Rath checkt ein: Maximilian’s in Augsburg – Das beste Luxus-Businesshotel Deutschlands

Diesmal ist unser Kolumnist Carsten K. Rath in Augsburg zu Gast und erlebt, wie ein luxuriöses Businesshotel zum Botschafter einer Stadt wurde, die zu Unrecht im Schatten der großen Metropolen steht

Beitrag teilen

Diesmal ist unser Kolumnist Carsten K. Rath in Augsburg zu Gast und erlebt, wie ein luxuriöses Businesshotel zum Botschafter einer Stadt wurde, die zu Unrecht im Schatten der großen Metropolen steht

Wer an deutsche Grandhotels denkt, landet zunächst in Düsseldorf, in Hamburg oder in München. Augsburg taucht selten in den Top 5 dieser assoziativen Liste auf. Dabei verbindet kaum eine andere deutsche Stadt spannende Wirtschaftsgeschichte(n), die Architektur der Renaissance sowie eine Atmosphäre entspannter Eleganz wie die einstige Fuggerstadt. Und direkt an Augsburgs historischer Prachtmeile, der Maximilianstraße, liegt das Hotel Maximilian’s. Wer hier übernachtet, wohnt quasi mitten in europäischer Geschichte.

Doch, ich schreibe es oft und mit Nachdruck: Selbst die längste und faszinierendste Historie allein reicht heute nicht mehr aus, um ein Grandhotel erfolgreich zu führen. Entscheidender ist, wie ein Haus mit dieser Vergangenheit umgeht und in die Zukunft strebt. Bis Ende 2019 firmierte das Maximilian’s unter der Steigenberger-Flagge, seit Januar 2020 geht es eigene Wege: als Privathotel, das über die „L.V.X. Collection“ von Preferred Hotels & Resorts weltweit sichtbar ist – und sich dennoch treu bleibt. Hier erwartet die Gäste kein Luxuskonzept vom Reißbrett, sondern ein Hotel mit eigener Handschrift und starkem Bezug zur es umgebenden Stadt.

Das Team ist die Vision

Für mich entscheidet sich bereits an der Rezeption, ob ein Hotel lediglich professionell und effizient oder auch gastfreundlich geführt wird. Im Maximilian’s fällt mir sofort die positive Ausstrahlung der Mitarbeitenden auf – eher harmonisches Team, denn gedrilltes Empfangskomitee. Jeder Handgriff sitzt und es bleibt Raum für Persönliches. So werde ich zweimal auf frühere Aufenthalte im Stanglwirt und auf Schloss Elmau angesprochen. Die Welt der Hotellerie ist klein, und Talente entwickeln sich weiter, nehmen ihre Erfahrungen von einem herausragenden Haus zum nächsten mit. Diese Kultur nahbarer Gastlichkeit auf hohem Niveau prägt hier Managing Director Theodor Gandenheimer, der ein Klima schafft, in dem Menschen gern Verantwortung übernehmen.

Als Gandenheimer die schwere Holztür zum Ballsaal öffnet, steigt meine Vorfreude. Am 22. November findet in dieser „Teehalle“ die Preisverleihung der „101 besten Hotels Deutschlands 2027“ statt  – in Kooperation mit Capital. Bis zu 310 Gäste finden an Tischen Platz, dazu kommen zwölf weitere Konferenz- und Tagungsräume auf mehr als 1200 Quadratmetern. Kein Zweifel, das Maximilian’s ist ein Geschäftshotel, wie man es sich wünscht.

Eine übrigens wohlverdiente Gastgeberrolle, schließlich wurde das Haus im 2026er-Ranking als „101 Luxury Business Hotel of the Year“ ausgezeichnet und belegte Platz eins in der Kategorie „Luxury Business Hotels“. Der Direktor ist stolz auf die Auszeichnung, sieht in ihr einen „Imagegewinn für die ganze Stadt“. Ein Satz, der vielleicht auch die verkannte Rolle Augsburgs unterstreicht. Diese Stadt muss sich nicht zu neuen Höhen aufschwingen, sie sollte lediglich deutlicher zeigen, was sie hat: viel Geschichte, viel Kultur und eine ganz eigene Identität.

Sieben neue Suiten hoch über Augsburg

Im Frühjahr hat das Maximilian’s hinter dem historischen Stammhaus sieben neue Suiten eingeweiht. In der Katharinengasse entstand für 8 Mio. Euro ein Neubau, der eine eigene, moderne Handschrift trägt. Helle Räume, Holzböden, maßgefertigte Möbel und ein bewusst reduzierter Luxus schaffen eine elegante, dennoch warme Atmosphäre.

Besonders gelungen finde ich die fünf Duplex-Suiten im Dachgeschoss. Zwei verfügen über eine private Sauna, andere über direkten Zugang zur Dachterrasse. Und zum neuen Infinity-Pool, der 14 Meter lang ist und ganzjährig mit der Abwärme des Hauses beheizt wird. So zeitgemäß kann Luxus eben auch in einem Traditionshaus aussehen.

Überhaupt wirkt das „Maximilian’s“ weniger wie ein klassisches Nobelhotel, eher wie ein persönliches Zuhause. Überall stehen Bücher: auf den Zimmern, am Kamin, in den Rückzugssecken der Lobby. Keine repräsentativen Coffee-Table-Bände, die nie jemand aufschlägt, sondern sorgfältig ausgewählte Titel, die zum tatsächlichen Lesen animieren. Auch das passt famos zu Augsburg. Immerhin war die Stadt im 15. und 16. Jahrhundert einer der bedeutendsten Handels- und Finanzplätze in Europa. Die Fugger-Dynastie prägte diesen Aufstieg mit internationalem Denken, Mut – und einem Netzwerk, das bis nach Rom, Antwerpen und Venedig reichte.

Die Stadt sitzt immer mit am Tisch

Dieser Geist zeigt sich auch in der Gastronomie des Hotels. Das Maximilian’s hat mit dem „Sartory“ ein kulinarisches Aushängeschild geschaffen, das Augsburg weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar macht. Das Restaurant trägt den Namen von Johann Georg Sartory, der im 19. Jahrhundert Küchenchef des Vorgängerhauses war und steht mit einem Michelin-Stern seit 2019 für ein neues kulinarisches Selbstbewusstsein der Stadt.

Küchenchef Simon Lang setzt im „Sartory“ auf eine präzise, moderne Küche. Mit 24 Plätzen ist der Raum bewusst intim gehalten. Eine andere Atmosphäre herrscht im zweiten Restaurant, dem „maximilian°s“. Dessen Terrasse öffnet sich direkt zur verkehrsberuhigten Maximilianstraße, historische Fassaden, etwa der Fuggerhäuser, bilden die Kulisse. Auf der Karte steht, was die Saison gerade bietet: Spargel und Morcheln im Frühjahr, Trüffel im Herbst. Hochwertig, aber ohne übertrieben große Gesten. Wie Augsburg.

Ein Hotel als Botschafter

Wenn Sie nach Augsburg reisen, nehmen Sie sich Zeit für die Altstadt rund um die Maximilianstraße, für das Schaezlerpalais und natürlich für die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt. Diese Stadt erzählt ihre Geschichte in Museen – und an jeder Straßenecke. Genau deshalb passt das „Maximilian’s“ so gut hierher. Es verbindet die Geschichte mit herausragender Gastlichkeit und dem Esprit einer modernen europäischen Stadt. Ich freue mich schon jetzt auf den November.

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.