Letzte Chance vor dem Abgrund: Munir erhält grünes Licht vom Iran – er traf sich mit dem Mann, der damit drohte, die Öllieferungen aus dem Golf zu unterbrechen.

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Asim Munir zurück aus Teheran: Iran gibt grünes Licht für Gespräche – und droht mit dem totalen Öl-Stopp

In der Sendung von Transition Protocol am 25. August analysierte der erfahrene Eurasien-Korrespondent Pepe Escobar gemeinsam mit Moderator Mr. Z die brisanten Ergebnisse der gerade beendeten Mission von Pakistans Field Marshal Asim Munir und Innenminister Mohsin Naqvi in Teheran. Was als diskrete Vermittlungsreise begann, entpuppt sich als möglicher letzter diplomatischer Ausweg – oder als Vorbote einer noch schärferen Eskalation.

Die Reise, die Munir und Naqvi von Montag bis Dienstag in der iranischen Hauptstadt verbrachten, dauerte bewusst länger als üblich. Die Agenda war gigantisch. Die pakistanische Delegation sprach mit praktisch allen relevanten Machtzentren: Außenminister Abbas Araghchi, Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, dem einflussreichen Mohsen Rezaei und dem engsten Kreis um Revolutionsführer Ali Khamenei. Naqvi selbst beschrieb die Gespräche nach der Rückkehr als „hochproduktiv“ – eine Formulierung, die aus Teheran gegenüber möglichen US-Kontakten seit Monaten nicht mehr zu hören war und die Escobar als echten Gamechanger wertet.

Auslöser der Mission war ein direkter Telefonanruf Donald Trumps bei Field Marshal Munir. Beide Männer stehen seit Wochen auf der gegenseitigen Speed-Dial-Liste; Trump ruft den pakistanischen Armeechef praktisch täglich an. Der US-Präsident bat Munir ausdrücklich, nach Teheran zu fliegen und „irgendeinen Weg“ zu finden, der seinem enormen Ego akzeptabel erscheint. Escobar nennt dies unverblümt „Betteln“: Die Regierung in Washington steckt in der Klemme – schrumpfende strategische Ölreserven, Druck der Midterms, interne Spannungen. Gleichzeitig startete Finanzminister Scott Bessent parallel die „Mutter aller Sanktionen“ gegen Iran, inklusive Sekundärsanktionen, die faktisch auch China treffen.

In Teheran hörten die Pakistaner eine klare Botschaft: Iran ist bereit, zu indirekten Gesprächen zurückzukehren – allerdings nur auf Basis des früheren Islamabad-Memorandums of Understanding (MOU). Dieses 14-Punkte-Dokument, das Escobar seit Monaten als „tote Katze“ bezeichnet, war nach wenigen Tagen von amerikanischer Seite einseitig aufgekündigt worden. Die Iraner bestehen nun darauf, dass beide Seiten die damaligen Zusagen endlich respektieren. Dazu gehören das Ende aller Militäraktionen gegen die gesamte Achse des Widerstands (Hezbollah, jemenitische Ansarollah, irakische Haschd al-Schaabi und ausdrücklich auch Palästina), die Aufhebung der US-Marineblockade der Straße von Hormuz sowie konkrete Schritte bei der Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und Sanktionserleichterungen.

Bereits am Tag der Rückkehr traf Naqvi in Islamabad die amtierende US-Botschafterin Natalie Baker und berichtete ihr detailliert. Für Escobar ist das der klare Beweis: Hier läuft bereits Shuttle-Diplomatie. Weitere Shuttles – etwa eine pakistanische Delegation nach Washington oder ein erneuter Besuch in Teheran – seien in den kommenden Tagen durchaus möglich und würden signalisieren, dass die Sache Fahrt aufnimmt.

Eine zusätzliche Information, die erst kurz vor der Sendung aus Insider-Kreisen an die Moderatoren gelangte, verleiht dem Ganzen besonderes Gewicht. Während Munir und Naqvi noch in Teheran saßen, kam eine direkte Botschaft aus dem Büro des chinesischen Außenministers Wang Yi: China stehe „hundertprozentig“ hinter Pakistan und Iran. Sollte Washington den Druck weiter erhöhen, werde man gemeinsam handeln und die Amerikaner gegebenenfalls „abschieben“. Die pakistanische Delegation sei durch diese Rückendeckung spürbar gestärkt worden.

Noch dramatischer ist die Warnung, die Teheran den Pakistanern ausdrücklich mitgab und die an Trump weitergeleitet werden soll: Versucht die USA, Iran wirtschaftlich zu erwürgen, wird die Islamische Republik den gesamten Ölfluss aus dem Persischen Golf stoppen. Kein einziger Tropfen mehr aus Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder anderen Produzenten. Die Straße von Hormuz und die umliegenden Gewässer stünden unter iranischer Kontrolle. Diese Drohung, die Mohsen Rezaei bereits seit Längerem öffentlich andeutet, wurde diesmal direkt und unmissverständlich übermittelt.

Parallel bleibt die nukleare Option im Raum. Escobar und Mr. Z berichten übereinstimmend, dass Revolutionsführer Khamenei inzwischen grünes Licht für eine Anreicherung auf 90 Prozent gegeben habe – eine Entscheidung, die unter seinem Vorgänger und auch bisher unter ihm selbst nicht freigegeben war. Ob die technischen Teams diesen Schritt bereits umgesetzt haben, gilt als Staatsgeheimnis. Klar ist jedoch: Iran verfügt über das Know-how, um innerhalb von zwei Wochen waffenfähiges Material herzustellen und ggf. sogar zu einer Testexplosion zu gelangen. Ein Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) könnte im iranischen Parlament zudem rasch beschlossen werden, sobald die Führung das Signal gibt.

Während Trump über Munir einen diplomatischen Ausweg sucht, schießt Bessent weiter mit Maximaldruck. Die neuen Sanktionen werden im Globalen Süden und besonders in Peking jedoch weitgehend ignoriert oder belächelt. China, Irans wichtigster Handelspartner und strategischer Verbündeter (25-Jahres-Abkommen über 400 Milliarden Dollar, BRI, BRICS, SCO), hat bereits höflich, aber klar erklärt, unilaterale Sanktionen abzulehnen. Der Handel mit Iran läuft ohnehin zunehmend ohne US-Dollar und ist für amerikanische Kontrollmechanismen schwer nachzuverfolgen. Weitere Sanktionen gegen chinesische Banken oder Unternehmen würden das fragile diplomatische Fenster sofort schließen.

Escobar zieht ein nüchternes Fazit: Die Mission war bahnbrechend und ernst. Ein fragiler Pfad zurück an den Verhandlungstisch ist wieder geöffnet – der einzige realistische Off-Ramp, der den USA überhaupt noch zur Verfügung steht. Der Ball liegt jetzt eindeutig im Court der Trump-Administration. Reagiert der Präsident in den nächsten Tagen positiv – etwa mit Erwähnungen von Munir, Pakistan, dem MOU oder Verhandlungen auf Truth Social – könnte die Sache Beine bekommen. Andernfalls droht die nächste Eskalationsstufe. Die strategischen US-Ölreserven schrumpfen weiter, die UN-Generalversammlung steht bevor, die Midterms rücken näher. Die Uhr tickt, und Islamabad ist derzeit das Zentrum der Schwerkraft. Für Pepe Escobar ist dies nichts weniger als der „Last-Chance-Saloon“.

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