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Rath checkt ein: VIP-Gefühl für alle: Der „Breidenbacher Hof“ in Düsseldorf

Unser Hotelexperte Carsten K. Rath besucht diesmal eines der besten Häuser Deutschlands und erlebt dort das, was man „Ultra-Luxus“ nennt. Dazu passt die neue VIP-Lounge am Flughafen

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Unser Hotelexperte Carsten K. Rath besucht diesmal eines der besten Häuser Deutschlands und erlebt dort das, was man „Ultra-Luxus“ nennt. Dazu passt die neue VIP-Lounge am Flughafen

Für einen Sehr-Viel-Reisenden wie mich sind Flughäfen wie ein zweites, oft sehr zweckmäßig ausgestattetes Wohnzimmer. Ganz anders: die im Februar eröffnete neue VIP-Lounge am Flughafen Düsseldorf. Dort fühlt man sich wie in den eigenen vier Wänden – oder noch viel besser – und der Urlaub verlängert sich vom Check-out im Hotel bis zum Boarding um ein paar angenehme Stunden.

Die Lounge besitzt eine eigene Sicherheitskontrolle, ohne Warteschlangen, und auch den Check-in übernehmen dortige Mitarbeiter. Das Beste: Ich kann mich im Range Rover direkt ans Flugzeug fahren lassen und darf wählen, als Erster oder Letzter einzusteigen. Kurz glaube ich, wirklich eine very important person zu sein.

Noble Lounge mit Luxus-Preis

Ebenfalls erwähnen muss man das gastronomische Angebot, denn das bewegt sich auf dem Niveau eines ausgezeichneten Restaurants. Ob zweites Frühstück (leckere Smoothies, gesunde Bowls und Bio-Rührei), gemischte Antipasti oder ein herzhaftes Hähnchen-Curry zum Mittag- oder Abendessen – in der Loungeküche ist Qualität Trumpf. Köstlich: der knusprige Apfelstrudel mit Äpfeln aus der Region und Vanillesoße. 

Auch ein Glas Champagner ist im Eintrittspreis inbegriffen, ebenso wie die große Auswahl an nationalen und internationalen Tageszeitungen sowie ein pfeilschnelles WLAN für Videocalls. Wer mehr Privatsphäre benötigt, der zieht sich in eine der beiden geräumigen Suiten zurück, die jedoch separat gebucht werden müssen. Ab Juli stehen vier weitere Suiten zur Verfügung und auch ein Konferenzraum ist geplant.

So viel Service und Komfort haben, Sie werden es sich denken, ihren Preis, und zwar 531 Euro pro Person für zwei Stunden. Weitere Gäste dürfen das VIP-Gefühl etwas günstiger genießen. Ja, das ist viel Geld für eine Flughafen-Lounge, doch dafür bewegt sich das Angebot auf dem Level eines Luxushotels. Selbst die Damen und Herren an der Zollkontrolle sind äußerst zuvorkommend.

Eine deutsche Hotel-Legende

Wichtig und wertgeschätzt sollen sich auch die Gäste des „Breidenbacher Hofs“ in der Rheinmetropole fühlen. Managing Director Cyrus Heydarian möchte zu diesem Zweck möglichst viel Freiraum schaffen. Der wichtigste Unterschied: Es gibt keine festen Zeiten für Check-in und Check-out, es muss sich niemand dem Rhythmus des Hotelbetriebs anpassen. Der zusätzliche administrative Aufwand dürfte enorm sein, doch dafür erhält der Gast seine Selbstbestimmung zurück, fühlt sich frei(er).

Ähnliches habe ich nur im „Nautilus“-Resort auf den Malediven erlebt, wo ich um drei Uhr nachts eine Massage buchen und um 16 Uhr frühstücken konnte. Ich sage es immer wieder: Absolute Freiheit ist der neue „Ultra-Luxus“. Übrigens: Der „Breidenbacher Hof“ ist „Hotel of the Year“ im aktuellen Ranking der „101 besten Hotels Deutschlands 2026“ und zählt zu den „Small Luxury Hotels of the World“. Ein Haus, mit dem mich viel verbindet, denn hier war ich selbst mal Direktor. Präziser ausgedrückt „Baustellendirektor“. Ich sollte das Hotel für „Ritz-Carlton“ umbauen, doch das Hotel ging später an die „Capella“-Gruppe, die es im Mai 2008 neu eröffnete. Auch damals schon war Cyrus Heydarian dabei – und blieb nach der Trennung von Capella im Frühjahr 2021. Zusätzlich ist er Chef der Betreibergesellschaft des Nobelhotels, das noch nie so erfolgreich war.

Gastro-Highlight in Düsseldorf

Ob man im Hotelrestaurant „The Duchy“ um vier Uhr frühstücken kann, muss ich noch testen. Dagegen weiß ich, wie raffiniert die regionale Küche von Küchendirektor Philipp Ferber ist. In Düsseldorf, außerhalb des „Breidenbacher Hofs“ wartet übrigens mit dem „La Vie“ von Thomas Bühner ein weiteres gastronomisches Highlight auf die (Hotel-)Gäste. Der Sternekoch prägte von 2006 bis 2018 in Osnabrück die deutsche Spitzengastronomie und erkochte sich drei Michelin-Sterne. Das 2025 eröffnete Restaurant in Düsseldorf hat binnen weniger Monate bereits einen ersten Stern erhalten, und weitere dürften bald folgen. Mindestens einer. Das Design ist grandios, der Ausblick ebenfalls, und die Speisen sowie die überraschende Weinauswahl machen das „La Vie“ zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Fazit: Was macht den „Breidenbacher Hof“ in Düsseldorf nun so besonders? Neben der erwähnten Freiheit bei An- und Abreise sind es die kleinen Gesten, welche die größte Wirkung entfalten. In meinem Zimmer etwa warten so viele Geschenke auf mich, als hätte der Hoteldirektor entschieden, Weihnachten einige Monate vorzuziehen. Ich freue mich etwa über ein altes Foto von mir und meinem Mentor Horst H. Schulze, der die „Ritz-Carlton Hotel Company“ an die Weltspitze führte. Über eine handgeschriebene Karte von Cyrus Heydarian und meinen Lieblings-Champagner samt feinster Schokolade. Und dann erblicke ich auf dem Nachttisch eine wunderschöne, goldgerahmte Fotografie von der Burg Lahneck, in deren Schatten ich einst aufwuchs. Ein Stück Kindheit, das mich hier rundum ankommen lässt.

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