Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter

Die Schweizer Nationalmannschaft hat in der Nacht auf Mittwoch in Vancouver einen historischen Schritt gemeistert. Im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 setzte sie sich gegen Kolumbien nach 120 torlosen Minuten mit 4:3 im Elfmeterschießen durch. Damit steht die Nati zum ersten Mal seit dem WM-Halbfinale von 1954 wieder in einem Viertelfinale.
Das Spiel selbst bot wenig Spektakel, dafür aber ein hohes Maß an taktischer Disziplin. Die Schweiz, von Murat Yakin auf Kompaktheit und Ordnung ausgerichtet, ließ Kolumbien zwar über weite Strecken den Ball, verweigerte aber konsequent die Räume im Zentrum. Die Südamerikaner, die in der Gruppenphase und im Sechzehntelfinale gegen Ghana defensiv sehr stabil gewirkt hatten, fanden gegen die gut sortierte Schweizer Viererkette kaum Durchbrüche. Die größte Möglichkeit der Kolumbianer in der Verlängerung – ein Schuss von Jhon Lucumí, der an die Latte ging – blieb die Ausnahme.
Offensiv tat sich die Schweiz ebenfalls schwer. Die Angriffe über die Außenbahnen blieben oft zu harmlos, und die wenigen Abschlüsse von Dan Ndoye oder Breel Embolo fanden kein Ziel. Das Spiel entwickelte sich zu dem, was man von zwei Mannschaften mit starken Defensivstrukturen erwarten durfte: zu einem Duell der Ordnung gegen den Versuch, diese zu durchbrechen. Dass es in 120 Minuten kein Tor gab, war folgerichtig.
Entschieden wurde die Partie im Elfmeterschießen. Hier bewies die Schweiz die größere Ruhe. Granit Xhaka, Zeki Amdouni und Cedric Itten trafen sicher. Manuel Akanji scheiterte, doch Rubén Vargas verwandelte den entscheidenden fünften Elfmeter. Auf kolumbianischer Seite vergaben Davinson Sánchez und Carlos Hernández – Letzterer wurde von Gregor Kobel gehalten. Damit steht die Schweiz im Viertelfinale.
Der Erfolg hat für die Schweizer Fußballgeschichte Gewicht. Es ist der erste Sieg der Nati in einem WM-K.-o.-Spiel seit dem Achtelfinalerfolg gegen Argentinien 2014 – und der erste Pflichtspielsieg gegen Kolumbien überhaupt. In den vier bisherigen Begegnungen hatte die Bilanz mit zwei kolumbianischen Siegen, einem Unentschieden und einem Schweizer Erfolg in einem Freundschaftsspiel 1991 eher zugunsten der Südamerikaner gesprochen.
Dass ausgerechnet im Elfmeterschießen die Entscheidung fiel, ist kein Zufall. Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren wiederholt gezeigt, dass sie in solchen Situationen mental stabil ist. Die klare Linie, die Yakin der Mannschaft in den vergangenen Monaten gegeben hat – defensive Stabilität als Fundament, gepaart mit der Fähigkeit, in entscheidenden Momenten die Nerven zu behalten –, hat sich ausgezahlt.
Nun wartet im Viertelfinale Argentinien. Das Duell gegen den Titelverteidiger und Weltmeister von 2022 wird eine neue Dimension haben. Die Argentinier um Lionel Messi haben bislang überzeugend gewirkt, verfügen über enorme individuelle Qualität und die Erfahrung, große Turniere zu gewinnen. Die Schweiz wird wieder auf ihre defensive Geschlossenheit bauen müssen – und darauf hoffen, dass die eine oder andere Gelegenheit reicht.
Mehr zum Thema ‒ Schweizer Mainstream-Medien in Aufruhr: RT DE stört den medialen Frieden