Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter

Wer München wirklich erleben will, sollte diese Orte kennen: Lena Speckmeyer vom Luxushotel „The Charles“ verrät ihre besten Tipps für Genießer und Entdecker
München zählt mit rund 8,5 Millionen Gästen und mehr als 12 Millionen Übernachtungen pro Jahr zu den gefragtesten Städtezielen in Europa. Mit steigender Tendenz, gerade in den Sommermonaten. Zwischen Altstadt, Isar und dem neuen Werksviertel reicht das Spektrum von der Biergartenromantik bis zum Innovationsquartier. Mitten in der Stadt, am Alten Botanischen Garten, liegt das Luxushotel „The Charles“, ein 5‑Sterne-Haus der Rocco-Forte-Gruppe mit 160 Zimmern und Suiten. Seine Head-Concierge Lena Speckmeyer kennt jeden Winkel Münchens und verrät einige Geheimtipps.
Wenn Sie morgens zur Arbeit in das „The Charles“ kommen – welchen Weg wählen Sie, weil er der schönste ist? Warum?
LENA SPECKMEYER: Wenn ich Frühdienst habe, fahre ich gerne mit dem Rad zur Arbeit: einmal quer über den Viktualienmarkt, die Händler beim Aufbau ihrer Stände beobachten, dann durch die Fußgängerzone über den Stachus ins Hotel. Zwischen 21 Uhr und 9 Uhr ist das nämlich erlaubt.
Wo in München frühstückt man so gut, dass es ein „Miracle Morning“ werden muss?
Für einen perfekten Start in den Tag empfehle ich das „Café Frischhut“ in der Prälat-Zistl-Straße mit seinen Schmalznudeln. Diesen Münchner Klassiker habe ich schon als Kind lieben gelernt. Wer es moderner mag, findet in der „Florentine Tagesbar & Restaurant“ (Maxvorstadt) eine zeitgemäße Frühstückskarte mit Anklängen an Bondi Beach oder Bali.
Was macht man in München an einem Dienstagnachmittag im Juli, wenn man die Touristenmassen scheut, sich aber nicht im Museum verkriechen will?
Ich würde an die Isar fahren, allerdings nicht an die bekannten Abschnitte. Zwischen dem Flaucher (Sendling) und dem Süden der Stadt findet man viele ruhige Kiesbänke, schattige Wege und das Gefühl, weit weg vom urbanen Trubel zu sein. Alternativ lohnt sich ein Spaziergang durch den gut zu erreichenden Westpark, der selbst im Hochsommer angenehm entspannt bleibt.
Es ist kurz vor 20 Uhr, die Arbeit ist getan – wohin gehen Sie für den ersten After-Work-Drink?
Sehr gerne auf die Terrasse der „Goldenen Bar“ im Haus der Kunst. Der Blick von dort auf den Englischen Garten gehört zu den schönsten der Stadt, und die Atmosphäre ist zugleich mondän und unkompliziert.
Wo erlebt man das „alte“ München in Reinkultur?
Für mich rund um den Viktualienmarkt, besonders am frühen Vormittag. Dazu lohnen ein Abstecher durch die kleinen Gassen des Hackenviertels südlich der Kaufingerstraße sowie ein Besuch im „Nürnberger Bratwurst Glöckl am Dom“ mit seinem Stehausschank oder im „Gasthaus Isarthor“ in der Nähe vom Marienplatz. Dort überall spürt man viel vom ursprünglichen München.
Welche Seite von München und seinen Einheimischen wird oft vergessen oder unterschätzt?
Viele Besucher nehmen München als elegant, wohlhabend und etwas reserviert wahr. Unterschätzt wird häufig die große Offenheit seiner Bewohner im Alltag. Wer regelmäßig dieselbe Bäckerei, denselben Marktstand oder Biergarten besucht, merkt schnell, wie herzlich und verbindlich diese Stadt sein kann.
Gibt es in diesem Sommer einen Ort in München, für den man besonders früh aufstehen oder lange wach bleiben sollte?
Das lohnt sich definitiv für den Sonnenaufgang am Friedensengel zwischen Prinzregentenstraße und Maximiliansanlagen. Von hier reicht der Blick weit über die Stadt. Und wer seine Müdigkeit abends im Griff hat, der sollte an der Isar weilen, um zu spüren, wie die Stadt langsam zur Ruhe kommt und ihre Lichter sich im Wasser spiegeln.
Für ein Dinner, das man nicht so schnell vergisst, im positiven Sinne: Wo reservieren Sie einen Tisch?
Für einen besonderen Anlass würde ich ins „Jan“ gehen, ein Fine-Dining-Restaurant im Münchner Norden. Seine Küche setzt auf präzise, kreative Gerichte, und die Gastfreundschaft bleibt dabei angenehm unprätentiös. Wer eine etwas entspanntere Atmosphäre sucht, ist im legendären „Tantris“ in Schwabing ebenso hervorragend aufgehoben.
Welches Souvenir begeistert auch Menschen, die schon oft in München waren? Wo kaufen Sie es?
Ein handgefertigtes Stück aus den Werkstätten der Porzellanmanufaktur Nymphenburg, denn solche hochfeinen Objekte mit Tradition sind deutlich individueller als typische Waren aus Andenkenläden.
Welchen Geheimtipp geben Sie einem Gast, der behauptet, München schon wie seine Westentasche zu kennen?
Ich würde ihm oder ihr einen Spaziergang über den Waldfriedhof in Münchens Südwesten empfehlen. Das mag zunächst ungewöhnlich klingen, aber die parkähnliche Anlage, ihre Architektur und ihre ruhige Lage machen den Waldfriedhof zu einem der eindrucksvollsten, oft übersehenen Orte der Stadt.
Wo blickt man in München weit in die Zukunft?
Im neuen Kreativ- und Innovationsquartier rund um das Werksviertel-Mitte, würde ich sagen, das man fußläufig vom Ostbahnhof aus erreicht. Hier treffen Technologie, Kultur, Architektur und neue Gastronomiekonzepte aufeinander, und München wirkt dort deutlich internationaler, als es viele Gäste erwarten. Spannend wird auch der Neubau der Konzertarena von Live Nation, die künftig zusätzliche internationale Künstler in die Stadt holen dürfte.
Wo schmeckt der Aperol gleich noch einmal so spritzig?
Auf einer sonnigen Terrasse mit guter Aussicht. Ich gehe dafür besonders gerne in das „Café Solá“ im Lehel oder ins kleine „L’Aperitivo“ in einer Seitenstraße des Viktualienmarkts.
Welche Adresse haben Sie zuletzt einem Gast empfohlen – und sich dabei insgeheim gewünscht, selbst dabei zu sein?
Mein absoluter Wohlfühlort ist das Restaurant „Hoiz“ unweit unseres Hotels. Hier verbringen wir mit Kollegen den einen oder anderen Feierabend und fühlen uns mittlerweile fast wie zu Hause. Seine außergewöhnliche Weinkarte wurde mehrfach ausgezeichnet, und die Küche mit asiatischem Twist überrascht selbst Stammgäste immer wieder. Mein Lieblingsgericht ist der Rindertatar, der mir nirgends so gut schmeckt wie hier.