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Kolumne: Gesundheitsaktien unter Druck: Wo der Sektor Chancen bietet

Pharma-, Medizintechnik- und Gesundheitswerte durchleben schwere Zeiten. Der Abverkauf am Aktienmarkt könnte eine Übernahmewelle auslösen – mit Chancen für Anleger

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Pharma-, Medizintechnik- und Gesundheitswerte durchleben schwere Zeiten. Der Abverkauf am Aktienmarkt könnte eine Übernahmewelle auslösen – mit Chancen für Anleger

Zu den auffallend schwachen Marktsegmenten zählen seit Monaten Gesundheitsaktien. Ungeachtet des strukturellen Rückenwindes, der dem Sektor durch die gesellschaftliche Überalterung in den entwickelten Ländern zu eigen ist, tun sich Gesundheitsaktien aus mehreren Gründen schwer. Das liegt keineswegs nur an den amerikanischen Zöllen. Angesichts dramatisch gestiegener Gesundheitskosten versuchen viele Regierungen, Kostendeckel einzuführen, beziehungsweise Preise abzusenken. 

In den Vereinigten Staaten von Amerika bemüht sich etwa Präsident Donald Trump, die Pharmakonzerne zu Preiskonzessionen zu zwingen. Zudem verlangt Trump die Verlagerung von Arzneimittelproduktion in die USA. Einige Unternehmen haben bereits entsprechende Verträge mit der Regierung unterzeichnet. Große Unternehmen wie Pfizer, Abbott und Bristol Myers sind weit von ihren Höchstkursen entfernt und sind im Vergleich zu beliebten Technologieaktien auffallend günstig bewertet.

Auch in Deutschland verspürt die Gesundheitsbranche Gegenwind. Die angekündigte Gesundheitsreform dürfte negative Auswirkungen auf die Marktteilnehmer haben. Erwartungsgemäß versuchen manche Unternehmen und deren Verbände, Widerstand zu leisten. In der vergangenen Woche hatten sowohl Eli Lilly als auch Boehringer Ingelheim Investitionskürzungen am Standort Deutschland angekündigt. Bereits vor Wochen hatte Biontech aus Mainz gemeldet, seine Vakzin-Produktion in Marburg gänzlich einzustellen. Ein Kontrastprogramm bietet dagegen der US-Konzern Moderna, der zuletzt Fortschritte bei der Krebsbekämpfung meldete. 

Unternehmen aus der Medizintechnik leiden ebenfalls unter einer schwierigeren Branchenkonjunktur. Ob Thermo Fisher, Boston Scientific, Olympus, Siemens Healthineers, Qiagen oder Carl Zeiss Meditec – viele Unternehmen der Branche stehen unter Druck. Dabei spielt auch eine wachsende Konkurrenz aus China eine Rolle. Diese gewinnen vor allem im Heimatmarkt immer mehr Marktanteile. 

Kaum besser entwickelten sich zuletzt Labor-Aktien. Börsennotierte Laborunternehmen wie QuidelOrtho aus den USA oder BML aus Japan mussten Federn lassen. Und auch Dienstleister wie Fresenius Medical Care haben an der Börse schon bessere Zeiten erlebt, wenngleich der Wettbewerber DaVita ein glanzvolles Jahr erwischt hat. 

Selbst in USA haben es Gesundheitswerte schwer

Die großen amerikanischen Krankenversicherer tun sich ebenfalls schwer, an ihre besten Zeiten anzuknüpfen. Die steigende Behandlungs- und Medikamentenkosten können nur bedingt an die Kunden weitergegeben werden, da viele US-Amerikaner stark unter der Inflation im Land leiden. An den Kursen von Humana und UnitedHealth lässt sich dieser Trend zum Teil nachvollziehen.

Manche Gesundheitsaktien leiden gleichwohl am normalen Wettbewerb. Das ehemals teuerste Unternehmen Europas, Novo Nordisk aus Dänemark, ist von seinem Höchstkurs inzwischen 72 Prozent entfernt – was vor allem am harten Wettbewerb bei Abnehmpräparaten liegt. 

Es könnte gut sein, dass die Gesundheitsbranche mit Fusionen und Übernahmen auf die derzeitig angespannte Lage reagiert. 

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