Schweiz: Schock für die Presselandschaft: „SonntagsBlick“ wird eingestellt

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Nach 57 Jahren erscheint der „SonntagsBlick“ nur noch bis Ende 2026. Der Ringier-Verlag hat laut übereinstimmenden Recherchen den Entscheid gefällt, die traditionsreiche Sonntagszeitung einzustellen.

Offiziell bestätigt ist die Nachricht noch nicht, doch mehrere voneinander unabhängige Quellen berichten übereinstimmend von einer bereits gefallenen, definitiven Entscheidung.

Als der „SonntagsBlick“ am 23. März 1969 erstmals an die Kioske kam, war er die erste Sonntagszeitung der Schweiz. Er ergänzte den täglichen „Blick“ mit einem bewusst anderen Konzept: weniger Härte und Bosheit, mehr heitere und genussreiche Seiten des Lebens. In seinen besten Zeiten verkaufte das Blatt über 300.000 Exemplare und erreichte fast eine Million Leserinnen und Leser.

Doch der digitale Wandel hat dem Boulevard-Titel stark zugesetzt. Die aktuell verkaufte Auflage liegt bei knapp 75.000 Exemplaren, die Reichweite bei rund 265.000 Lesern – deutlich hinter der „SonntagsZeitung“ und der „NZZ am Sonntag“. Bereits Ende 2024 wurde das „SonntagsBlick-Magazin“ eingestellt, und die letzten roten Zeitungsboxen verschwanden aus den Dörfern.

Ringier-CEO Marc Walder hatte bereits im Mai 2026 gegenüber SRF angedeutet, dass Print-Publikationen „nachhaltig Geld verdienen müssen“ – und dies sei besonders beim SonntagsBlick schwierig.

Ringier plant offenbar, die Kräfte auf die Samstagsausgabe des „Blick“ zu konzentrieren. Diese soll ausgebaut und möglicherweise in „Blick am Wochenende“ umbenannt werden – ganz nach dem Vorbild der erfolgreichen „Schweiz am Wochenende“ von CH Media. Sportfans dürften die Veränderung bedauern: Der „SonntagsBlick“ bot bisher eine der umfangreichsten Sonntags-Sportberichterstattungen.

Der Schritt hat nicht nur Auswirkungen auf Ringier. Bisher teilten sich die drei großen deutschschweizer Sonntagsblätter die Kosten für die frühmorgendliche Zustellung über die Presto Presse-Vertriebs AG. Ab 2027 müssen „SonntagsZeitung“ und „NZZ am Sonntag“ diese Kosten alleine tragen. Experten befürchten, dass dies weitere Titel unter Druck setzen könnte.

Der „SonntagsBlick“ war zudem eine wichtige Plattform für längere Recherchen und Analysen im Ringier-Haus. Mit ihm geht eine weitere publizistische Stimme verloren.

Auf Anfrage von Schweizer Medien wollte sich Ringier nicht offiziell äußern. Eine Sprecherin erklärte lediglich, man kenne die Branchengerüchte und werde Ankündigungen machen, „wenn es etwas anzukündigen gibt“.

Für viele Leserinnen und Leser, die den „SonntagsBlick“ seit Jahrzehnten am Kiosk oder im Briefkasten hatten, kommt das Ende trotzdem überraschend schnell. Ein großes Kapitel der Schweizer Medienlandschaft neigt sich dem Ende zu.

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