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Aktuelle NATO-Sitzung vom 8. September enthüllt: Krieg für Jahre – und die USA sind weiterhin dabei (Videos)

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Während Trumps Gesandte Witkoff und Kushner zwischen Moskau und Kiew vermitteln, zeigt die Ukraine-Kontaktgruppe vom 8. September eine andere Realität: Washington bleibt militärisch eingebunden, Europa soll Milliarden aufbringen, und die westlichen Verteidigungsminister bereiten sich auf einen Krieg vor, der noch Jahre dauern könnte.

Vor wenigen Tagen reisten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Moskau und Kiew, um neue Friedensvorschläge zu besprechen. Ein Durchbruch blieb aus. Am Dienstag folgte die 36. Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe – und dort ging es nicht um einen politischen Ausweg, sondern um zusätzliche Waffen, neue Produktionskapazitäten und die Finanzierung der militärischen Unterstützung für die kommenden Jahre.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte forderte die Verbündeten auf, ihre Unterstützung weiter zu erhöhen. Die in Ankara zugesagten 70 Milliarden Euro müssten durch zusätzliche bilaterale Hilfen erreicht werden. „Die Nationen müssen noch tiefer gehen. Wir haben keine Wahl“, erklärte er. Zugleich bestätigte Rutte, dass amerikanische Waffen über den PURL-Mechanismus weiterhin ohne Unterbrechung an die Ukraine geliefert werden – bezahlt von NATO-Verbündeten und Partnern.

Damit ist die Erzählung vom vollständigen amerikanischen Rückzug kaum haltbar. Die USA bleiben Waffenlieferant und strategischer Akteur. Was sich verändert, ist vor allem die Verteilung der Kosten: Europa soll zunehmend bezahlen, während amerikanische Rüstungsgüter weiter in die Ukraine fließen.

Besonders aufschlussreich war der Auftritt von Elbridge Colby, einem hochrangigen Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. Er erklärte, Russland stelle seine Streitkräfte und seine Verteidigungsindustrie wieder her. Deshalb müsse man auf einen langen Konflikt und auf die fortbestehenden Anforderungen der Ukraine „in den kommenden Monaten und Jahren“ vorbereitet sein. Auch andere mögliche Szenarien müssten berücksichtigt werden.

Das ist keine beiläufige Bemerkung. Während Washington diplomatisch über Frieden verhandelt, fordert ein Vertreter desselben amerikanischen Verteidigungsapparats die Verbündeten auf, sich auf eine langfristige militärische Auseinandersetzung einzustellen. Colby drängte Europa zudem, bei der Wiederaufrüstung und Unterstützung der Ukraine nicht nachzulassen. Worte allein reichten nicht aus; es brauche Geld und industrielle Kapazitäten.

Auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius machte deutlich, dass Deutschland die militärische Unterstützung weiter ausbauen will. Er kündigte zusätzliche PAC-2-Abfangraketen aus Bundeswehrbeständen sowie eine Ausweitung der AIM-9-Lieferungen an. Die laufenden Lieferungen von IRIS-T-Systemen und Lenkflugkörpern sollen fortgesetzt werden. Darüber hinaus will die Ukraine mehrere tausend zusätzliche IRIS-T-Raketen bestellen, was den Aufbau einer weiteren Produktionslinie ermöglichen soll. Deutschland finanziert außerdem die Beschaffung von Zehntausenden Schuss weitreichender Artilleriemunition über ein britisches Konsortium.

Pistorius forderte andere Staaten auf, ebenfalls ihre Bestände zu prüfen und Raketen abzugeben. Sein Appell: „Wenn Sie Zweifel haben, entscheiden Sie sich für die Ukraine.“ Großbritannien sagte weitere 100 Millionen Pfund für ein Luftabwehrpaket zu, darunter amerikanische Patriot-Raketen.

Die ukrainische Seite verlangte zusätzliche Finanzierungsentscheidungen bis November, damit bereits im Winter Ergebnisse auf dem Schlachtfeld erzielt werden könnten. Zugleich wurde ein erheblicher Finanzierungsbedarf für Drohnen und Luftabwehr deutlich. Die Beschaffung von rund 1.000 Patriot-Raketen ist bereits vorgesehen, wobei ein großer Teil erst in den kommenden Jahren geliefert werden soll.

Die politische Botschaft dieser Sitzung ist schwer zu übersehen: Die Friedensgespräche laufen, aber die militärische Planung wird nicht auf einen baldigen Frieden ausgerichtet. Sie wird auf einen langen Krieg ausgerichtet.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Washington oder die NATO einen Friedensschluss verhindern wollen. Militärische Unterstützung kann auch dazu dienen, die Verhandlungsposition der Ukraine zu stärken und ihre Bevölkerung gegen Angriffe zu schützen. Doch der Widerspruch bleibt: Wer öffentlich einen schnellen Frieden anstrebt, gleichzeitig aber Waffenlieferungen, Finanzierungsprogramme und Produktionskapazitäten für Jahre organisiert, muss erklären, welche politische Strategie diesen Krieg tatsächlich beenden soll.

Für Europa zeichnet sich unterdessen eine immer deutlichere Rollenverteilung ab: Die USA bleiben beteiligt, liefern Waffen und bestimmen die strategische Richtung mit. Europa übernimmt einen wachsenden Teil der Finanzierung und soll seine Rüstungsindustrie ausbauen. Während Witkoff und Kushner über Frieden sprechen, werden die nächsten Milliarden und Raketen bereits eingeplant.

Frieden vor den Kameras, Kriegsplanung für Jahre: Die Sitzung vom 8. September zeigt, wie weit diplomatische Rhetorik und militärische Realität derzeit auseinanderliegen.

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