WEF sagte es 2021 voraus – Jetzt wird Reisen für Millionen unbezahlbar

Share your love

Vor fünf Jahren angekündigt – heute wird Reisen tatsächlich teurer

WEF-Gespräch mit Klaus Schwab und Christine Lagarde sorgt rückblickend für neue Debatten

Am 1. September 2021 führte der Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF), Klaus Schwab, ein öffentliches Gespräch mit der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde. Thema waren die Folgen der Corona-Pandemie, Klimapolitik, wirtschaftliche Ungleichheit und die Zukunft des globalen Wirtschaftssystems. Das vollständige Gespräch wurde vom WEF veröffentlicht.

Besonders ein Satz Lagardes sorgt heute erneut für Aufmerksamkeit:

„Ich denke, die Welt, in der wir leben, wird die Narben von COVID tragen. Damit meine ich, dass wir nicht mehr auf dieselbe Weise, so spontan und so zufällig reisen werden wie bisher.“

Fünf Jahre später gewinnt diese Aussage für viele Beobachter neue Bedeutung. Flugreisen verteuern sich, Kerosinpreise steigen infolge geopolitischer Spannungen, CO₂-Abgaben und Klimavorgaben werden ausgeweitet und zahlreiche Airlines erhöhen ihre Ticketpreise. Auch die Luftfahrtbranche selbst verweist auf steigende Energie- und Regulierungskosten.

Reisen wird bewusst teurer

Im Gespräch sprach Lagarde nicht nur über die Pandemie. Sie argumentierte ausdrücklich, dass Maßnahmen gegen den Klimawandel zwangsläufig Kosten verursachen würden.

Sie sagte:

„Manchmal müssen schwierige Entscheidungen getroffen werden – etwa CO₂-Emissionen zu bepreisen oder Aktivitäten so zu regulieren, dass bestimmte Dinge teurer werden.“

Damit machte sie deutlich, dass Preissteigerungen nach ihrer Auffassung ein Bestandteil der Klimapolitik sein können. Das WEF veröffentlichte das Gespräch im Rahmen seiner Diskussionen über den wirtschaftlichen Umbau nach der Pandemie sowie über Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Nicht gewähltes Forum mit großem Einfluss

Das Weltwirtschaftsforum besitzt keine demokratische Legitimation im Sinne einer gewählten Institution. Dennoch treffen sich dort regelmäßig Staats- und Regierungschefs, Zentralbankpräsidenten, Spitzenmanager großer Konzerne sowie Vertreter internationaler Organisationen.

Kritiker sehen darin eine Plattform, auf der politische und wirtschaftliche Leitlinien entwickelt werden, ohne dass Bürger direkt Einfluss nehmen können. Befürworter betrachten das WEF hingegen als Dialogforum, das den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft fördern soll.

Lagarde bleibt umstritten

Christine Lagarde steht seit Jahren im Mittelpunkt politischer Debatten. Im Jahr 2016 wurde sie vom französischen Gerichtshof der Fahrlässigkeit im Umgang mit öffentlichen Geldern im Zusammenhang mit der sogenannten Tapie-Affäre für schuldig befunden. Das Gericht verhängte jedoch keine Strafe und trug keine Verurteilung ins Strafregister ein, sodass sie ihre internationalen Ämter fortführen konnte.

Rückblick mit neuer Aktualität

Ob Lagardes Aussagen eine politische Zielvorstellung oder lediglich eine Einschätzung künftiger Entwicklungen waren, bleibt Interpretationssache. Fest steht jedoch: Bereits 2021 sprach sie offen darüber, dass Klimapolitik bestimmte Aktivitäten verteuern werde und dass künftig nicht mehr „so spontan und zufällig“ gereist werde wie früher.

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, höherer Flugkosten und zusätzlicher Klimavorgaben wird dieses Gespräch heute erneut intensiv diskutiert – insbesondere von Kritikern, die darin eine frühe Ankündigung jener Entwicklung sehen, die Reisende inzwischen zunehmend im Portemonnaie spüren.

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.