US-Navy-Captain enthüllt das Ausmaß der zerstötung: Iran verwüstete Amerikas wichtigstes Flottenzentrum im Golf

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Monatelang blieb das tatsächliche Ausmaß der iranischen Angriffe auf einen der wichtigsten US-Militärstützpunkte im Nahen Osten im Hintergrund. Nun findet ausgerechnet ein ehemaliger Captain der US Navy ungewöhnlich deutliche Worte: Die Naval Support Activity Bahrain, Heimat des Hauptquartiers der 5. US-Flotte, sei durch die iranischen Raketenangriffe nahezu zerstört worden – und genau das erkläre möglicherweise, warum das ganze Ausmaß zunächst weder berichtet noch offiziell eingeräumt worden sei.

John Cordle weiß, wovon er spricht. Der pensionierte Navy-Captain diente 30 Jahre, kommandierte den Zerstörer USS Oscar Austin und den Kreuzer USS San Jacinto. In einem bemerkenswerten Beitrag für Military Times beschreibt er nun eine militärische Niederlage, deren strategische Bedeutung weit über einige zerstörte Gebäude hinausgeht.

Denn Bahrain war nicht irgendein amerikanischer Stützpunkt. Von dort aus organisieren die USA einen erheblichen Teil ihrer maritimen Machtprojektion im Persischen Golf und im Nahen Osten. NAVCENT und die 5. Flotte haben dort ihr Zuhause. Schiffe, Flugzeuge, Personal und Fracht werden über diese Infrastruktur unterstützt. Jahrzehntelang wurde dieses logistische Nervenzentrum aufgebaut.

Dann kamen die iranischen Raketen.

Nach Cordles Darstellung ist die Basis heute praktisch unbewohnbar. Der Schaden wird auf annähernd 400 Millionen Dollar geschätzt. Getroffen wurden unter anderem das Hauptquartier der 5. Flotte, Kasernen, Lagerhäuser, Kommunikationstürme und sogar die Trinkwasserversorgung. Schiffe wurden verlegt, ebenso große Teile des Personals und seiner Infrastruktur.

Bemerkenswert ist weniger die Schadenssumme als das Eingeständnis, das zwischen den Zeilen dieses Beitrags steht: Eine Regionalmacht war innerhalb weniger Tage in der Lage, eines der wichtigsten amerikanischen militärischen Drehkreuze im Nahen Osten schwer zu degradieren. Cordle bezeichnet allein diese Vorstellung als kaum fassbar.

Noch schwerer wiegt seine Kritik an der amerikanischen Verteidigung. Dass die USA einen vorhersehbaren Angriff auf das Hauptquartier einer ganzen Flotte nicht verhindern beziehungsweise ausreichend abwehren konnten, nennt der ehemalige Navy-Captain erschreckend. Iran habe schließlich kaum verheimlicht, dass amerikanische Einrichtungen im Falle eines Krieges zu seinen wichtigsten Vergeltungszielen gehören würden.

Trotzdem, so Cordle, seien die Einrichtungen und die dort lebenden und arbeitenden Menschen den iranischen ballistischen Raketen unzureichend geschützt ausgesetzt gewesen.

Damit bekommt die Geschichte eine Dimension, die weit über Bahrain hinausgeht. Die USA verfügen über einige der modernsten Luft- und Raketenabwehrsysteme der Welt. Ihre militärische Dominanz im Nahen Osten beruht seit Jahrzehnten auch auf einem dichten Netz großer Stützpunkte, Kommandozentralen und logistischer Einrichtungen.

Iran hat nun offenbar gezeigt, wie verwundbar genau dieses System geworden ist.

Der Treffer in Bahrain erreichte sogar den Flugzeugträger Abraham Lincoln

Die vielleicht wichtigste Folge der Angriffe sieht man nicht auf Satellitenbildern zerstörter Gebäude, sondern Tausende Kilometer entfernt auf See.

Cordle bringt die Probleme bei der Versorgung des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln direkt mit dem Ausfall der gewohnten Infrastruktur in Bahrain in Verbindung. Ersatzteile, Lebensmittel, Post und andere Versorgungsgüter mussten plötzlich über wesentlich längere Strecken herangeschafft werden.

Aus Versorgungswegen von Hunderten Kilometern wurden Tausende.

Das ist militärisch entscheidend. Ein Flugzeugträger mag Milliarden kosten, Dutzende Kampfflugzeuge tragen und von Kriegsschiffen geschützt werden – ohne funktionierende Versorgung verliert auch die mächtigste schwimmende Militärbasis der Welt zunehmend ihre Einsatzfähigkeit.

Genau deshalb zieht Cordle einen bemerkenswerten Vergleich: Der mögliche Verlust von NSA Bahrain komme praktisch dem Verlust eines Flugzeugträgers gleich. Das ist eine Aussage, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss.

Iran musste keinen amerikanischen Flugzeugträger versenken. Es genügte offenbar, dessen logistische Lebensader schwer zu beschädigen.

Die unangenehme Frage: Warum erfuhr die Öffentlichkeit so wenig?

Besonders brisant ist deshalb Cordles Einstieg in seinen Artikel. Je mehr man über die Angriffe erfahre, schreibt er sinngemäß, desto verständlicher werde, warum die Nachricht über die „nahezu vollständige Zerstörung“ zunächst weder berichtet noch eingeräumt worden sei.

Das ist keine Formulierung aus Teheran, Moskau oder irgendeinem antiamerikanischen Propagandakanal. Sie stammt von einem ehemaligen Captain der US Navy in einem amerikanischen Militärmedium.

Natürlich beweist dieser Satz keine organisierte Vertuschungsaktion des Pentagon. Doch er wirft eine berechtigte Frage auf: Warum wurde der Öffentlichkeit über Monate kein klares Bild davon vermittelt, wie schwer eines der wichtigsten amerikanischen Marinehauptquartiere im Nahen Osten tatsächlich getroffen worden war?

Denn inzwischen geht es längst nicht mehr nur um beschädigte Gebäude. Sechs Monate nach den Angriffen herrsche laut Cordle weiterhin erhebliche Unsicherheit über den operativen Zustand und sogar über die Zukunft der Basis. Mehr als tausend evakuierte Militärangehörige und Familien befänden sich weiterhin in einer schwierigen Übergangssituation.

Die 5. Flotte existiert weiterhin. Doch die Infrastruktur, von der aus sie operierte, wurde schwer beschädigt.

Und genau das ist der entscheidende Unterschied.

Iran hat eine Schwachstelle der amerikanischen Militärmacht offengelegt

Die strategische Botschaft des Angriffs könnte wesentlich größer sein als die physische Zerstörung in Bahrain.

Amerikanische Machtprojektion funktioniert nur, solange ihre vorgeschobenen Basen geschützt werden können. Kommandozentralen, Häfen, Treibstofflager, Kommunikation, Ersatzteile und Versorgung bilden die unsichtbare Infrastruktur hinter Flugzeugträgern, Kampfjets und Raketen.

Wenn diese Infrastruktur innerhalb der Reichweite iranischer Raketen liegt und nicht zuverlässig geschützt werden kann, verändert sich die militärische Gleichung.

Washington hat dann zwei schlechte Möglichkeiten: Die bestehenden Stützpunkte müssen mit enormem Aufwand noch stärker geschützt werden – oder Personal, Material und Logistik werden weiter von Iran entfernt. Doch Entfernung bedeutet längere Versorgungswege, höhere Kosten, längere Reaktionszeiten und eine kompliziertere Kriegsführung.

Nicht zufällig wird inzwischen über eine Verringerung des amerikanischen militärischen „Footprints“ in der Region diskutiert. Cordle selbst warnt vor einem solchen strategischen Rückzug und fordert stattdessen, Bahrain wiederaufzubauen und erheblich besser zu schützen.

Doch gerade seine Forderung offenbart das eigentliche Problem: Ein jahrzehntelang als sicher betrachtetes Zentrum amerikanischer Seemacht müsste künftig gegen einen Gegner befestigt werden, der bereits bewiesen hat, dass er es erreichen kann.

Der Angriff auf Bahrain könnte deshalb rückblickend einer der strategisch bedeutendsten Momente dieses Krieges gewesen sein.

Nicht weil Iran die 5. US-Flotte vernichtet hätte – das hat er nicht. Sondern weil Teheran demonstriert hat, dass selbst das logistische Herz dieser Flotte verwundbar ist.

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