Kolumne: Viele leere Worte in Trumps Wirtschaftskrieg gegen den Iran

US-Präsident Donald Trump will das Mullah-Regime in Teheran nun ökonomisch in die Knie zwingen. Kann das funktionieren? Eher unwahrscheinlich

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US-Präsident Donald Trump will das Mullah-Regime in Teheran nun ökonomisch in die Knie zwingen. Kann das funktionieren? Eher unwahrscheinlich

Erst Tausende von Raketen, dann die Blockade der iranischen Häfen und nun ein Wirtschaftskrieg: Donald Trump will den Iran jetzt ökonomisch in die Knie zwingen, nachdem alles andere gescheitert ist. Und eigentlich spricht ja auch einiges dafür, dass es gelingen könnte.

Das Mullah-Regime in Teheran hat es sich mit fast allen Golfstaaten verscherzt, die in der Vergangenheit eifrig alle Sanktionen gegen den Iran unterlaufen hatten. Auch die zögerlichen Europäer, die Donald Trump vergeblich zur Unterstützung seiner Militärabenteuer zwingen wollte, werden sich in diesem Fall nicht querlegen. Und niemand verfügt über so viel finanzielle und wirtschaftliche Möglichkeiten wie die USA, einem Land den Hahn zuzudrehen.

Und doch dürfte auch dieses Manöver der Amerikaner am Ende scheitern – am Präsidenten selbst. Trump müsste sich erstmals ernsthaft mit Wladimir Putin anlegen, der den Iran über das Kaspische Meer mit kriegswichtigen Gütern aller Art versorgt. Und wichtiger noch: Trump wäre gezwungen, auf Konfrontation mit Xi Jinping zu gehen.

China steht nicht nur als wichtigster Abnehmer von iranischem Öl ganz oben auf der Prioritätenliste des Irans. Die Chinesen versorgen die Mullahs auch mit Dual-Use-Technik und wichtigen Ersatzteilen für die marode Industrie des Landes und halten die Kriegsmaschinerie damit am Laufen. Einen Wirtschaftskrieg gegen den Iran können die Amerikaner nur gewinnen, wenn sie die chinesischen und russischen Partner des Mullah-Regimes blockieren.

Trump müsste von seinen bisherigen „Freunden“ abrücken

Doch damit müsste Trump von seiner ganzen bisherigen Außenpolitik abrücken. Sie zielt, wie sich bereits in der Ukraine gezeigt hat, auf eine Aufteilung der Welt unter den „großen Drei“: den USA, China und Russland. Während Trump seine Verbündeten in Europa und Asien beliebig und bedenkenlos verprellt, fasst er Putin und Xi Jinping nur mit Seidenhandschuhen an.

Kaum war der „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran in der vergangenen Woche von Trump großsprecherisch verkündet, wehrte sein Finanzminister Scott Bessent bereits alle Fragen nach Druck auf China kleinlaut ab. Vor dem geplanten Treffen mit Xi Jinping am 24. September im Weißen Haus will der Präsident alles vermeiden, was den Eindruck der „persönlichen Freundschaft“ mit dem chinesischen Diktator beschädigen könnte – und damit auch sein eigenes Image als begnadeter „Deal Maker“.

Solange Trump der Konfrontation mit den Chinesen ausweicht und auch nichts gegen die Russen unternimmt, bleibt sein Gerede über den „ökonomischen D-Day“ nur eine Ansammlung von leeren Worten. Das wahrscheinlichste Szenario: Die USA machen dem Mullah-Regime das Leben zwar etwas schwerer, vor allem durch gezielte Finanzsanktionen, können es aber nicht zur Kapitulation zwingen.

Und den Revolutionsgarden bleibt die Möglichkeit, jederzeit militärisch zu eskalieren und damit den Erdölpreis in die Höhe zu treiben wie in den vergangenen Monaten. Je näher die Kongresswahlen im November rücken, umso unangenehmer wird die Lage für Trump, für den der Machterhalt an allererster Stelle steht. Die Iraner wissen es und nutzen es aus – mithilfe ihrer russischen und chinesischen Freunde.

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