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Bending Spoons: Rabiater App-Aufkäufer hinter Komoot geht an die Börse

Komoot, Vimeo, AOL: Die italienische Techfirma Bending Spoons hat ein umfangreiches Portfolio an App-Firmen zusammengekauft und geht nun an die Börse

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Komoot, Vimeo, AOL: Die italienische Techfirma Bending Spoons hat ein umfangreiches Portfolio an App-Firmen zusammengekauft und geht nun an die Börse

Der italienische App-Aufkäufer Bending Spoons plant für Mittwoch seinen Börsengang am US-Tech-Handelsplatz Nasdaq. Das Unternehmen von Gründer und CEO Luca Ferrari hat in den letzten Jahren ein umfangreiches Portfolio von Internetfirmen zusammengekauft – überwiegend bekannte Marken, deren beste Zeiten schon länger zurückliegen. 

Dazu zählen das Webportal AOL und der Videoplayer Vimeo, aber auch der ursprünglich aus Deutschland stammende Outdoorplaner Komoot. Bending Spoons arbeite wie „eine Notaufnahme für schwer verletzte Techunternehmen“, schrieb die „Financial Times“ vor wenigen Tagen.

Bending Spoons mit 19 Milliarden bewertet

Bei dem Börsengang am heutigen Mittwoch wird das Mailänder Unternehmen etwa 1,6 Mrd. Dollar einnehmen, was gleichbedeutend mit einer Firmenbewertung von 19 Mrd. Dollar ist. In seiner letzten Finanzierungsrunde 2025 wurde Benning Spoons mit 11 Mrd. Dollar bewertet. Beim heutigen Handelsstart wird offenbar ein Preis über der vermarkteten Spanne von 26 bis 28 Dollar pro Aktie angesetzt. 58 Millionen Aktien wurden platziert.

Der IPO ist auch deshalb ein Hingucker, weil die Softwarebranche insgesamt angesichts der Umwälzungen durch generative Künstliche Intelligenz massiv unter Druck steht. Bending Spoons ist jedoch in vielerlei Hinsicht kein normaler Softwareplayer – es ist eine höchst ungewöhnliche Mischung aus Private-Equity-Playbook, Silicon-Valley-Ambition und Start-up-Fließbandarbeit à la Rocket Internet. 

Die Firma mit dem ungewöhnlichen Namen – abgeleitet von der Figur eines Jungen aus dem Film „Matrix“, der mit Gedankenkraft Löffel verbiegen kann – verspricht, die aufgekauften Produkte erfolgreicher managen zu können als ihre Vorbesitzer, weitgehend ohne die bisherigen Mitarbeiter. Das Playbook: Kosten runter, Erlöse rauf – indem die Preise kräftig angehoben werden.

Durchaus rabiater Umgang

In einem seiner seltenen Interviews erklärte CEO Luca Ferrari Capital nach der Komoot-Übernahme 2025 seinen Ansatz: „Wir identifizieren Techunternehmen mit nicht ausgeschöpftem Potenzial, kaufen sie und wandeln sie zum Besseren.“ Man nutze dafür das eigene Know-how, selbst entwickelte Software und einen über Jahre aufgebauten Datenschatz. „Wenn wir es richtig anstellen, erzielen wir einen gewissen Erlös, den wir wieder in die Plattform investieren.“

Der durchaus rabiaten Umgang mit den übernommenen Firmen ruft immer wieder Kritik hervor. Ferrari wehrt sich dagegen. Was sein Unternehmen mache, sei langfristig angelegt: „Wir verkaufen nie. Wir betreiben Unternehmen im Idealfall für immer. Und wir gehen supertief rein.“ Daher unterscheide sich das Vorgehen auch vom Ansatz von Private-Equity-Firmen, die „einige schnelle Eingriffe“ vornähmen und sich nach wenigen Jahren wieder zurückzögen. Trotzdem ähnelt die Strategie durchaus dem sogenannten Roll-up-Ansatz, bei dem Aufkäufer kleinere Anbieter einer Branche zusammenlegen und von Skaleneffekten profitieren.

Die große Frage ist, wie gut und verlässlich sich die Bending-Spoons-Taktik auf Dauer replizieren lässt, erst recht, wenn es um Lovebrands wie Komoot geht, die vom Engagement ihrer Erschaffer und Unternehmensgründer leben. Ebenfalls schwierig einzuschätzen ist, wie viel Profit das Playbook eigentlich abwirft: Die Performance des Bending-Spoons-Portfolios sei trotz des veröffentlichten Börsenprospekts für Anleger „schwierig einzuschätzen“, kritisiert die „FT“ – was auch daran liege, dass die ausgewiesenen „bereinigten“ Kennzahlen Gebühren für Übernahmen und Umstrukturierungskosten außen vor ließen. Das, so die Zeitung, erscheine „gewagt, wenn man bedenkt, dass M&A das Lebenselixier des Unternehmens“ sei.

Über den Aufstieg des Mailänder Tech-Champions und sein ungewöhnliches Geschäftsgebaren lesen Sie mehr in der Geschichte aus Capital 6/2025:

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