Firmenpleiten auf 20‑Jahres‑Hoch: Warnsignal für die deutsche Wirtschaft

Firmenpleiten auf 20‑Jahres‑Hoch: Warnsignal für die deutsche Wirtschaft

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Das Leibniz‑Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldet für das erste Halbjahr 2026 so viele Unternehmensinsolvenzen wie seit über 20 Jahren nicht mehr, die Pleitewelle betrifft nahezu alle Branchen.

Im März 2026 registrierte das IWH 1.716 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften – 17 % mehr als im Februar, 18 % mehr als im März 2025 und 71 % über dem Durchschnitt der Märze 2016–2019 vor Corona. Die Zahl der Firmenpleiten im ersten Quartal 2026 stieg damit auf 4.573 und lag höher als während der Finanzkrise 2009; betroffen waren rund 54.000 Arbeitsplätze, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe.

Nach einem Rückgang im Mai auf 1.518 Fälle (15 % weniger als im April, aber immer noch 57 % über einem durchschnittlichen Mai der Vor‑Corona‑Jahre) zog die Lage erneut deutlich an: Im Juni 2026 erfasste das IWH 1.702 Insolvenzen, 12 % mehr als im Mai und 20 % mehr als im Juni 2025. Im zweiten Quartal 2026 summierten sich damit 4.996 Insolvenzen – ein Plus von 9 % gegenüber dem bereits sehr hohen ersten Quartal und der höchste Quartalswert seit 21 Jahren.

Branchen- und regional betrachtet meldet das Institut im Baugewerbe, Handel sowie sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen teils Rekordstände; außergewöhnlich hohe Werte verzeichneten zuletzt Nordrhein‑Westfalen und Hessen. Im Bereich Verkehr und Lagerei wurden im Mai die höchsten jemals im Insolvenztrend erfassten Zahlen gemessen.

In der öffentlichen Einordnung gilt dieser Trend als alarmierendes Signal für die Wirtschaftsstruktur: Ursachen werden unter anderem in wirtschaftlicher Unsicherheit, anhaltenden Lieferkettenproblemen, hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie der Rückkehr zu regulären Insolvenzregeln nach den Corona‑Sonderregelungen gesehen. Das IWH warnt vor einer voreiligen Entwarnung und erwartet anhaltend hohe Insolvenzzahlen.

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Bildquelle: IM Imagery / shutterstock

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