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Die weltweit größte Reederei will nach eigenen Angaben nicht beim Hamburger Konkurrenten einsteigen. Ein solches Gescäft, über das zuvor spekuliert worden war, würde die Containerschifffahrt umwälzen
Die weltweit größte Frachtreederei MSC hat bestritten, dass sie an einem Einstieg beim Hamburger Konkurrenten Hapag-Lloyd interessiert ist. Gegenüber dem englischsprachigen Branchendienst Splash247.com erklärte ein Konzernsprecher, dass es ein solches Interesse nicht gebe.
Der MSC-Sprecher bezog sich auf einen Bericht des „Manager Magazin“, das zuvor berichtet hatte, MSC treibe seine Bemühungen um Hapag-Lloyd weiter voran, auch nachdem der Konzern mehrfach damit zurückgewiesen worden sei. Dieser Bericht sei nicht wahr und nicht korrekt, erklärte jetzt der MSC-Sprecher gegenüber dem Fachdienst.
Laut dem „Manager Magazin“, das sich auf ungenannte Insider beruft, geht es um eine Übernahme von bis zu 40 Prozent der Hapag-Lloyd-Aktien durch MSC. Ein solches Geschäft würde die weltweite Containerschifffahrt tiefgreifend umwälzen. Die von dem mittlerweile 85-jährigen Italiener Gianluigi Aponte geführte und in Genf beheimatete Reederei ist mit Abstand Weltmarktführer. Hapag-Lloyd hingegen ist mit dem Branchenzweiten Maersk verbündet, der allerdings in puncto Transportkapazität mit großem Abstand auf MSC folgt.
Allein rangiert Hapag-Lloyd auf Rang fünf der Branche. MSC verfügt über eine üppige Kapitaldecke und ist offenbar bestrebt, seine Führungsposition auszubauen. Im Jahr 2024 hat der Weltmarktführer in einer umstrittenen Transaktion knapp die Hälfte der Hamburger Hafengesellschaft HHLA übernommen.
Ein Einstieg bei Hapag Lloyd wäre nicht einfach, da die beiden Hauptaktionäre sich verpflichtet haben, gemeinsam zu agieren. Es sind der 89-jährige Hamburger Milliardär Klaus-Michael Kühne und die chilenische Reederei CSAV. Beide halten jeweils rund 30 Prozent an Hapag-Lloyd. Unternehmen aus Katar und Saudi-Arabien kontrollieren zusammen 22,5 Prozent, weitere Anteile gehören der Stadt Hamburg. Laut „Manager Magazin“ könnte der Mutterkonzern des chilenischen Großaktionärs trotz des Aktionärspakts Abstand von seiner Beteiligung nehmen.
Hapag-Lloyd war bereits wiederholt Gegenstand von Übernahmespekulationen, das Unternehmen hat es aber vermocht, seine Selbständigkeit zu behalten.