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Börsengang: SpaceX steht vor einem fulminanten Aktienmarktdebüt

Einen ersten Kurs gibt es von der SpaceX-Aktie noch nicht. Doch schon jetzt steht fest, dass die Anteilsscheine des Raumfahrtunternehmens mit einem Aufschlag von 30 Prozent auf den Ausgabepreis indiziert werden

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Einen ersten Kurs gibt es von der SpaceX-Aktie noch nicht. Doch schon jetzt steht fest, dass die Anteilsscheine des Raumfahrtunternehmens mit einem Aufschlag von 30 Prozent auf den Ausgabepreis indiziert werden

Beim größten Börsengang der Geschichte sind die Aktien des von Elon Musk geführten Konzerns am Freitag zum Handelsstart an der US-Technologiebörse Nasdaq mit mehr als 175 Dollar indiziert worden. Das entspricht einem Aufschlag von fast 30 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 135 Dollar. 

Mit einem offiziellen ersten Aktienkurs von SpaceX wird erst zur Mitte des US-Handelstags gerechnet, da die Börse zunächst Kauf- und Verkaufsangebote sammelt, bis der Markt ausgeglichen ist. „Wir rechnen aufgrund des Hypes um den Börsengang mit einem sofortigen Kurssprung. Alles, was unter 20 Prozent liegt, würde mich tatsächlich nervös machen“, sagte Samuel Kerr vom Analysehaus Mergermarket.

Musk selbst wird durch den Börsengang zum ersten Billionär der Geschichte. SpaceX kommt auf eine Bewertung von 1,77 Billionen Dollar und zählt damit zu den weltweit wertvollsten Unternehmen, trotz eines Verlustes von rund 5 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr und vergleichsweise niedriger Umsätze. Insgesamt fließen dem Unternehmen durch den Börsengang 75 Mrd. Dollar in die Kassen. Das ist mehr als doppelt so viel wie der bisherige Rekord-Börsengang von Saudi Aramco 2019 gebracht hat.

Die „Financial Times“ zitiert Musk vor Handelsöffnung mit den Worten, es sei „kaum zu glauben, dass ein kleines Unternehmen … nun den größten Börsengang aller Zeiten hinlegt“. Weiter sagte er: „Hätte mir jemand gesagt, dass das passieren würde, hätte ich gesagt: ‚Mann, du musst echt gutes Crack rauchen, denn ich glaube, dieses Unternehmen wird scheitern.‘“

Vor dem Nasdaq-Sitz am New Yorker Times Square versammelten sich rund hundert Menschen vor Großbildschirmen, auf denen Werbung für SpaceX lief, wie ein AFP-Reporter berichtete. Einige von ihnen waren als Astronauten verkleidet. „Ich werde mir eine Aktie kaufen, sobald sie notiert ist – einfach um zu sehen, wie es läuft“, sagte der 35-jährige Vermögensberater Adam Ennis. „Die Leute wollen an dem teilhaben, was Elon Musk aufbaut.“

Wie viel das Unternehmen tatsächlich wert ist, bleibt schwer zu beziffern. SpaceX spricht von einem gesamten Markt für Raumfahrt von 28,5 Billionen Dollar und verweist darauf, dass mehr als vier Fünftel der Transporte ins All in den vergangenen drei Jahren mit seinen Raketen erfolgt seien. Dazu kommt der Datendienst Starlink. Der Satelliteninternet-Dienst ist der zentrale Geldbringer von SpaceX und machte im ersten Quartal 3,26 Milliarden Dollar Umsatz. Inzwischen hat er rund 10,3 Millionen Kunden in 164 Ländern. 

SpaceX macht noch Verluste

John Belton, Fondsmanager bei Gabelli Fonds, sagt, SpaceX sei vergleichbar mit Tesla. Beide Unternehmen hätten ein etabliertes Geschäft und „andererseits eine gewaltige Chance“. Bei Tesla seien das humanoide Roboter. „Bei SpaceX ist das das Thema Künstliche Intelligenz.“ 

Rechenzentren im All sind die große Zukunftsvision des Raumfahrtunternehmens. Die Idee dahinter ist, dass die Sonne dort viel Energie liefern kann. Skeptiker verweisen allerdings auf Probleme wie die erheblichen Aufbaukosten, eine trotz der niedrigen Temperaturen im All schwierige Kühlung sowie die Strahlung, die Schaltkreise beschädigen könne.

Im ersten Quartal dieses Jahres verbuchte SpaceX ein Minus von gut 4,3 Mrd. Dollar bei rund 4,7 Mrd. Dollar Umsatz. Ein Grund für die roten Zahlen sind die hohen Kosten für die Entwicklung der großen Rakete Starship. In Starship investierte SpaceX insgesamt mehr als 15 Mrd. Dollar. Die Firmenleitung geht davon aus, dass die Rakete nach Abschluss aller Tests im zweiten Halbjahr kommerzielle Flüge absolvieren kann. Sie soll die Kosten für die Beförderung ins All deutlich senken. Mit Starship sollen auch Starlink-Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden.

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