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Eine ungewöhnlich breite Gruppe aus Ärzten, Wissenschaftlern, Spitzensportlern, Schauspielern und anderen bekannten Persönlichkeiten fordert eine umfassende und unabhängige Untersuchung möglicher Schäden durch Covid-19-Impfstoffe. Ihr Appell richtet sich direkt an den britischen Premierminister.
Initiiert wurde der offene Brief vom britischen Kardiologen Dr. Aseem Malhotra, einem der bekanntesten Kritiker der bisherigen Covid-Impfpolitik. Die zentrale Forderung der Unterzeichner ist dabei bemerkenswert nüchtern: Die Regierung soll ihre Schlussfolgerungen nicht einfach übernehmen, sondern dafür sorgen, dass die vorgebrachten Hinweise und Daten unabhängig, transparent und ergebnisoffen geprüft werden.
„Sollten sich unsere Bedenken als unbegründet erweisen, muss eine gründliche Untersuchung dies nachweisen. Sind sie jedoch berechtigt, hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf, dies zu erfahren“, lautet die zentrale Botschaft des Briefes.
Die Liste der Unterstützer reicht weit über die Medizin hinaus. Hollywood-Schauspieler Woody Harrelson, bekannt aus No Country for Old Men und der Serie Cheers, gehört zu den Unterzeichnern. Ebenso die ehemaligen Wimbledon-Sieger Pat Cash, Champion von 1987, und Peter Fleming.
Auch die Filmemacherin Gurinder Chadha, der ehemalige Cricket-Nationalspieler Dimitri Mascarenhas und Schauspieler Rob Schneider haben unterschrieben.
Besonders relevant ist jedoch die medizinische Unterstützung: Mehr als 20 Ärzte, medizinische Organisationen und Professoren stehen hinter dem Schreiben. Darunter befinden sich der Onkologe Professor Angus Dalgleish von der University of London sowie der Mikrobiologe Professor David Livermore von der University of East Anglia.
Die Forderung lautet nicht, bereits feststehende Schäden zu verkünden, sondern die vorhandenen Hinweise unabhängig untersuchen zu lassen.
Malhotra kritisiert seit Jahren den seiner Ansicht nach zu großen Einfluss der Pharmaindustrie auf medizinische Forschung, Arzneimittelbehörden und politische Entscheidungen.
Anfang dieses Jahres brachte er seine Bedenken bei einer offiziellen Anhörung des US-Senats vor. Auch Professor Dalgleish nahm daran teil. Für die Initiatoren ist es bezeichnend, dass britische Mediziner ihre Bedenken in Washington vortragen, während sie sich von der britischen Politik nicht ausreichend gehört fühlen.
Die Unterzeichner gehen noch weiter: Ihrer Ansicht nach erschwert der Einfluss der Pharmaindustrie eine wirklich unabhängige Untersuchung.
Damit steht eine grundsätzliche Frage im Raum: Kann ein System seine eigenen Entscheidungen glaubwürdig untersuchen, wenn Behörden, Politik, Wissenschaft und Hersteller über Finanzierung, Regulierung und institutionelle Beziehungen eng miteinander verflochten sind?
Die Verfasser beklagen jedenfalls, dass Ärzte und Professoren ihre Einwände über offizielle Kanäle vorgebracht hätten, diese jedoch nicht angemessen berücksichtigt worden seien.
Dass Covid-Impfstoffe Nebenwirkungen verursachen können, ist keine Spekulation. Bestimmte Risiken sind von Arzneimittelbehörden offiziell anerkannt.
Die britische Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) weist auf den Zusammenhang zwischen mRNA-Impfstoffen und seltenen Fällen von Myokarditis und Perikarditis, also Entzündungen des Herzmuskels beziehungsweise Herzbeutels, hin. Beim AstraZeneca-Impfstoff wurde zudem das seltene Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom als schwerwiegende Nebenwirkung identifiziert.
Der Streit dreht sich deshalb weniger darum, ob Impfnebenwirkungen existieren, sondern darum, ob deren tatsächliches Ausmaß vollständig erfasst wurde.
Genau hier setzen die Unterzeichner an. Sie verlangen, Covid-Impfungen bei der Untersuchung der anhaltenden Übersterblichkeit und der Zunahme langfristiger Erkrankungen im Vereinigten Königreich als möglichen Faktor nicht von vornherein auszuschließen.
Dabei behaupten sie ausdrücklich nicht, Impfungen seien zwangsläufig die alleinige Ursache. Auch andere mögliche Faktoren müssten untersucht werden: Covid-19 selbst, während der Pandemie verschobene oder ausgefallene Behandlungen im NHS sowie mögliche gesundheitliche Folgen der Lockdowns.
Ihre Forderung lautet schlicht: Wenn sämtliche Ursachen untersucht werden, müssen auch mögliche Impfstofffolgen Teil dieser Untersuchung sein.
Besonders scharf fällt die Kritik an der offiziellen britischen Covid-19 Inquiry unter Leitung von Baroness Heather Hallett aus.
Vier der Hauptunterzeichner wurden nach eigenen Angaben eingeladen, Beweismaterial zu Impfstoffen und Behandlungsmethoden vorzulegen. Sie werfen der Untersuchung jedoch vor, ihre Beiträge anschließend nicht ausreichend geprüft beziehungsweise berücksichtigt zu haben.
„Ärzte und Wissenschaftler einzuladen, um auszusagen, und es anschließend zu versäumen, umstrittene Beweise angemessen zu prüfen, trägt wenig zur Wiederherstellung des Vertrauens bei“, heißt es in dem Schreiben.
Damit geht es längst nicht mehr ausschließlich um medizinische Detailfragen. Es geht um das Vertrauen in jene Institutionen, die Entscheidungen aus der Pandemiezeit heute untersuchen sollen.
Die britischen Behörden weisen die Kritik zurück beziehungsweise halten an ihrer bisherigen Sicherheitsbewertung fest.
Die MHRA erklärt, Covid-Impfstoffe seien erst nach einer gründlichen Bewertung von Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit zugelassen worden. Bekannte und mögliche Nebenwirkungen würden weiterhin überwacht.
Auch das britische Gesundheitsministerium verweist auf die bisherige Arbeit der Covid-Untersuchung. Ein Sprecher erklärte, die Impfstoffe hätten vor ihrer Einführung „rigorose Tests“ durchlaufen.
Damit beantworten die Behörden allerdings nicht automatisch die eigentliche Forderung des offenen Briefes: Wie umfassend wurden mögliche mittel- und langfristige Schäden untersucht, und welche Rolle könnten Impfungen bei später beobachteten Erkrankungen oder der Übersterblichkeit gespielt haben?
Gerade an diesem Punkt treffen zwei grundsätzlich unterschiedliche Bewertungen aufeinander. Behörden verweisen auf Zulassungsdaten, Pharmakovigilanz und die insgesamt positive Nutzen-Risiko-Bewertung der Impfprogramme. Die Unterzeichner halten dagegen, dass dies eine neue, unabhängige Untersuchung möglicher Schäden nicht überflüssig mache.
Der offene Brief verlangt letztlich etwas, das eigentlich selbstverständlich erscheinen müsste: prüfen statt voraussetzen.
Sollten sich die Befürchtungen als unbegründet herausstellen, könnte eine transparente Untersuchung gerade dazu beitragen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Sollten dagegen bislang unterschätzte Risiken sichtbar werden, hätte die Öffentlichkeit ebenso ein Recht darauf, davon zu erfahren.
Genau deshalb dürfte die Debatte nicht mit dem Hinweis beendet werden, die Impfstoffe seien bereits geprüft worden. Wissenschaftliche Erkenntnis ist kein abgeschlossener Vorgang – insbesondere dann nicht, wenn Milliarden Dosen verabreicht wurden und Jahre an zusätzlichen Gesundheitsdaten inzwischen ausgewertet werden können.
Das zunehmende Misstrauen lässt sich jedenfalls nicht allein mit weiteren Versicherungen beseitigen. Wer überzeugt ist, dass die Nutzen-Risiko-Bewertung der Covid-Impfstoffe einer kritischen Überprüfung standhält, sollte eine unabhängige und transparente Untersuchung nicht fürchten müssen.