Zwei begutachtete Studien rücken rätselhafte weiße Gerinnsel erneut in den Fokus

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Über Jahre hinweg wurden Berichte über ungewöhnliche weiße, gummiartige Gerinnsel, die Bestatter bei Verstorbenen beobachteten, häufig als unbelegte Behauptungen oder Verschwörungstheorien eingeordnet. Nun sorgen zwei neue, von Fachkollegen begutachtete Studien dafür, dass das Thema erneut wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhält. Die Arbeiten greifen Beobachtungen auf, die Einbalsamierer und Bestatter aus mehreren Ländern seit Jahren schildern. Die Autoren betonen jedoch ausdrücklich, dass weitere unabhängige Untersuchungen notwendig sind, um Ursachen und mögliche Zusammenhänge zu klären.

Bestatter berichten seit Jahren über ungewöhnliche Strukturen

Zu den ersten, die öffentlich über das Phänomen sprachen, gehörte der amerikanische Bestatter Richard Hirschman. Er berichtete von dicken, elastischen, fadenförmigen weißen Strukturen, die er bei Einbalsamierungen aus Venen und Arterien entfernte und die sich seiner Aussage nach deutlich von gewöhnlichen Blutgerinnseln unterschieden.

Mit dieser Beobachtung steht er nicht allein. Eine internationale Umfrage unter mehr als 800 Bestattern und Einbalsamierern aus den USA, Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland ergab, dass rund 75 Prozent der Befragten ähnliche Strukturen beobachtet haben wollen. Nach ihren Angaben traten diese im Durchschnitt bei etwa 23 Prozent der von ihnen behandelten Verstorbenen auf.

Auffällig sei zudem der zeitliche Verlauf. Zwar wurden einzelne ungewöhnliche Befunde bereits im Jahr 2020 beschrieben, doch die Zahl der gemeldeten Fälle nahm den Studien zufolge ab 2021 deutlich zu – dem Jahr, in dem die COVID-19-Impfkampagnen weltweit in großem Umfang anliefen. Die Studien stellen jedoch klar, dass dieser zeitliche Zusammenhang allein keinen ursächlichen Zusammenhang belegt.

Zwei Studien liefern neue Daten

Die erste der beiden Fachpublikationen untersuchte die chemische Zusammensetzung der entnommenen Strukturen mithilfe der Raman-Spektroskopie. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das molekulare Eigenschaften anhand der Wechselwirkung mit Laserlicht analysiert.

Nach Angaben der Autoren weisen die untersuchten Proben Merkmale auf, die auf fehlgefaltete Proteinstrukturen hindeuten könnten. Die Strukturen unterschieden sich demnach in mehreren Eigenschaften von gewöhnlichen Blutgerinnseln.

Die zweite Studie wertete Umfragen unter Einbalsamierern aus den Jahren 2022 bis 2025 aus. Die Autoren verweisen darauf, dass die wiederkehrenden Beobachtungen in mehreren Ländern über mehrere Jahre hinweg das Phänomen aus ihrer Sicht zu einem Sicherheitssignal machen, das unabhängig von forensischen Pathologen und Wissenschaftlern untersucht werden sollte.

Warum fehlgefaltete Proteine von Interesse sind

Normale Blutgerinnsel bestehen überwiegend aus Fibrin und werden im Körper durch natürliche Prozesse wieder abgebaut.

Den Autoren zufolge unterscheiden sich die untersuchten weißen Strukturen jedoch deutlich. Die Raman-Analysen zeigten erhöhte Schwefel- und Phosphorwerte, ein verändertes Aminosäureprofil sowie Hinweise auf sogenannte Beta-Faltblatt-Strukturen. Solche Proteinstrukturen werden in der wissenschaftlichen Literatur unter anderem im Zusammenhang mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer untersucht.

Ob diese Befunde medizinisch relevante Folgen haben oder in Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen oder anderen Faktoren stehen, ist bislang ungeklärt. Die Autoren fordern deshalb weitergehende Forschung.

Gesundheitsbehörden äußern sich bislang kaum

Ein weiterer Aspekt, den die Studien ansprechen, ist die bislang begrenzte Reaktion großer Gesundheitsbehörden und Forschungseinrichtungen auf die Berichte über die weißen Strukturen. Nach Auffassung der Autoren wären umfassende unabhängige Untersuchungen erforderlich, um Herkunft, Zusammensetzung und mögliche Bedeutung der Gerinnsel wissenschaftlich zu klären.

In den USA hat Senator Ron Johnson bereits mehrere Anhörungen zu möglichen Nebenwirkungen der COVID-19-Impfstoffe durchgeführt, unter anderem zu Myokarditis und Krebsrisiken. Inzwischen werden auch Forderungen nach einer gesonderten Untersuchung der beschriebenen weißen Strukturen laut.

Forderung nach unabhängiger Forschung

Mit den beiden nun veröffentlichten, begutachteten Studien erhält das Thema neue wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Die Autoren sehen darin ausreichenden Anlass für weitergehende Untersuchungen und plädieren dafür, Proben systematisch zu sammeln, unabhängig zu analysieren und die Ergebnisse transparent zu veröffentlichen.

Die Studien selbst treffen jedoch keine abschließende Aussage über die Ursache der beobachteten Strukturen oder einen kausalen Zusammenhang mit den COVID-19-Impfstoffen. Sie verstehen ihre Ergebnisse vielmehr als Ausgangspunkt für weitere wissenschaftliche Untersuchungen.

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