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Wegen der hartnäckigen Inflation und hoher Ölpreise hebt die Europäische Zentralbank den Einlagensatz auf den höchsten Stand seit anderthalb Jahren. Und schon im Dezember könnte die nächste Zinserhöhung folgen
Zur Eindämmung der hartnäckigen Inflation hebt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf den höchsten Stand seit rund anderthalb Jahren. Der für die Geldpolitik maßgebliche Einlagensatz wird um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent angehoben, wie der EZB-Rat am Donnerstag auf einer auswärtigen Sitzung in Berlin beschloss. Höher lag der Zins zuletzt im Februar 2025 mit 2,75 Prozent. Experten hatten mit der Anhebung gerechnet.
Die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde hatten die Zinsen bereits im Juni angehoben und damit auf die vom Iran-Konflikt angetriebene Teuerung im Euroraum reagiert. Nun straffen sie den geldpolitischen Kurs weiter. Die Inflationsrate war zuletzt auf 3,3 Prozent gestiegen und lag damit deutlich über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent.
Der EZB-Rat bleibt auf der Hut. „Der heutige Beschluss unterstreicht die Entschlossenheit des EZB-Rats, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert“, heißt es im Begleittext zum Zinsentscheid. Der Konflikt im Nahen Osten erzeuge weiterhin Inflationsdruck. Die Teuerung dürfte für längere Zeit deutlich über dem Zielwert bleiben.
An den Terminmärkten stellen sich Anleger bereits darauf ein, dass eine weitere Zinserhöhung im Dezember folgen könnte. Der Ölpreis war Mitte der Woche wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen. Anleger fürchten wegen der eskalierenden Angriffe im Nahen Osten eine Unterbrechung der Öllieferungen aus der Region.
Die EZB will verhindern, dass der Ölpreisschock das Preisgefüge im Euroraum nachhaltig verändert. Die stark gestiegenen Energiekosten für Verbraucher und Unternehmen bergen die Gefahr, dass eine Lohn-Preis-Spirale in Gang kommt und sich die hohe Inflation verfestigt. Bundesbankpräsident Joachim Nagel hatte zuletzt betont, dafür gebe es bislang keine Anzeichen. Er verwies auf das Abebben der sogenannten Kerninflation, bei der die stark schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden.