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Dax-Konzern: Merck übernimmt US-Laborausrüster für 10 Mrd. Euro

Der Pharma- und Technologiekonzern stemmt unter seinem neuen Chef Kai Beckmann die nächste Übernahme. Der Milliardendeal soll Merck im Laborgeschäft mit Pharmakunden und Forschern voranbringen

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Der Pharma- und Technologiekonzern stemmt unter seinem neuen Chef Kai Beckmann die nächste Übernahme. Der Milliardendeal soll Merck im Laborgeschäft mit Pharmakunden und Forschern voranbringen

Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck baut sein Geschäft mit Laborausrüstung durch eine Milliardenübernahme in den USA aus. Der Dax-Konzern übernimmt den Anbieter von Life-Science-Werkzeugen und Analysetechnologien Bio-Techne mit Sitz in Minneapolis für knapp 10 Mrd. Euro, wie Merck mitteilte. Mit dem geplanten Zukauf will Merck seine Laborsparte in wachstumsstarken Bereichen wie Zell- und Gentherapien sowie in der Präzisionsdiagnostik stärken. „Merck kauft sich hier Innovationskraft ein“, sagte Life-Science-Chef Jean-Charles Wirth am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

Demnach bekommen die Aktionäre von Bio-Techne 73 US-Dollar je Aktie in bar, ein Aufschlag von 24 Prozent auf den Schlusskurs vom Mittwoch. Das entspricht einem Unternehmenswert von rund 11,3 Mrd. Dollar oder rund 9,9 Mrd. Euro. Die geplante Übernahme sei vom Management beider Unternehmen bereits genehmigt und soll Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein. Aufsichtsbehörden sowie die Aktionäre von Bio-Techne müssen noch zustimmen. 

Bio-Techne-Aktien sprangen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um fast 22 Prozent in die Höhe. Die Papiere von Merck stiegen vorübergehend um 1,7 Prozent auf ein Jahreshoch von 142,55 Euro.

Die Übernahme werde zwei führende und sich stark ergänzende Life-Science-Unternehmen vereinen, betonte Merck. Der neue Vorstandschef Kai Beckmann sprach von einem „Meilenstein“. Bio-Techne passe hervorragend zur strategischen Ausrichtung von Merck, die darauf ziele, „hochmoderne Produkte und Lösungen für die gesamte Life-Science-Wertschöpfungskette anzubieten – von Forschungslaboren bis hin zu Kunden in der Biotech- und Pharmaindustrie“.

Bio-Techne erzielte den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von mehr als 1,2 Mrd. Dollar und beschäftigt weltweit rund 3000 Menschen. Das Unternehmen bringe mehr als 6000 Proteine und 5000 Antikörper in das Portfolio ein und stärke Merck besonders in der biologischen Forschung, sagte Spartenchef Wirth. Merck setzte 2025 21,1 Mrd. Euro um – 42 Prozent fielen davon im Life-Science-Geschäft an, das Produkte für die Pharmaforschung und Arzneimittelherstellung anbietet.

Größte Merck-Übernahme seit Jahren

Die angepeilte Übernahme ist nicht der erste Zukauf von Merck im wichtigen US-Markt, wo die Darmstädter 2025 rund ein Viertel ihres globalen Umsatzes erzielten. Die letzte große Übernahme in Amerika hatte Merck erst im vergangenen Sommer mit dem Kauf des Krebsspezialisten Springwork Therapeutics für rund 3,4 Mrd. Dollar gestemmt. 

Der Kauf markiert den ersten großen strategischen Schritt des neuen Merck-Chefs. Beckmann übernahm die Führung des Darmstädter Konzerns im Mai von seiner Vorgängerin Belén Garijo, die an die Spitze von Sanofi gewechselt war. Dass Merck nach der Übernahme des Krebsspezialisten SpringWorks Therapeutics im vergangenen Jahr nun erneut in den USA zukauft, sei keine Abkehr von Europa. „Wann immer es ein attraktives Ziel in einer Region gibt, greifen wir zu“, sagte Beckmann auf Nachfrage und verwies auf frühere Zukäufe in Frankreich und Südkorea. Die USA böten jedoch besonders attraktive Möglichkeiten. „Die weitere Stärkung unserer Präsenz in den USA für einen sehr attraktiven Endmarkt ist ein Element unserer strategischen Überlegungen“, erklärte der Manager.

Größte Übernahme in der Konzerngeschichte war der Kauf des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich 2015 für 17 Mrd. Dollar, zudem kaufte Merck 2019 den amerikanischen Halbleiter-Spezialisten Versum für 6,5 Mrd. Dollar.

Finanziert werden soll die Übernahme durch Barmittel und neue Kredite. Merck erwartet jährliche Kostensynergien von rund 140 Mio. Euro. Zudem soll die Übernahme unmittelbar nach Abschluss die operative Marge steigern.

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