zwischen Menschen und möglichst ohne technologische Vermittlung.

Gerade im Zeitalter von Propaganda und immer leistungsfähigeren Systemen künstlicher Intelligenz sei dies wichtiger denn je.

Sein Schlussappell fällt deutlich aus:

„Die Wahrheit zu finden genügt nicht. Wer sie gefunden hat, trägt auch die Verantwortung, sie weiterzugeben.“

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