Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter

Eine dringliche Mail der Deutschen Bahn sorgt bei Bahncard-Kunden für Verunsicherung: Bis zum 18. September sollen sie ihre Konten umziehen. Was hinter der Umstellung steckt
Die erste Aufforderung verschickte die Deutsche Bahn Anfang August. „Wichtige Informationen zu ihrer digitalen BahnCard Business 25 oder 50“ hieß es da im Mailbetreff. Und gleich der erste Satz ließ hochschrecken. „Ihre BahnCard Business zieht um!“ Das klang nach Umzugsstress, neuen Passwörtern, komplizierten Transaktionen und langen Warteschleifen in den chronisch überlasteten Hotlines und Kundencentern der Deutschen Bahn.
Also erstmal wegdrücken. Doch nun poppte Anfang September die Erinnerung auf, noch dazu mit einer Galgenfrist. Nur noch bis zum 18. September sei es möglich, Konten zu übertragen. Eine Woche bleibt also noch. Doch wer jetzt die Nerven verliert, der sei hiermit beruhigt. Die Bahn hat sich bloß im Ton vergriffen. Warum, folgt hier:
Fast niemand, sagt die Bahn. Denn lediglich ein paar Tausend Menschen haben beides: Eine private Bahncard und zusätzlich eine BahnCard Business und damit auch zwei Kundenkonten. Genaue Zahlen verrät die DB nicht. Nur so viel: Lediglich ein bis vier Prozent der insgesamt 4,7 Millionen BahnCard-Inhaber besitzen eine Bahncard Business – also zwischen 47.000 und höchstens 188.000 Menschen. Und nur diese sind mit dieser Mail überhaupt gemeint. Sie müssen sich entscheiden, auf welchem Konto sie künftig ihre BahnBonus-Punkte sammeln.
Bisher konnten Punkte, die auf einem geschäftlichen und einem privaten BahnBonus-Konto gesammelt wurden, nachträglich zusammengeführt werden. Das Hin- und Her-Übertragen von Bonuspunkten ist ab 18. September nicht mehr möglich. Die Bahn spricht von einer „technisch bedingten Umstellung“.
Ja, sofern der Arbeitgeber das erlaubt. Wer private und geschäftliche Punkte gemeinsam nutzen möchte, sollte sie künftig direkt auf demselben Konto sammeln. Wer die dienstlich gesammelten Punkte privat für Freifahrten oder Prämien nutzt, muss sie auch nicht versteuern. Das übernimmt mit Bahn mit einer Pauschalversteuerung.
Auch hier: kein Punkte-Drama. Das Geschäftskonto wird beim Ausscheiden in ein privates Konto umgewandelt. Punkte und ein erreichter Status bleiben erhalten.
Das bleibt das Kuriose an der Sache. Die Bahn verschickt eine „wichtige Information“ mit Frist – und erklärt auf Nachfrage, für die „absolute Mehrheit“ ändere sich gar nichts. Selbst der Fahrgastverband Pro Bahn nennt die Änderung lediglich eine „kleinere Verschlechterung“. Die Bahn sollte daraus eine Lehre ziehen: kurz nachdenken, bevor hunderttausend Menschen unnötig in Aufregung versetzt werden. Oder einfach mal jemand gegenlesen lassen. Denn für Aufregung sorgt die Bahn ohnehin schon genug.