Altersvorsorge: Der Preiskampf ums Vorsorgedepot eskaliert

Der Preiskampf ums neue Altersvorsorgedepot nimmt Fahrt auf. Die Deka verlangt für ihr Standardprodukt nur 0,1 Prozent im Jahr und fordert damit Neobroker und Banken heraus. Für Sparer ist das eine gute Nachricht

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Der Preiskampf ums neue Altersvorsorgedepot nimmt Fahrt auf. Die Deka verlangt für ihr Standardprodukt nur 0,1 Prozent im Jahr und fordert damit Neobroker und Banken heraus. Für Sparer ist das eine gute Nachricht

Beim neuen Altersvorsorgedepot (AVD) werden Anleger von einem beispiellosen Preiskampf profitieren. Deka, der Fondsdienstleister der Sparkassen, wird ein Standardprodukt zum Preis von 0,1 Prozent des Depotwerts im Jahr anbieten.

Von 1000 Euro geht somit jährlich nur 1 Euro für Depot- und Zulagenverwaltung sowie Produktkosten an die Deka. „Wir sind sehr günstig und wettbewerbsfähig aufgestellt“, betonte Deka-Vertriebschef Dirk Peters bei der Vorstellung. Um das Angebot nutzen zu können, müssen Anleger allerdings Kunde einer Sparkasse sein oder werden. Das Sparkassenlager setzt somit Neobroker wie auch etablierte Filial- und Digitalbanken unter Druck.

Den Preiskampf hatte der Neobroker Scalable Capital mit einem kostenfreien Depot eröffnet. Für die eingesetzten Fonds sollen aber Kosten von bis zu 0,15 Prozent anfallen. Smartbroker will ebenfalls ein kostenfreies Depot anbieten und erstattet für drei Jahre die Kosten der enthaltenen ETFs. Wer sich den Rabatt dauerhaft sichern möchte, muss mindestens 15-mal im Jahr ein Wertpapier handeln. Der Anbieter Trade Republic wollte auf Anfrage noch keine Konditionen nennen.

Anbieter unterbieten den Kostendeckel beim Altersvorsorgedepot deutlich

Das bereits in Kraft getretene Gesetz für das neue Altersvorsorgedepot, das ab dem Jahreswechsel eingerichtet werden kann und die staatlich geförderte private Altersvorsorge neu aufstellen wird, deckelt die Kosten für das Standardprodukt bei einem Prozent. Offenbar nutzt die Branche die Reform des Riester-Sparens, um neue Kunden zu gewinnen – und will diese später in margenstärkere Produkte wie Fonds, Derivate oder Kryptoanlagen locken.

Ein günstiges Angebot verspricht auch Union Investment, der Fondsanbieter der genossenschaftlichen Banken. Der größte Riester-Anbieter will beim Standarddepot „Uni-Vorsorge Basis“ nach eigenen Angaben deutlich unter dem gesetzlichen Kostendeckel bleiben. Etablierte Direktbanken wie ING, Comdirect und DKB hatten bis Redaktionsschluss noch keine Konditionen bekannt gegeben.

Gleiches gilt für Filialbanken wie Deutsche Bank und Commerzbank. Deka wird neben dem Standardprodukt, das aus zwei ETFs bestehen soll, ein aktiv verwaltetes „Individualprodukt“ aus drei Fonds anbieten – zu Kosten von ein bis 1,5 Prozent.

Erschienen in Capital Nr. 10/2026

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