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Das EU-Parlament hat final die sogenannte „Chatkontrolle 1.0“ am letzten Plenardonnerstag vor der Sommerpause verabschiedet. Diese gilt bei Kritikern als ein politischer Frontalangriff auf die digitale Anonymität.
Unternehmen wie Whatsapp, Microsoft, Google und Co. können damit ungehindert in privaten Chats im Rahmen von individuellen KI-Programmen nach willkürlichen Mustern die Nutzer samt Beiträgen und Bildveröffentlichungen scannen und kontrollieren.
Bei der sogenannten Chatkontrolle geht es um eine vermeintliche Ausnahme bei den Datenschutzregeln, die bis zuvor bis April galt und deren Verlängerung im EU-Parlament im März gescheitert war.
Sie soll nach Vorstellungen der Politik sogenannten Messengerdiensten mit automatisierten Programmen ermöglichen „nach Inhalten sexualisierter Gewalt gegen Kinder zu suchen“, so die offizielle Formulierung bei den Antragsstellern.
Der EU-Abgeordnete Martin Sonnenborn kommentiert aus Straßburg:
„Kein guter Tag für Freiheit & Bürgerrechte…“
Die Chatkontrolle kommt. Kein guter Tag für Freiheit & Bürgerrechte… pic.twitter.com/FCT00hhn4g
— Martin Sonneborn (@MartinSonneborn) July 9, 2026
Der EU-Abgeordnete Friedrich Pürner erklärte zuvor am Tag der Abstimmung zu den Ereignissen dieser Woche in Straßburg:
„Mit einem fiesen Trick leiten Manfred Weber [Partei- und Fraktionsvorsitzender der EVP] und Parlamentspräsidentin Metsola von der EVP die totale Überwachung ein. Eine Überwachungskrake wird dann Ihre digitalen Nachrichten lesen!“
Die Verordnung wurde dabei von Parlamentspräsidentin Roberta Metsola (EVP) am Dienstag erneut auf die Tagesordnung gesetzt, dieses Mal erzwungen im Rahmen eines vermeintlichen „Dringlichkeitsverfahrens“.
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