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Die schlechten Nachrichten bezüglich der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) reißen nicht ab. Nicht nur, dass sich die Fertigstellung des Tunnels von 2029 auf das Jahr 2032 verschiebt – die Absenkung der Tunnelelemente stellte sich als komplizierter heraus als ursprünglich gedacht. Nun verteuert sich auch noch die Zuganbindung ins 88 Kilometer entfernte Lübeck.
Die FFBQ ist als 18 Kilometer langer Tunnel zwischen der deutschen Ostseeinsel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland geplant. Nach der Fertigstellung des Tunnels wird sie die Orte Puttgarden (auf Fehmarn) und Rødbyhavn (auf Lolland) verbinden.
Von dort aus kann man künftig mit einer Zwischenstation auf der Insel Falster weiter über Farø nach Seeland und dann über die Öresundbrücke nach Schweden gelangen. Von Hamburg in die dänische Hauptstadt Kopenhagen wird sich dann die Zugfahrt im Güterverkehr um 160 Kilometer verkürzen, die Zugreise wird in 2,5 Stunden möglich sein. Aber noch ist das Zukunftsmusik.
Wie der NDR und der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (SHZ) kürzlich berichteten, liegt ein geheimer Vermerk des Bundesrechnungshofs vor, dem zufolge die Hinterland-Anbindung für Züge statt 8,1 Milliarden nunmehr 10,7 Milliarden kosten wird. Damit wird der Bau der Bahntrasse zum Fehmarnbelt-Tunnel teurer als der Tunnel selbst, dessen Baukosten Medienberichten zufolge ebenfalls bereits von 714 Millionen auf 2,306 Milliarden Euro gestiegen sind.
Die Aufwendungen für die Zugverbindung zwischen der Hansestadt Lübeck und Großenbrode (auf dem Festland vor Fehmarn) könnten sogar noch teurer werden, gestand die Deutsche Bahn gegenüber dem NDR ein: Die neuen Kosten für die Schienenanbindung der festen Fehmarnbeltquerung befänden sich noch in der Ermittlung, hieß es.
Dennoch wird der Bund die Kostensteigerung wohl in Kauf nehmen müssen. Nicht nur, weil sich die BRD zum Schienenausbau verpflichtet hat. Denn neben dem touristischen und wirtschaftlichen Nutzen, den man sich nach der Fertigstellung von der FFBQ erhofft, soll es auch einen militärischen Vorteil geben: Wie die SHZ erläuterte, würden wohl im Krisenfall über die kombinierte Straßen- und Schienenverbindung des Tunnels Panzer und andere militärische Güter nach Skandinavien transportiert, hin zu den neuen NATO-Mitgliedern Schweden und Finnland.
Ebenso verhält es sich mit einem ähnlich umstrittenen Projekt: Dem Neubau der A20 als „Küstenautobahn“ zwischen dem niedersächsischen Westerstede und dem schleswig-holsteinischen Bad Segeberg, die künftig Nord- und Ostsee-Bundesländer miteinander verbinden wird. Wie das Hamburger Abendblatt im Mai 2025 berichtete, hatte der Kommandeur der Heimatschutzdivision der Bundeswehr, Generalmajor Andreas Henne, bei einer sicherheitspolitischen Veranstaltung erklärt: „Eine gut ausgebaute A20 ist im Ernstfall ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur für die Bundeswehr.“
Für die Bundeswehr sei die A20 eine „Schlüssel-Autobahn“, sie sei für Truppentransporte nach Nord- und Osteuropa unabdingbar, ebenso wie für die Verbindung wichtiger Nord- und Ostseehäfen, zitierte die SHZ bereits 2024 ranghohe Militärs der Bundeswehr. Eine ähnlich wichtige Funktion dürfte auch die künftige FFBQ erfüllen.
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