Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter

Neue Aufmerksamkeit erhält die Debatte über Covid-Impfungen während der Schwangerschaft. Auslöser sind veröffentlichte Nachrichten des ehemaligen NIAID-Direktors Anthony Fauci sowie Aussagen der US-Gynäkologin Kimberly Biss, die in ihrer Praxis nach Einführung der Impfungen einen drastischen Anstieg von Fehlgeburten beobachtet haben will. Die entsprechenden Nachrichten Faucis wurden von den US-Senatoren Ron Johnson und Rand Paul öffentlich gemacht.
Am 25. Januar 2021 schrieb Fauci in einem Gruppenchat mit der damaligen CDC-Direktorin Rochelle Walensky und dem damaligen Surgeon General Vivek Murthy über mögliche Risiken der Covid-Impfung während der Schwangerschaft.
Fauci brachte dabei die Frage auf, ob das nach der zweiten Impfdosis bei vielen Menschen auftretende Fieber theoretisch mit Fehlgeburten im ersten Schwangerschaftsdrittel in Verbindung stehen könnte. Walensky bezeichnete den Hinweis als einen „guten Punkt“. Murthy äußerte dem Bericht zufolge zudem Bedenken hinsichtlich der Frage, ob mRNA möglicherweise den Fötus erreichen könnte.
Nur etwa eine Woche später erklärte Fauci öffentlich, es gebe bei schwangeren Frauen „keine Warnsignale“. In den internen Gesprächen wurde unterdessen diskutiert, Frauen nach der Impfung Paracetamol zur Behandlung von Fieber zu empfehlen.
Besonders schwer wiegen die Beobachtungen der Gynäkologin Kimberly Biss aus der Region Tampa Bay in Florida. Bereits 2022 veröffentlichte sie Daten aus ihrer eigenen Praxis.
Nach ihren Angaben lag die Fehlgeburtsrate während des gesamten Jahres 2020, also noch vor Einführung der Covid-Impfungen, relativ stabil bei durchschnittlich etwa vier Prozent pro Monat. Gleichzeitig habe ihre Praxis in diesem Jahr sogar einen Höchststand bei Schwangerschaften und Geburten verzeichnet.
Nachdem nach Angaben von Biss rund 65 Prozent ihrer schwangeren Patientinnen geimpft worden waren – etwa 80 Prozent davon mit dem Impfstoff von Pfizer –, hätten sich die Zahlen deutlich verändert.
2021 sei die durchschnittliche Fehlgeburtsrate auf rund acht Prozent pro Monat gestiegen. 2022 habe sie bereits bei 15 bis 16 Prozent gelegen. Anfang 2023 seien schließlich rund 30 Prozent erreicht worden.
„Solche Zahlen habe ich in all meinen Jahren als Ärztin noch nie gesehen“, erklärte Biss in einem Video der Independent Medical Alliance.
Biss berichtet darüber hinaus von einem deutlichen Anstieg schwerer Schwangerschaftskomplikationen. Dazu zählt sie Präeklampsie sowie schwere Blutungen nach der Entbindung. Bluttransfusionen seien deshalb in ihrer Praxis wesentlich häufiger notwendig geworden als vor 2021.
Kritik richtet sich auch gegen die Datengrundlage, auf deren Basis die mRNA-Impfstoffe während der Schwangerschaft empfohlen wurden.
Schwangere Frauen waren ursprünglich nicht Teil der klinischen Pfizer-Studie. Allerdings wurden während der Studie 144 Teilnehmerinnen schwanger. Von ihnen verloren laut dem Bericht 17 ihr Kind. Der Artikel stellt dieser Zahl eine normale Fehlgeburtsrate von fünf bis sechs Prozent im ersten Trimester gegenüber.
In einem Pfizer-Bericht wurden außerdem 32 von insgesamt 270 gemeldeten schwangeren Patientinnen weiterverfolgt. Von diesen 32 verloren demnach 26 ihr Baby.
Eine zentrale Rolle in der damaligen Sicherheitsdebatte spielte zudem eine im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte Untersuchung mit 827 geimpften Schwangeren.
Kritiker verweisen hierbei auf ein methodisches Problem: Mindestens 700 der untersuchten Frauen seien erst in einer späteren Phase ihrer Schwangerschaft geimpft worden. Fehlgeburten im ersten Trimester konnten bei diesen Frauen damit zwangsläufig nicht mehr erfasst werden. Die in der Studie genannte Fehlgeburtsrate von 12,6 Prozent konnte deshalb nach Ansicht der Kritiker nur eingeschränkt zur Beurteilung des Risikos einer Impfung im frühen Stadium der Schwangerschaft herangezogen werden.
Auch die Rolle des American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) geriet später in die Kritik. Der einflussreiche US-Berufsverband startete im April 2021 eine Impfkampagne, die sich ausdrücklich an schwangere Frauen richtete.
Durch eine Anfrage nach dem US-amerikanischen Informationsfreiheitsgesetz FOIA wurde später bekannt, dass ACOG dafür insgesamt elf Millionen Dollar erhalten hatte. Das Geld war über eine entsprechende Konstruktion vom US-Gesundheitsministerium weitergeleitet worden.
ACOG empfiehlt die Covid-Impfung weiterhin für schwangere Frauen.
Die inzwischen veröffentlichten Informationen haben die Diskussion darüber neu entfacht, ob bei der Empfehlung der Covid-Impfungen für Schwangere das medizinische Vorsorgeprinzip ausreichend berücksichtigt wurde.
Kritische Ärzte argumentieren seit Jahren, dass ein neues Medikament vor einer breiten Empfehlung für Schwangere besonders umfassend untersucht werden müsse. Dabei müssten mögliche Auswirkungen auf die Mutter, das ungeborene Kind und die zukünftige Fruchtbarkeit berücksichtigt werden.
Biss vertritt die Auffassung, dass diese Vorsichtsmaßnahmen bei den Covid-Impfstoffen nicht ausreichend eingehalten worden seien.
Ihren Patientinnen empfiehlt sie inzwischen vor allem klassische präventive Maßnahmen: eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung, regelmäßige Bewegung, eine gesunde Ernährung und bei Atemwegsinfektionen gegebenenfalls eine frühzeitige Behandlung.
Inzwischen hat die US-Regierung mRNA-Impfstoffe aus dem Impfplan für Kinder und Schwangere gestrichen. Eine formelle Rechenschaftslegung der damals beteiligten Beamten steht nach Darstellung der Kritiker jedoch weiterhin aus.
Auch in den Niederlanden gibt es entsprechende Berichte. Dort werde die Diskussion bislang kaum geführt, während gleichzeitig eine neue Impfrunde gestartet worden sei.
Der pensionierte Geburtshelfer Jan Koning erklärte, die Zahl der Fehlgeburten liege inzwischen „um mehrere zehn Prozent höher als vor der Corona-Zeit“.
Koning verweist zudem auf ein weiteres Problem bei der Beurteilung der Entwicklung: Das niederländische Perined-System, das unter anderem Daten rund um Schwangerschaft und Geburt erfasst, sei während der Corona-Jahre außer Betrieb gewesen.
Damit fehlen ausgerechnet für einen entscheidenden Zeitraum Daten, die für die Beurteilung der Entwicklung der Fehlgeburtenzahlen von besonderer Bedeutung wären.