Israelischer Abgeordneter zerstört Palästinenser-Denkmal im Westjordanland

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Zvi (auch: Tsvi oder Tzvi) Yedidia Sukkot, ein israelischer Aktivist und Siedler, der für die religiös-zionistische, zum Regierungsbündnis Netanjahu gehörende Mafdal–HaTzionut HaDatit-Partei (früher Tkuma) in der Knesset sitzt, hat nach eigenen Angaben ein palästinensisches Märtyrer-Denkmal im Westjordanland zerstört. Ein auf seinem X-Account heute Morgen gepostetes Bild zeigt ihn, wie er Hand an die Gedenkstätte im Dorf Madama legt. Der Ort liegt im nördlichen Westjordanland nahe Nablus.

Sukkots Erläuterungen zufolge hatte er sich zusammen mit Vertretern von HaKol HaYehudi („Die jüdische Stimme“), einer national-religiösen israelischen Medien-Webseite, in den vergangenen Wochen mehrfach an die israelische Armee gewandt und gebeten, „im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus“ palästinensische Gedenkstätten in der Region (laut Sukkot Terror-Denkmäler) zu entfernen. Nun schritt er am Dienstagmorgen selbst zur Tat.

Er begründete sein Vorgehen damit, dass auf diesem Denkmal „Mörder von Dutzenden Juden“ verherrlicht worden seien. In Israel dürfe es aber keinen Platz für die Unterstützung des Terrors geben. Wenn Kinder jeden Tag an Denkmälern vorbeiliefen, die die Mörder von Juden verherrlichten, würden sie bald selbst davon träumen, Terroristen zu werden.

Der Begriff „Märtyrer“ ist schillernd. Er kann Palästinenser bezeichnen, die bei Razzien der israelischen Armee getötet worden sind oder Opfer von Siedlergewalt wurden, aber auch Palästinenser, die Anschläge auf Israelis verübt haben und dabei ums Leben gekommen sind. Nach Angaben von HaKol HaYehudi waren auf den von Sukkot kritisierten Denkmälern die Namen von Anschlagsplanern oder von Attentätern ehrenvoll erwähnt.

Auf der Plattform X gepostete Videos zeigen einen israelischen Soldaten, der den Abgeordneten und seine Begleiter während der Zerstörungsaktion bewacht. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, fühlt sich das israelische Militär von Sukkot getäuscht. Der Parlamentarier habe vor zwei Wochen einen Besuchsantrag für verschiedene Gebiete im Westjordanland gestellt.

Bei dem Ausflug nach Madama hätten ihn Soldaten begleitet, die zuvor von anderen Einsätzen abgezogen worden seien. Die Demolierung des Palästinenser-Denkmals habe man auf Anweisung von Zahal-Kommandeuren gestoppt, Sukkot und seine Begleiter hätten dann das Dorf verlassen.

Der Jüdischen Allgemeinen zufolge stellten die israelischen Streitkräfte klar, dass sie selbst gegen Ehrenmale vorgingen, die den Terrorismus verherrlichten. Solche Maßnahmen bedürften jedoch einer entsprechenden Genehmigung. Man plane aber bereits eine entsprechende Operation.

Gadi Eizenkot, der frühere israelische Generalstabschef und Gründer der Oppositionspartei Jaschar, nannte Sukkot einen „gewalttätigen Provokateur“, der die Sicherheit der Soldaten gefährdet habe, und gab der Regierung Netanjahu die Schuld am Vandalismus des Siedlervertreters. Diese erlaube „Anarchisten wie Zvi Sukkot und seinesgleichen, nach Gutdünken zu handeln“ und gefährde damit die Sicherheit der Siedlungen. Auch Israels Ansehen in der Welt sei gefährdet.

Nicht nur bei der israelischen Opposition, sondern auch bei der Regierung sorgte Sukkots eigenmächtiges Handeln für Kritik. Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar schrieb auf X: „Der Abgeordnete Zwi Sukkot – wie jeder andere Abgeordnete auch – ist nicht der Souverän in den Gebieten von Judäa und Samaria. Entscheidungen müssen von dem Staat und seinen Behörden, der IDF und den Sicherheitskräften getroffen und umgesetzt werden, und ausschließlich durch sie.“ Auch das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu tadelte Sukkots Vorgehen als „inakzeptabel“.

Es sieht jedoch nicht so aus, als sei der Abgeordnete Sukkot zum Einlenken bereit. In seinem X-Post erklärte er, die Aktion in Madama sei „ein kleiner Vorgeschmack“.

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