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Zinsen: Die EZB erhöht den Leitzins – aber Bankkunden werden davon wenig merken

Die EZB erhöht die Leitzinsen wie erwartet auf 2,25 Prozent. Das hat Folgen: Für Sparer, Unternehmen – und Immobilienbesitzer. Die eigentliche Frage ist aber: Wie geht es weiter?

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Die EZB erhöht die Leitzinsen wie erwartet auf 2,25 Prozent. Das hat Folgen: Für Sparer, Unternehmen – und Immobilienbesitzer. Die eigentliche Frage ist aber: Wie geht es weiter?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag wie erwartet den Leitzins in der Eurozone angehoben – erstmals seit bald drei Jahren. Der Zinssatz für Bankeinlagen bei der EZB steigt von aktuell 2,0 auf 2,25 Prozent. Damit will die EZB die im Zuge des Irankriegs stark gestiegene Inflation in der Eurozone wieder eindämmen. Zuletzt war die Inflationsrate auf 3,2 Prozent geklettert.  

Der Aufschlag war erwartet worden, alles andere wäre eine Überraschung gewesen. Entsprechend positiv fielen die Reaktionen von Finanzexperten aus. Die Währungshüter demonstrieren Entschlossenheit in ihrem Einsatz für Preisstabilität“, kommentierte die Blackrock-Managerin Ann-Katrin Petersen. Der deutsche Leitindex Dax tendierte zum Nachmittag leicht im Plus mit 0,2 Prozent – ebenfalls ein sicheres Zeichen, dass die Aktienmärkte den Schritt der EZB positiv aufnehmen. Normalerweise geraten Börsenkurse unter Druck, wenn die Zentralbanken die Leitzinsen anheben.  

Dennoch markiert die Zinsanhebung eine wichtige Wende in der Geldpolitik: Noch zu Jahresbeginn rechnete der Markt mit konstanten oder sogar leicht sinkenden Leitzinsen in der Eurozone. Doch dann kam der von Trump losgetretene Irankrieg, der zur Sperrung der für die Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus und einem massiven Ölpreisanstieg führte. Die Folge: Die Inflationsrate in der Eurozone erreichte im Mai 3,2 Prozent und lag damit klar über dem EZB-Ziel von zwei Prozent, bei dem sie ihr Mandat der Preisniveaustabilität erfüllt sieht.  

Weitere Zinsanhebungen?

Nun richtet sich der Blick des Marktes bereits nach vorn. Die US-Investmentbank Goldman Sachs stellt sich auf eine weitere Zinserhöhung im September ein, „bedingt durch höhere Energiepreise und stärkere Inflationserwartungen“, sagte kürzlich Christian Müller-Glissmann, Leiter der Asset Allocation bei Global Investment Research der Bank.  Der Markt rechnet sogar noch mit einem dritten Zinsschritt bis März 2027. Dann würde der Euro-Leitzins bei 2,75 Prozent liegen.  

Für Sparer folgen aus einer Zinserhöhung übrigens nicht automatisch steigende Tagesgeldzinsen. Bislang bildete der Einlagensatz quasi eine natürliche Obergrenze für Sparzinsen mit täglicher Verfügbarkeit, der Neobroker Trade Republic fungierte hier als Trendsetter. Nachdem er den Rückgang des Leitzinses von 4,0 auf 2,0 Prozent jeweils weitergegeben hat, ist die Spannung hoch, ob er auch die Zinserhöhung mitmachen wird.  

Kein Automatismus

Dass sich bei einer Zinserhöhung auch die Sparzinsen erhöhen, ist kein Automatismus. Ob es dazu kommt, hängt von vielen Faktoren ab, wie der Höhe der Einlagen bei einer Bank oder Sparkasse, ihrer Wettbewerbssituation und eventuellen Marketingmaßnahmen. Aktuelle Kampfzinsen wie vom Neueinsteiger Chase mit 4,0 Prozent oder von Raisin mit 3,2 Prozent werden aus Marketingbudgets gezahlt und sind unabhängig vom Leitzins. Wenn ein Institut bei einem Leitzins von 2,0 Prozent seine Kunden mit 0,5 oder 0,75 Prozent abspeisen kann, ohne große Abflüsse zu sehen, so wird es das wohl auch bei einem leicht höheren Leitzins machen können. 

Auch auf die Bauzinsen hat der Leitzins kaum Einfluss. Sie orientieren sich naturgemäß an langlaufenden Staatsanleihen und haben in den vergangenen Monaten bereits deutlich angezogen.  

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