25 Jahre nach dem 11. September: Warum diese Fragen immer noch nicht aus der Welt sind

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Ein Vierteljahrhundert nach den Anschlägen von 2001 wird die Dokumentation „9/11: Decade of Deception“ erneut verbreitet. Sie versammelt die Argumente von Wissenschaftlern, Ingenieuren, Juristen und Hinterbliebenen, die eine neue unabhängige Untersuchung fordern. Im Mittelpunkt stehen der Einsturz von WTC 7, umstrittene Staubanalysen, Augenzeugenberichte und die politischen Folgen des 11. September.

Am 11. September 2026 jähren sich die tödlichsten Terroranschläge in der Geschichte der Vereinigten Staaten zum 25. Mal. Während sich die westlichen Medien auf die Gedenkveranstaltungen vorbereiten, ist die Dokumentation 9/11: Decade of Deception erneut in voller Länge in den sozialen Medien verfügbar. Der Journalist Dan Dicks hat den Film geteilt, der die Argumente der sogenannten Toronto Hearings zusammenfasst und die offizielle Darstellung der Anschläge grundsätzlich infrage stellt.

Für die Beteiligten geht es dabei nicht um eine abgeschlossene historische Debatte. Sie vertreten die Auffassung, dass wesentliche Fragen zu den Ereignissen vom 11. September 2001 bis heute nicht ausreichend beantwortet wurden und deshalb eine neue, unabhängige Untersuchung notwendig sei.

Vier Tage Anhörungen in Toronto

Zum zehnten Jahrestag der Anschläge versammelten sich an der Ryerson University in Toronto Dutzende Experten. Ingenieure, Chemiker, Physiker und Historiker präsentierten vier Tage lang ihre Erkenntnisse vor einem internationalen Gremium aus Richtern und Juristen. Zu den Teilnehmern gehörte auch Ferdinando Imposimato, Ehrenpräsident des italienischen Obersten Gerichtshofs, der sich auf höchster Ebene mit Terrorismusfällen befasst hatte.

Die Organisatoren verstanden die Anhörungen als systematische Präsentation und Bewertung von Beweismaterial. Ihr Ziel war es, die Grundlage für eine neue Untersuchung zu schaffen. Die Dokumentation 9/11: Decade of Deception fasst die wichtigsten Aussagen und Schlussfolgerungen dieser Veranstaltung zusammen.

Der Einsturz der drei WTC-Gebäude

Im Zentrum der Kritik stehen die Einstürze der beiden Türme des World Trade Centers und des 47-stöckigen Gebäudes WTC 7. Letzteres wurde nicht von einem Flugzeug getroffen, stürzte jedoch am Nachmittag des 11. September ebenfalls vollständig ein.

Experten, die an den Toronto Hearings teilnahmen, sehen darin Merkmale eines kontrollierten Abrisses. Sie verweisen auf den weitgehend symmetrischen Einsturz, eine Phase nahezu freien Falls über mehr als 30 Meter und die Staubwolke, die sie mit bekannten Gebäudesprengungen vergleichen. Zudem argumentieren sie, dass zuvor kein vergleichbares modernes Stahlhochhaus allein infolge eines Brandes eingestürzt sei, während dies am 11. September gleich dreimal geschehen sein soll.

Diese Beobachtungen bilden einen wesentlichen Teil ihrer Forderung nach einer erneuten Untersuchung. Die offizielle Erklärung führt die Einstürze dagegen auf die Folgen der Flugzeugeinschläge und der anschließenden Brände beziehungsweise, im Fall von WTC 7, auf brandbedingtes strukturelles Versagen zurück.

Die umstrittene Freifallphase von WTC 7

Besondere Bedeutung messen die Kritiker der messbaren Fallbeschleunigung von WTC 7 bei. Videoanalysen zeigen eine Phase von mehr als zwei Sekunden, in der das Gebäude mit einer Beschleunigung fiel, die der Erdbeschleunigung entsprach.

Nach Auffassung der an den Anhörungen beteiligten Experten ist dies nicht mit einem gewöhnlichen fortschreitenden Einsturz vereinbar. Sie argumentieren, dass die tragende Konstruktion während dieser Phase keinen nennenswerten Widerstand geleistet haben könne. Daraus leiten sie den Verdacht ab, dass tragende Elemente zuvor gezielt beseitigt worden seien.

Das National Institute of Standards and Technology (NIST), das die offizielle technische Untersuchung durchführte, erkannte die Freifallphase in seinem Bericht an. Die Kritiker werfen der Behörde jedoch vor, daraus nicht die aus ihrer Sicht notwendige Schlussfolgerung gezogen zu haben. Sie beanstanden außerdem, dass der Bericht keiner unabhängigen wissenschaftlichen Peer-Review unterzogen worden sei.

Thermit und Eisenkügelchen im Staub

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Untersuchung von Staubproben aus der Umgebung von Ground Zero. Wissenschaftler berichteten über eisenhaltige Mikrokügelchen, die nach ihrer Interpretation darauf hindeuten, dass das Metall zuvor geschmolzen war.

Darüber hinaus identifizierte ein Team unter Leitung des Chemikers Niels Harrit Material, dessen chemische Zusammensetzung nach Ansicht der Autoren mit Nanothermit übereinstimmt. Die Ergebnisse wurden 2009 im Open Chemical Physics Journal veröffentlicht.

Die beteiligten Forscher argumentieren, dass Temperaturen von mehr als 1500 Grad Celsius, wie sie zum Schmelzen von Stahl erforderlich sind, durch gewöhnliche Bürobrände nicht erreicht werden könnten. Sie sehen die Staubfunde deshalb als Hinweis auf zusätzliche, bislang nicht ausreichend untersuchte Vorgänge.

Die Interpretation dieser Ergebnisse ist wissenschaftlich umstritten. Insbesondere ist die Schlussfolgerung, dass die gefundenen Partikel den Einsatz von Spreng- oder Brandmitteln beweisen, nicht allgemein anerkannt. Für die Kritiker bleibt die Frage dennoch ein zentraler Bestandteil ihrer Forderung nach einer unabhängigen Überprüfung.

Augenzeugenberichte und der Kampf der Hinterbliebenen

Auch die Aussagen von Augenzeugen spielen in der Dokumentation eine wichtige Rolle. Mehr als 150 Feuerwehrleute, Polizisten, Journalisten und Passanten sollen am Tag der Anschläge von Explosionen in oder um die Türme berichtet haben.

Die Organisatoren der Toronto Hearings kritisieren, dass diese Aussagen in den offiziellen Untersuchungen nicht angemessen berücksichtigt worden seien. Im 585 Seiten umfassenden Bericht der 9/11-Kommission würden sie auf einen einzigen Satzausschnitt reduziert, während der NIST-Bericht nach ihrer Darstellung keinen Augenzeugenbericht über Explosionen erwähne.

Hinzu kommen die Erfahrungen von Hinterbliebenen. Lorie Van Auken, deren Mann im 105. Stock des Nordturms ums Leben kam, gehört zu den Angehörigen, die jahrelang für eine gründliche und unabhängige Untersuchung kämpften. Sie schildert, wie ihre Bemühungen durch das Weiße Haus, politische Ernennungen und eingeschränkte Ermittlungsbefugnisse behindert worden seien.

Für diese Angehörigen ist die Frage nach dem 11. September nicht nur eine technische oder politische Debatte, sondern eine persönliche Suche nach vollständiger Aufklärung.

Pentagon, Flug 93 und die Vorgeschichte der Anschläge

Die Toronto Hearings beschränkten sich nicht auf die Einstürze in New York. Die Redner befassten sich auch mit den Umständen des Angriffs auf das Pentagon, den Trümmerfunden beim Absturz von United-Airlines-Flug 93 in Pennsylvania sowie den historischen Verbindungen zwischen der CIA und Al-Qaida, die bis in den sowjetisch-afghanischen Krieg zurückreichen.

Darüber hinaus verwiesen sie auf strategische Planungen für militärische Interventionen im Nahen Osten, die bereits vor dem 11. September 2001 in amerikanischen Thinktanks wie dem Project for the New American Century diskutiert worden waren.

Die Anschläge schufen anschließend die politischen Voraussetzungen für weitreichende Entscheidungen: den Patriot Act, die Kriege in Afghanistan und im Irak sowie den dauerhaften Ausbau des amerikanischen Sicherheits- und Überwachungsapparats. Die Kritiker sehen darin einen Zusammenhang, der bei einer umfassenden Untersuchung ebenfalls berücksichtigt werden müsse.

Dass politische Akteure die Anschläge für bereits bestehende Ziele nutzten, beweist allerdings für sich genommen nicht, dass sie an deren Planung oder Durchführung beteiligt waren. Die Dokumentation stellt dennoch die Frage, welche Interessen von den Ereignissen profitierten und ob diese Zusammenhänge ausreichend untersucht wurden.

Warum die Debatte nach 25 Jahren weitergeht

Die erneute Verbreitung von 9/11: Decade of Deception ist für die Beteiligten mehr als ein Rückblick auf eine historische Kontroverse. Sie soll daran erinnern, dass Ingenieure, Wissenschaftler, Juristen und Hinterbliebene seit einem Vierteljahrhundert eine erneute Prüfung der Ereignisse verlangen.

Die Organisatoren der Toronto Hearings vertreten die Auffassung, dass ihre zentralen Fragen weder von Regierungen noch von Gerichten abschließend beantwortet worden seien. Sie fordern deshalb, die vorgelegten Argumente und Beweismittel unabhängig zu untersuchen, statt die Debatte allein mit dem Verweis auf bereits veröffentlichte Berichte für beendet zu erklären.

Die entscheidende Frage lautet damit nicht, ob jede Behauptung der Dokumentation zutrifft. Sie lautet, ob die vorgebrachten Einwände einer erneuten, transparenten und wissenschaftlich nachvollziehbaren Prüfung standhalten – und ob eine solche Prüfung 25 Jahre nach den Anschlägen noch möglich und notwendig ist.

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