Grüne Revolution: Grüne-Welle-Ampeln für weniger Emissionen in der Stadt

Klimaneutralität zu erreichen ist eine Mammutaufgabe. Capital berichtet über Innovationen auf dem Weg dorthin. Diesmal: ein Grüne-Welle-Assistent für den Stadtverkehr

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Klimaneutralität zu erreichen ist eine Mammutaufgabe. Capital berichtet über Innovationen auf dem Weg dorthin. Diesmal: ein Grüne-Welle-Assistent für den Stadtverkehr

Herausforderung

Jedes unnötige Bremsen und Anfahren verschwendet Energie – vor allem an Ampeln. Fahrzeuge beschleunigen, bremsen und stehen unnötig im Leerlauf. Das erhöht Kraftstoffverbrauch, CO₂-Ausstoß, Lärm und Feinstaub. Gleichzeitig wissen Autofahrer und Radfahrer meist nicht, ob sie die nächste Ampel noch bei Grün erreichen oder ohnehin stoppen müssen. Diese Informationslücke verursacht einen großen Teil der unnötigen Brems- und Beschleunigungsvorgänge.

Innovation

Der Softwarehersteller Gevas hat die App Trafficpilot entwickelt, die die perfekte Geschwindigkeit für eine grüne Welle anzeigt. Der Trafficpilot kombiniert dafür GPS-Daten, digitale Karten und Echtzeitprognosen aus den Ampelsteuerungen. Bei verkehrsabhängigen Ampeln nutzt Gevas zusätzlich Prognoseverfahren und KI, um auch dynamische Signalprogramme vorherzusagen. Und: Nutzer können bei bestimmten Anwendungen sogar eine virtuelle Grünanforderung auslösen, ohne einen Taster oder Straßendetektor zu erreichen.

In der Praxis

Der Trafficpilot ist bislang in 16 Städten verfügbar. Das Expansionstempo hängt an der Infrastruktur: Die meisten Kommunen haben noch alte Ampeln ohne digitale Schnittstelle. Diese ist allerdings Voraussetzung.

„Wir könnten die Stopps um 40 Prozent reduzieren“ 

Ernestos Varvaroussis, Geschäftsführer von Gevas

Wer sind Ihre Kunden?
In erster Linie die Städte, wobei wir uns am Nutzer orientieren. Die Städte bezahlen uns in der Regel dafür, dass wir ihr Verkehrsmanagementsystem einrichten; das ist unser Kerngeschäft. Dann entdecken sie später den Trafficpilot.

Wie sieht die optimale Stadt für den Trafficpilot aus?
Die gibt es nicht. Wenn eine Stadt wenig verkehrsabhängige Ampelanlagen hat, bei denen wir mit Prognosen arbeiten, ist es natürlich einfacher. Aber das gibt es in Deutschland quasi nicht. Unter optimalen Bedingungen könnten wir die Stopps an einzelnen Knotenpunkten um mehr als 40 Prozent reduzieren.

Wo können Sie keine grüne Welle erzeugen?
Jede Stadt hat ihr eigenes System, und jede Ampelsteuerung ist anders. Wenn die Daten nicht schnell genug übermittelt werden können, macht der Trafficpilot keinen Sinn.

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