Bombe aus Russland mit Gold-Prognose : Bürger könnten Dollar und Euro gegen das Edelmetall tauschen

Beitrag teilen

Während im Westen digitales Geld, Stablecoins und digitale Zentralbankwährungen immer stärker in den Mittelpunkt rücken, zeichnet sich in Russland eine bemerkenswerte Gegenbewegung ab: Gold soll für die Bevölkerung zunehmend jene Rolle übernehmen, die seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Dollar und andere Fremdwährungen als sicherer Wertspeicher gespielt haben.

Diese Einschätzung kommt nicht von einem Goldhändler oder privaten Analysten, sondern direkt aus dem russischen Finanzministerium.

Der stellvertretende Finanzminister Alexej Moisejew erklärte am Mittwoch auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok, er erwarte einen grundlegenden Wandel beim Sparverhalten der russischen Bevölkerung.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion sei Bargeld in ausländischen Währungen für viele Russen eine der konservativsten Formen der Vermögenssicherung gewesen. Genau dieses Verhalten könnte sich nun verändern.

„Ich denke, wir werden einen Prozess erleben, bei dem die für Russland traditionellen Sparformen nach dem Zusammenbruch der UdSSR – insbesondere Bargeld in Fremdwährungen – zunehmend durch Ersparnisse in Gold ersetzt werden“, sagte Moisejew.

Moisejew erklärte, dass gerade aus diesem Wechsel heraus der stärkste zusätzliche Goldbedarf entstehen dürfte. Seine Prognose ist bemerkenswert: „Ich erwarte, dass die Nachfrage der Bevölkerung hier exponentiell wachsen wird.“

Dass dies bereits mehr als Theorie ist, zeigen weitere Aussagen Moisejews vom selben Tag. Russische Bürger kaufen demnach verstärkt physische Goldbarren. Besonders gefragt seien inzwischen kleinere Einheiten um 100 Gramm. Parallel entwickelt Russland goldgedeckte digitale Finanzanlagen, über die noch kleinere Mengen bis hinunter zu einem Gramm erworben werden können.

Damit zeichnet sich eine interessante Verschiebung ab: Weg von der jahrzehntelangen Vorstellung, dass Dollar oder Euro außerhalb des russischen Bankensystems die ultimative finanzielle Rückversicherung darstellen, hin zu einem Vermögenswert, der weder das Zahlungsversprechen einer ausländischen Regierung noch die Zahlungsfähigkeit einer Bank voraussetzt.

Der Zeitpunkt dieser Aussagen ist besonders auffällig. Erst am 1. September verlängerte die russische Zentralbank die seit 2022 geltenden Beschränkungen für Bargeldabhebungen in Dollar, Euro, Pfund und Yen erneut bis März 2027. Begründet wird dies mit westlichen Sanktionen, durch die russische Finanzinstitute weiterhin Schwierigkeiten haben, Bargeld dieser Währungen zu beschaffen.

Gold bekommt damit in Russland auch eine geopolitische Dimension.

Die Sanktionen seit 2022 haben Moskau drastisch vor Augen geführt, dass ausländische Währungsreserven und internationale Finanzanlagen politischen Entscheidungen anderer Staaten unterliegen können. Physisches Gold besitzt dagegen keinen Emittenten. Ein Goldbarren kann nicht durch die Zahlungsunfähigkeit einer Bank wertlos werden und lässt sich nicht einfach durch die Entscheidung einer ausländischen Zentralbank entwerten.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Gold risikolos wäre. Der Preis kann erheblich schwanken, physisches Gold verursacht Kauf- und Verkaufsspannen sowie gegebenenfalls Lagerkosten und bringt weder Zinsen noch laufende Erträge.

Doch Moisejew glaubt offenbar, dass der langfristige Aufwärtstrend noch längst nicht beendet ist. Unter Berufung auf eine Untersuchung der Plechanow-Wirtschaftsuniversität sprach er sogar von einem möglichen zukünftigen Goldpreis von bis zu 35.000 Dollar je Feinunze. Das ist keine offizielle Preisprognose der russischen Regierung und sollte entsprechend vorsichtig behandelt werden. Für Moisejew zeigt allein die Existenz solcher Szenarien jedoch, dass die Goldhausse seiner Ansicht nach erst am Anfang steht.

Die politische Botschaft hinter seinen Aussagen ist kaum zu übersehen: Russlands Bürger sollen ihre finanzielle Sicherheit zunehmend nicht mehr in westlichen Papierwährungen suchen, sondern in Gold.

Damit findet die seit Jahren betriebene Abkehr Russlands von der westlich dominierten Finanzordnung zunehmend auch auf der Ebene der privaten Ersparnisse statt.

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.