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Am Sonntag, dem 30. August 2026, haben US-Streitkräfte zwei iranische Stellungen auf der Insel Larak im strategisch entscheidenden Golf von Oman getroffen – unmittelbar an der Straße von Hormuz. Der Angriff, der erste öffentlich bestätigte US-Schlag gegen iranische Ziele seit Ende Juli, durchbrach eine fragile Phase relativer Zurückhaltung und löste innerhalb weniger Stunden eine iranische Vergeltung mit ballistischen Raketen gegen US-genutzte Basen in Jordanien aus. In einem Live-Gespräch mit dem Kanal Dialogue Works analysierte der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson die Ereignisse als Symptom fehlender amerikanischer Strategie und als Auftakt einer neuen Eskalationsrunde.
Die Insel Larak liegt nur wenige Kilometer von der iranischen Küste bei Bandar Abbas entfernt, direkt an einer der engsten und wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch die Straße von Hormuz fließt ein erheblicher Teil des globalen Öls. Die USA erklärten, iranische Revolutionsgarden (IRGC) hätten dort Raketenwerfer vorbereitet, um Seeminen in die Meerenge zu schießen. Ein US-Offizier bestätigte den Einsatz von Drohnen. Iranische Quellen berichteten von Toten und Verletzten unter Soldaten und Zivilisten und kündigten „Antwort und Strafe“ an.
Johnson glaubt den iranischen Ankündigungen. Teheran mache keine leeren Drohungen. Die Drohnen seien nach Berichten aus Jordanien gekommen; folglich werde Iran dort zuschlagen. Jordanien verfüge über zwei relevante Basen: Muwaffaq Salti (auch Al-Azraq) und King Hussein. Genau diese Ziele wurden in den Stunden nach dem US-Angriff mit mehreren Wellen ballistischer Raketen aus westiranischen Provinzen wie Teheran, Fars, Täbris, Kermanschah, Lorestan und Chorramabad beschossen. Mindestens ein Treffer auf Muwaffaq Salti wurde gemeldet. Luftabwehrsysteme – offenbar Patriot PAC-3 – feuerten Interzeptoren ab. Einige Raketen wurden abgefangen, andere nicht. Johnson hält die Bestände für weitgehend erschöpft: „Das ist die Champagnerflasche, die leer getrunken ist.“ Gegen manövrierfähige oder hypersonische Systeme wie die Fatah-Rakete seien Patriot, THAAD und Iron Dome ohnehin wenig wirksam. Iran nutze oft ältere Raketen zuerst, um die Abwehr zu binden, und schicke anschließend modernere Waffen nach.
Der Zeitpunkt sei politisch und wirtschaftlich brisant. Wochenlang hatten beide Seiten von Deeskalation gesprochen. US-Diplomaten sollten zurückkehren. Gleichzeitig räumten die Amerikaner offenbar Tankflugzeuge aus Katar ab – ein Hinweis, dass Schläge gegen Golfstaaten erwartet wurden. Johnson sieht darin keinen durchdachten Plan, sondern Tagesgeschäft: „Was machen wir heute? Lass uns eine Insel bombardieren.“ Washington unterschätze weiterhin Irans Bereitschaft und Fähigkeit, zurückzuschlagen.
Gleichzeitig versucht Präsident Trump, die Ölpreise mit einem angeblich historischen Abkommen über venezolanische Reserven zu senken. Johnson hat das auf sonar21.com als Illusion bezeichnet. Die Reserven liegen unter der Erde, das Öl ist schwer und zäh, die nötige Infrastruktur fehlt. ExxonMobil habe bereits früher Kosten von rund 100 Milliarden Dollar genannt und abgewinkt. Venezolanisches Schweröl löse zudem nicht den akuten Mangel an Diesel und Flugbenzin, der aus der Störung der Hormuz-Route resultiert. Der Angriff an einem Sonntag werde die Märkte am Montag zusätzlich nach oben treiben.
Die wirtschaftlichen Schäden in der Region sind bereits enorm. Qatar soll seit Kriegsbeginn im Februar 2026 ein BIP-Minus von 8 bis über 17 Prozent und massive Einbußen bei LNG verzeichnet haben, Kuwait rund 53 Prozent weniger Öl, Irak 63 Prozent, Saudi-Arabien 29 Prozent, die VAE 40 Prozent bei der Förderung. Die Golfstaaten wollen die Straße von Hormuz wieder öffnen; Iran verlangt dafür die Aufhebung der US-Blockade. Ein Treffen zum sogenannten Mekka-Pakt in Istanbul steht bevor.
Parallel dazu eskaliert Russland in der Ukraine: fast 80 Stunden ununterbrochene Drohnen- und Raketenangriffe auf Lagerhäuser, Stromnetze und zivile Infrastruktur. Supermärkte sind leer. Johnson sieht darin Putins Entschlossenheit und keine Bereitschaft zu einem Waffenstillstand. Die USA hätten weder in der Ukraine noch gegenüber Iran eine klare Strategie. Trump verdoppele Einsätze, während die wirtschaftlichen Schocks – Öl, Weizen, Diesel – an den Märkten ankommen.
Johnson erwartet weitere Tage oder eine Woche gegenseitiger Schläge, bis irgendwann wieder eine Pause oder Verhandlungen folgen. Iran werde jedes Mal hart antworten, wenn die USA zuschlagen. Ob die Raketen auch Israel oder US-Schiffe im Golf von Oman und Arabischen Meer treffen, war zum Zeitpunkt des Gesprächs noch unklar. Die Nacht war noch jung. Die Straße von Hormuz bleibt der neuralgische Punkt. Und die Frage, ob Washington aus sechs Monaten Krieg gelernt hat, beantwortet Johnson eindeutig: nein.