Höchste Zeit: „Jubilee Gold“: Rolex veredelt die eigene Ikone

Uhren haben einen festen Platz in Capital – hier stellen wir Neuigkeiten aus der Branche vor. Diesmal: ein Modell, das der Geschichte des Herstellers Rolex huldigt und Trendgespür beweist

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Uhren haben einen festen Platz in Capital – hier stellen wir Neuigkeiten aus der Branche vor. Diesmal: ein Modell, das der Geschichte des Herstellers Rolex huldigt und Trendgespür beweist

Gold ist keine Farbe, sondern eine Entscheidung. Heißt es. Und zwar eine, bei der immer mehr Manufakturen in der Uhrenindustrie ihre eigenen Legierungen ins Spiel bringen. Den Anfang machte Rolex mit dem 2005 erstmals bei einer Uhr verwendeten „Everose Gold“, einem Geheimrezept aus Gelbgold, Kupfer, Palladium, Indium und Platin. Sein Vorteil? Weder das Tragen der Uhr noch die Widrigkeiten des Wetters können seiner Farbe etwas anhaben. Außerdem ermöglicht die interne Gießerei eine besonders strenge Qualitätskontrolle. Das mag man in Genf. Über die Jahre zog die Konkurrenz nach: „King Gold“ (Hublot), „Moonshine Gold“ (Omega), „Goldtech“ (Panerai), „Armor Gold“ (IWC) oder „Breguet Gold“ und so weiter und so fort.

Im Frühjahr stellte Rolex in Genf ein weiteres Haus-Gold vor: „Jubilee Gold“, eine 18-karätige Legierung. Bei der Farbe legt sich der Branchenprimus nicht fest. Je nach Lichteinfall sieht man ein zartes Honiggelb, einen Bernsteinton oder ein gräuliches Pink. Für die Premiere des Materials wählte man die wohl prestigeträchtigste Uhr des Portfolios, die „Oyster Perpetual Day-Date 40“, deren Wochentagsanzeige heute in 26 Sprachen verfügbar ist. Sie wurde 1956 lanciert, während das wasserdichte „Oyster“-Gehäuse 2026 bereits ein ganzes Jahrhundert feiert. 

Die frühe Meisterleistung der Uhrmacher rund um Rolex-Gründer Hans Wilsdorf wurde unsterblich gemacht durch die Schwimmpionierin Mercedes Gleitze, die 1927 bei der Durchquerung des Ärmelkanals eine „Auster“ an einem Band um den Hals trug. Die „­Oyster Perpetual Day-Date 40“ ist für Rolex jedoch mehr als ein Symbol für die ruhmreiche Vergangenheit und die Innovationskraft der Marke. Sie soll als selbstbewusstes Statement dienen.

Etwa auf technischer Seite, wo das Manufakturkaliber 3255 mit patentierter Chronergy-Hemmung, magnetfeldresistenter Parachrom-Spirale und Paraflex-Stoßdämpfern aufwartet. Die Rolex-eigene Zertifizierung garantiert eine Ganggenauigkeit von plus/minus zwei Sekunden pro Tag. Und dann das Zifferblatt: Das Design entführt gedanklich ins Venedig des frühen 18. Jahrhunderts. Damals ließ ein Glasbläser auf der Laguneninsel Murano der Legende nach versehentlich Kupferspäne in die geschmolzene Masse fallen. So entstand ein Glas von rotgoldenem Schimmer, das die Venezianer „a ventura“ tauften – „auf gut Glück“.

Jahrhunderte später erhielt ein Naturstein mit Glitzereffekt einen dadurch beeinflussten Namen: der Aventurin. Diese Quarzvariante mit eingewachsenen Mineralschüppchen hat Rolex nun auf Zifferblattformat geschnitten, ein echter Hingucker in faszinierendem Grün. Steinzifferblätter sind derzeit eines der Topthemen der Branche: von Audemars Piguet bis Piaget. Ob jener venezianische Glasbläser geglaubt hätte, dass sein Versehen mal zu Gold gemacht würde?

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