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Gleich zwei Dämpfer für Zalando: Nach Berichten über 200 gestrichene Jobs rügt die Bafin fehlende Angaben im Geschäftsbericht. Die Aktie gibt nach
Zwei Tage mit zwei schlechten Nachrichten für Zalando: Nachdem am Montag das „Handelsblatt“ über einen Stellenabbau am Berliner Firmensitz berichtete, machte die Finanzaufsicht Bafin am Dienstagmorgen Fehler im letzten Geschäftsbericht des Modehändlers öffentlich. Dabei geht es um fehlende Angaben aus der About-You-Übernahme vom vergangenen Jahr.
Zalando habe Anteile der übernommenen About You Holding von einem nahestehenden Unternehmen für knapp 252 Mio. Euro erworben, schreibt die Behörde. Allerdings sei nicht transparent gemacht worden, dass die About You Holding durch ein Aufsichtsratsmitglied von Zalando beherrscht werde.
Zalando bestätigte in einer Stellungnahme, dass die Angaben fehlten. Es handele sich um einen rein formalen und materiell unwesentlichen Aspekt des Konzernanhangs. „Diese Feststellung der Bafin hat keinerlei Auswirkungen auf die finanziellen Kennzahlen, die Vermögenslage oder die laufende operative Performance von Zalando“, schrieb das Unternehmen. Ein Bußgeld verhängte die Aufsichtsbehörde nicht.
Der Aktienkurs von Zalando reagierte am Dienstagmorgen verhalten negativ. Im Vergleich zum Vortagsschluss startete das Papier 1,3 Prozent im Minus und notierte bei 28,10 Euro. Im Laufe des Vormittags gab der Kurs weiter nach.
Von dem Stellenabbau in der Berliner Zentrale sind laut „Handelsblatt“ rund 200 Stellen betroffen. Das Unternehmen wolle „einvernehmliche Aufhebungsverträge“ mit Mitarbeitern abschließen – diese kämen nur zustande, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer freiwillig zustimmen. „Wie wir bereits seit einiger Zeit transparent kommunizieren, arbeiten wir daran, durch agilere und zielgerichtete Strukturen schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können und die sich uns bietenden enormen Chancen für weiteres Wachstum zu nutzen“, teilte das Unternehmen der Nachrichtenagentur dpa mit.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Zalando in Berlin rund 450 Arbeitsplätze gestrichen – infolge einer Umstrukturierung des Kundendienstes. In diesem Zuge sollten im Sommer des vergangenen Jahres 200 Mitarbeiter wieder für die umgestaltete Einheit eingestellt werden. Zudem schließt das Unternehmen bis Ende September seinen Standort in Erfurt mit noch rund 2100 Beschäftigten.
Bis Ende des Jahres soll ein neuer Standort in der rumänischen Hauptstadt Bukarest entstehen. Bis zum ersten Quartal des Folgejahres sei dort der Aufbau von 60 Stellen geplant, teilte Zalando weiter mit. „Längerfristig planen wir, bestimmte Positionen und Prozesse nach Bukarest zu verlagern und dort weitere Arbeitsplätze zu schaffen.“