Börsen: Die Kriegsangst kehrt zurück: Dax bricht ein, Ölpreise ziehen kräftig an

Nach dem Kurswechsel von US-Präsident Trump im Iran-Konflikt geraten die Märkte unter Druck. Der Dax fällt deutlich, während die Aktien von Ölkonzernen profitieren

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Nach dem Kurswechsel von US-Präsident Trump im Iran-Konflikt geraten die Märkte unter Druck. Der Dax fällt deutlich, während die Aktien von Ölkonzernen profitieren

Die Angst vor einem Wiederaufflammen des Irankriegs hat den Dax am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. Der deutsche Leitindex rutschte unter die 25.000-Punkte-Marke und verlor bis zu 2,3 Prozent auf 24.887 Zähler. Am Montag war er noch auf ein Rekordhoch von 25.900,10 Punkten geklettert. 

Hintergrund des Einbruchs: US-Präsident Donald Trump erklärte die Absichtserklärung zur Beendigung des Konflikts mit dem Iran für hinfällig. Er wolle nicht mehr mit Teheran verhandeln. Die USA hatten nach eigenen Angaben als Reaktion auf Angriffe auf drei Tanker in der Straße von Hormus neue Militärschläge gegen den Iran gestartet und eine Ausnahmegenehmigung für iranische Ölexporte widerrufen. Der Iran griff daraufhin US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait an.

„Der Nahostkonflikt droht, wieder von der Neben- auf die Hauptbühne der Finanzmärkte zu wechseln“, sagte Timo Emden von Emden Research. Damit könnte ein Risiko zurückkehren, das viele Anleger zuletzt ausgeblendet hatten. 

Die Ölpreise zogen kräftig an. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuerten sich in der Spitze um mehr als sechs Prozent auf 78,79 beziehungsweise 74,91 Dollar je Fass. Der Dollar, der gern als sicherer Hafen angesteuert wird, rückte um bis zu 0,2 Prozent auf 101,22 Zähler vor.

Ölaktien im Plus, Lufthansa deutlich im Minus

Mitte Juni hatten sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen verständigt, das eine Waffenruhe und eine 60-tägige Frist zur Aushandlung einer Friedensvereinbarung umfasst. Die Ölpreise waren in den vergangenen Wochen auf Vorkriegsniveau zurückgekehrt.

Gegen den Trend legten die Aktien europäischer Ölkonzerne zu. Der entsprechende Branchenindex rückt um 1,9 Prozent vor. Die Papiere von TotalEnergies, OMV, Shell und BP gewinnen zeitweise mehr als zwei Prozent. In die andere Richtung geht es dagegen für die Papiere der Fluggesellschaften. Die Papiere von Air France, WIZZ Air und der British-Airways-Mutter IAG fallen in der Spitze zwischen 3,1 und 2,1 Prozent. 

Im MDax geht es für die Aktien der Lufthansa zeitweise 6,3 Prozent bergab. Sie werden zusätzlich durch eine Verkaufsempfehlung der Citigroup belastet. Die aktuelle Bewertung von Lufthansa erfordere unter anderem den Glauben an die Nachhaltigkeit vorübergehender positiver Impulse und die Hoffnung auf ein Ende weiterer kostspieliger Streikmaßnahmen, heißt es in dem Kommentar. 

Nach wie vor belasten Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien die Märkte, wie sie an Asiens Börsen erneut zu beobachten sind. So sackte der südkoreanische Kospi, zuletzt Sinnbild der KI-Rally, erneut kräftig ab und büßte zum Handelsschluss etwas mehr als 5 Prozent ein. Nun ist er wieder zurück auf dem tiefsten Stand seit Mitte Mai. Der US-Halbleiterindex SOX hatte am Vorabend seine Talfahrt wieder aufgenommen und am Ende nur mit Mühe die 50-Tage-Linie verteidigt, die den mittelfristigen Trend signalisiert.

Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Rallye an der Wall Street brachten vor allem die Chipwerte ins Straucheln. Das Vertrauen in KI-Aktien sei angeschlagen, sagte Daisuke Hashizume, Senior-Stratege bei Daiwa Securities. Die Aktien des Herstellers von Chip-Fertigungsanlagen Tokyo Electron fielen um 3,1 Prozent, die des Herstellers von Chip-Testgeräten Advantest gaben 4,7 Prozent nach.

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