Fregatten-Ersatz für U-Boot-Jagd ungeeignet

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Kürzlich musste Verteidigungsminister Boris Pistorius das F126-Projekt stoppen. Die niederländische Werft Damen Naval habe die zeitlichen und finanziellen Vorgaben nicht einhalten können, so die Begründung des Bundesministeriums für Verteidigung.

Medienberichten zufolge scheiterte der Bau der sechs Fregatten unter anderem an Übertragungsschwierigkeiten der digitalen Konstruktionspläne von Damen Naval an die deutschen Subunternehmen. Das Ziel der Einsatzfähigkeit der ersten Fregatten im Jahr 2029 konnte die Werft nicht mehr gewährleisten.

Nach dem Ziehen der Notbremse sollten es nun acht Fregatten des Typs Meko A-200 (F128) von ThyssenKrupp Marine Systems AG (TKMS) richten, die zwar kleiner als die F126-Fregatten der Niedersachsen-Klasse sind, dafür aber auch schneller verfügbar und kostengünstiger. Die Kosten betragen nun statt über 18 Milliarden Euro lediglich 11,6 Milliarden. Kommenden Mittwoch sollte der Haushaltsausschuss im Bundestag das Projekt eigentlich genehmigen.

Aber jetzt gibt es auch mit den F128 Schwierigkeiten. Wie Bild am Freitag berichtete, strich der Haushaltsausschuss das Projekt von der Tagesordnung. Denn nach den Bild-Informationen konnte Jens Plötner, Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, die Parlamentarier der Regierungskoalition nicht davon überzeugen, dass die Ersatz-Fregatten den Bedürfnissen der Deutschen Marine entsprechen.

Konkret soll es um die U-Boot-Jagd gegangen sein. Auch eine 500 Millionen Euro teure Laserwaffe zur Bekämpfung von Drohnen soll nicht auf die kleineren Meko-Schiffe passen. Dabei hatte das Verteidigungsministerium in seiner Stellungnahme betont, die F128 speziell zum Aufspühren und für die Bekämpfung von U-Booten erwerben zu wollen.

Offenbar ist vielen mit dem Bundeshaushalt beschäftigten Abgeordneten Pistorius‘ Fregatten-Konzept zu unausgegoren. Die Bild zitiert Andreas Mattfeldt von der CDU mit den Worten: „Ich erwarte vom Minister ein neues Gesamtkonzept für die Marine der Zukunft. Ohne eine solche Gesamtkonzeption ist die Meko-Beschaffung mal eben so für mich nicht zustimmungsfähig.“

Die Zeit ist jedoch knapp, um das Projekt noch in trockene Tücher zu bringen. Denn nach dieser Sitzungswoche geht der Bundestag in eine Sommerpause bis Anfang September. Deshalb soll der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, am Montag vor den mit dem Verteidigungsetat befassten Parlamentariern Rechenschaft ablegen. Dafür muss der kurz vor seiner Pensionierung stehende Kaack sogar auf einen USA-Besuch mit Gorch-Fock-Visite verzichten.

Militärexperten zufolge geht es der Bundeswehr und dem Verteidigungsministerium darum, die Deutsche Marine für einen Einsatz im Nordmeer zu ertüchtigen. Genauer gesagt: Die deutschen Seestreitkräfte sollen als U-Boot-Jäger fähig sein, die GIUK-Lücke im Nordatlantik gegen russische Unterseeboote abzusperren. Deshalb gilt die Fähigkeit zur U-Boot-Jagd als essenziell.

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