ETF-Gebühren: Vanguard macht beliebten Welt-ETF günstiger

Viele Sparer haben einen ETF auf den FTSE All World im Depot. Nun senkt mit Vanguard der größte Anbieter die Gebühren für den Fonds deutlich – aus guten Gründen

Share your love

Viele Sparer haben einen ETF auf den FTSE All World im Depot. Nun senkt mit Vanguard der größte Anbieter die Gebühren für den Fonds deutlich – aus guten Gründen

Darauf haben viele ETF-Sparer gewartet: Der US-Fondsanbieter Vanguard senkt die Gebühren für seinen wichtigsten ETF, den FTSE All World, deutlich. Ab dem 28. Juli fallen für den Indexfonds statt bislang 0,19 nur noch 0,14 Prozent laufende Kosten (TER) pro Jahr an, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Damit verschärft sich der anhaltende Preiskampf im Geschäft mit ETFs.

Der FTSE All-World zählt zu den beliebtesten Aktienindizes für Privatanleger. Er umfasst knapp 4000 große und mittelgroße Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern und ermöglicht mit einem einzigen ETF eine breite Streuung über den weltweiten Aktienmarkt. Allein die thesaurierende Variante des Vanguard-ETFs (WKN: A2PKXG) verwaltet inzwischen rund 45 Mrd. Dollar und ist damit der größte FTSE-All-World-ETF Europas.

Längst nicht der günstigste Welt-ETF

Mit der Gebührensenkung reagiert Vanguard auf den wachsenden Wettbewerb im ETF-Markt. In den vergangenen Monaten haben zahlreiche Anbieter ihre Preise für Standardprodukte gesenkt. Besonders betroffen sind ETFs auf breit gestreute Weltindizes wie den MSCI World, den MSCI All Country World oder den FTSE All-World. Anleger zahlen für einige dieser Produkte inzwischen weniger als 0,1 Prozent laufende Kosten pro Jahr.

Hintergrund der Entwicklung ist das starke Wachstum des ETF-Markts. Mit steigenden Anlegergeldern wachsen auch die verwalteten Vermögen der Fonds. Dadurch sinken die Kosten für deren Verwaltung. Viele Anbieter geben einen Teil dieser Größenvorteile inzwischen an ihre Kunden weiter. Hinzu kommt der Wettbewerb um neue Aktiensparer. In Deutschland bereitet sich die Branche auf das für 2027 geplante staatlich geförderte Altersvorsorgedepot vor und versucht bereits jetzt, mit günstigen Angeboten Marktanteile zu gewinnen.

Für Anleger spielen die laufenden Kosten bei der Auswahl eines ETFs zwar eine wichtige Rolle. Verbraucherschützer raten jedoch, auch auf Kriterien wie Fondsgröße, Nachbildungsmethode und Depotkosten zu achten. Wer bereits einen vergleichbaren Welt-ETF besitzt, sollte einen Wechsel sorgfältig prüfen. Steuerliche Folgen und Transaktionskosten können einen Teil des Kostenvorteils wieder aufzehren.

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.