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Larry C. Johnson
Ein Dank geht an Kevin Wamsley von Inside China Business. Sein jüngstes Video über die Bedeutung des chinesischen Satellitennavigationssystems Beidou liefert einen entscheidenden Einblick in den aktuellen Erfolg iranischer Raketenangriffe auf US-amerikanische und israelische Ziele. Es verändert die Spielregeln.
Hier ist das Video:
Lassen Sie mich den Inhalt zusammenfassen.
Während des 12-tägigen Krieges im Juni 2025 hatten iranische Raketen und Drohnen erhebliche Schwierigkeiten gegen die hochentwickelte elektronische Kriegsführung Israels und der USA. GPS-Störungen und GPS-Spoofing beeinträchtigten ihre Leitsysteme wiederholt und schränkten ihre Wirksamkeit während des intensiven Konflikts erheblich ein.
Zu Beginn des Jahres 2026 hatte sich die Lage auf dem Schlachtfeld jedoch grundlegend verändert. Iranische Präzisionsangriffe durchdrangen plötzlich moderne Luftabwehrsysteme und trafen mit überraschender Genauigkeit hochwertige Ziele im gesamten Golfraum. Geheimdienstanalysten führten diese Entwicklung auf einen entscheidenden Faktor zurück: Der Iran hatte das GPS-System aufgegeben und stattdessen auf Chinas Satellitennavigationssystem Beidou umgestellt.
Ausgerechnet die USA lieferten unbeabsichtigt den Anstoß für Chinas Entwicklung von Beidou.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1993. Damals war das chinesische Containerschiff Yinhe auf dem Weg in den Iran. Die CIA beschuldigte das Schiff, Chemikalien für die Herstellung von Waffen zu transportieren. Unter dem Druck der USA verweigerten Häfen im Nahen Osten dem Schiff die Einfahrt, sodass es im Indischen Ozean festsaß. Die USA setzten nicht nur ihre Verbündeten unter Druck, sondern sollen dem Schiff auch den Zugang zum GPS-System entzogen haben, wodurch es gezwungen war, wochenlang vor Anker zu bleiben. Erst nach einer Inspektion in Saudi-Arabien wurde das Schiff vollständig entlastet. China erhielt jedoch weder eine Entschuldigung noch eine Entschädigung.
Diese Demütigung – mitten auf dem Ozean die Navigation zu verlieren, weil man von einem fremdkontrollierten System abhängig war – wurde für Peking zu einer entscheidenden Lehre. Sie beschleunigte die Entwicklung eines eigenen Satellitennavigationssystems: Beidou (BDS).
Heute übertrifft Beidou GPS hinsichtlich Abdeckung und Präzision in rund 165 Ländern. Es bietet eine robuste Alternative, die von westlichen Staaten nicht einseitig gestört oder manipuliert werden kann.
Nachdem der Konflikt von 2025 die Schwächen GPS-abhängiger Waffensysteme offengelegt hatte, handelte der Iran entschlossen. Ende 2025 beziehungsweise Anfang 2026 integrierte Teheran Beidou in seine Raketen- und Drohnenarsenale. Bereits Berichte vom März 2026 wiesen auf erhebliche Verbesserungen hin: Iranische Präzisionswaffen konnten elektronische Gegenmaßnahmen überwinden, die nur wenige Monate zuvor noch erfolgreich gewesen waren.
Zu den wichtigsten Vorteilen von Beidou für den Iran gehören:
Diese technische Aufrüstung hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Iran US-amerikanische Verteidigungssysteme in den Golfstaaten überwinden und kritische Ziele deutlich erfolgreicher angreifen kann. Gleichzeitig wurde dadurch das Vertrauen in die Sicherheitsgarantien der USA in der Golfregion erheblich geschwächt.
Die Entscheidung der USA, GPS bereits 1993 als geopolitisches Druckmittel einzusetzen, hat sich damit auf spektakuläre Weise gegen sie gewendet. Der Versuch, China zu demütigen, löste letztlich einen technologischen Sprung aus, der China und seinen Verbündeten heute einen strategischen Vorteil gegenüber den Vereinigten Staaten verschafft.