Pro-israelischer US-Thinktank veröffentlicht Brisante Forderungsliste: US-Truppen, Waffenlager und eine Nahost-NATO – Israel soll zur Militärzentrale der USA werden

Share your love

Ein neuer Strategieplan aus Washington zeichnet eine weitreichende Neuordnung der amerikanischen Militärmacht im Nahen Osten: dauerhafte US-Truppen in Israel, ein vorgeschobenes CENTCOM-Hauptquartier, riesige amerikanische Waffenlager, gemeinsame Rüstungsproduktion und schließlich eine Art „Nahost-NATO“ gegen Iran sowie den wachsenden Einfluss Russlands und Chinas.

Die Forderungen stammen vom einflussreichen Jewish Institute for National Security of America (JINSA). In dem am 18. August veröffentlichten Strategiepapier „Shifting the Center of Gravity“ fordert der Thinktank nichts weniger als eine dauerhafte Verschmelzung der amerikanischen und israelischen Sicherheitsarchitektur. Israel solle zum neuen militärischen Schwerpunkt der USA im Nahen Osten werden – ausdrücklich auch auf Kosten der bisherigen US-Basen nahe Iran.

JINSA bezeichnet Israel dabei als möglicherweise wichtigsten Verbündeten der USA im 21. Jahrhundert und argumentiert bemerkenswert offen: Während Washington seine strategischen Kräfte zunehmend auf China und den Indopazifik konzentriert, soll Israel im Nahen Osten mehr militärische Aufgaben übernehmen. Das Papier verweist ausdrücklich auf die gemeinsamen Operationen gegen Iran als Modell für diese neue Arbeitsteilung.

Die zehn weitreichenden Forderungen

  1. Dauerhafte US-Truppen in Israel: Auf der Ovda Air Base und weiteren israelischen Militärstützpunkten soll eine permanente amerikanische Militärpräsenz aufgebaut werden.
  2. CENTCOM-Kommando nach Israel: Ein vorgeschobenes operatives Hauptquartier soll von Israel aus amerikanische und verbündete Militäroperationen im Nahen Osten planen, führen und überwachen.
  3. Israel wird US-Waffenlager: Große Mengen amerikanischer Munition sollen dort vorab stationiert werden. Das bestehende US-Depot WRSA-I soll erweitert und modernisiert werden.
  4. Gemeinsame Entwicklung neuer Waffen: USA und Israel sollen unter anderem Hyperschall-Abwehr, gerichtete Energiewaffen und andere neue Militärtechnologien gemeinsam entwickeln.
  5. Israel wird Teil von Trumps „Golden Dome“: Israelische Systeme wie Arrow, David’s Sling, Iron Dome und Iron Beam sollen in die geplante amerikanische Raketenabwehr integriert werden.
  6. Gemeinsame Massenproduktion: Kritische Rohstoffe, Waffenkomponenten und Munition sollen gemeinsam beschafft und in großem Maßstab produziert werden.
  7. Noch engere Geheimdienstkooperation: Der Informationsaustausch soll insbesondere gegen Iran und dessen Verbündete sowie gegen China und Russland ausgebaut werden.
  8. Neuer Sonderstatus „Model Ally“: Israel soll einen eigenen Partnerstatus erhalten, der über den bisherigen „Major Non-NATO Ally“-Status hinausgeht und israelische Rüstungskonzerne noch stärker in die amerikanische Verteidigungsindustrie integriert.
  9. Amerikanisch-israelischer Verteidigungspakt: Bei existenziellen Bedrohungen Israels oder dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen amerikanische Stützpunkte soll ein formeller gegenseitiger Verteidigungsvertrag greifen.
  10. Eine „Nahost-NATO“ unter CENTCOM: Israel und arabische Staaten sollen militärisch immer stärker integriert werden – zunächst bei Luftverteidigung, Geheimdiensten und maritimer Sicherheit. JINSA spricht ausdrücklich von einer „Middle East version of NATO“. Voraussetzung für arabische Mitglieder sollen unter anderem die Normalisierung der Beziehungen zu Israel, höhere Militärausgaben und eine gemeinsame Ausrichtung gegen chinesischen, russischen und iranischen Einfluss sein. (JINSA)

Israel soll zum amerikanischen Militärdrehkreuz werden

Besonders brisant ist die Kombination dieser Forderungen. Jede für sich könnte noch als Ausbau einer bestehenden Partnerschaft verkauft werden. Zusammengenommen entsteht jedoch etwas wesentlich Größeres.

Israel würde zum vorgeschobenen amerikanischen Militärzentrum der Region: US-Soldaten wären dauerhaft stationiert, CENTCOM würde von dort Operationen führen, amerikanische Waffen würden dort gelagert, israelische Unternehmen würden tiefer in die US-Rüstungsindustrie integriert und beide Staaten wären durch einen Verteidigungsvertrag noch enger miteinander verbunden.

JINSA selbst beschreibt die strategische Verschiebung unmissverständlich: Der Schwerpunkt der amerikanischen Truppenpräsenz im Nahen Osten soll „toward Israel and away from vulnerable bases near Iran“ verlagert werden.

Noch weiter geht die geplante regionale Ordnung. Arabische Staaten sollen militärisch mit Israel vernetzt und gleichzeitig auf eine gemeinsame Front gegen Iran, Russland und China verpflichtet werden.

Damit wäre aus einem bilateralen Bündnis ein neuer geopolitischer Block geworden.

Das Papier ist allerdings kein Beschluss der Trump-Regierung oder des Pentagon, sondern ein Forderungskatalog von JINSA. Gerade deshalb ist diese Unterscheidung wichtig. Bemerkenswert ist jedoch, wie konkret der Thinktank die zukünftige militärische Architektur beschreibt – bis hin zu Standorten, Kommandostrukturen, Waffenproduktion und einem neuen Verteidigungsbündnis.

Sollte Washington auch nur einen größeren Teil dieser Vorschläge übernehmen, würde Israel nicht länger lediglich der wichtigste US-Verbündete im Nahen Osten sein.

Es würde zum militärischen Vorposten der USA für die gesamte Region – und zum Zentrum eines neuen Blocks, der ausdrücklich gegen Iran sowie den Einfluss Russlands und Chinas ausgerichtet wäre.

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.