Rath checkt ein: Hotel Mandarin Oriental: Bester Service in Marrakesch

Unser Kolumnist besucht diesmal die faszinierende wie quirlige Basarstadt Marrakesch in Marokko. Die Ruhe und Gelassenheit, die er im Luxushotel „Mandarin Oriental“ erlebt, findet er unbezahlbar

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Unser Kolumnist besucht diesmal die faszinierende wie quirlige Basarstadt Marrakesch in Marokko. Die Ruhe und Gelassenheit, die er im Luxushotel „Mandarin Oriental“ erlebt, findet er unbezahlbar

Seit Wochen freue ich mich auf diese Reise, die schon lange auf meiner Liste stand: Es geht nach Marrakesch, eine der vier legendären Königsstädte von Marokko, neben Rabat, Fès und Meknès. Dazu noch der Aufenthalt in einem Hotel der Mandarin-Oriental-Gruppe, beheimatet in Hongkong, mit ihrem perfekten Mix aus zeitloser Eleganz, kreativer Küche und Weltklasse-Service. Wenige Minuten vom Stadtkern Marrakeschs entfernt liegt das Mandarin Oriental, Marrakech mit seinen privaten Villen und Suiten inmitten eines 20 Hektar großen Olivenhains. Und dann die weitläufige Pool- und Wasserlandschaft des Hotels! Was für ein Luxus in einem Land, das zu rund 40 Prozent aus Wüste besteht und in dem die Temperaturen im Sommer die 40 Grad weit hinter sich lassen. 

Ich habe das Gefühl, in einer Oase zu übernachten, dabei ist die Medina, das Altstadt-Labyrinth, nur zehn Autominuten entfernt. Zu Recht erkannte die UNESCO dieses historische Gewirr aus engen Gassen, überdachten Basaren und Moscheen als Weltkulturerbe an. Und die Lage des Mandarin Oriental erlaubt es den Gästen, dem Getümmel nah und doch angenehm entrückt zu sein.

Mein Zimmer ist typisch für die Gruppe: makellos sauber, stilvoll, mit Zitaten der lokalen Architektur. Der Ausblick ist märchenhaft: Von meiner privaten Terrasse sehe ich die Gipfel des Atlasgebirges, auf denen auch im Frühsommer noch der Schnee in der Sonne glitzert.

Spitzengastronomie und ein Gruß aus Asien

Das asiatische Fusion-Restaurant „Ling Ling by Hakkasan“ kenne ich bereits aus dem „Atlantis Royal“ in Dubai. Hier in Marrakesch erwarten mich die gleichen kantonesischen Spezialitäten mit dem gewissen Twist, nur mit weniger Show und Blick aufs Wasser. Die Dim Sums überzeugen mit handwerklicher Finesse, die Tiger Prawns sind saftig, aromatisch und haben den perfekten Biss. Die Dumplings mit Black-Angus-Beef sind eine kleine Offenbarung: Das Fleisch ist von bemerkenswerter Qualität, die Füllung intensiv im Geschmack, die Teighülle hauchdünn.

Tagsüber zieht es mich ins Hotelrestaurant „Shirvan“ mit marokkanischer Küche. Dort probiere ich Tangia Marrakchia mit Fleisch, Kreuzkümmel und Olivenöl, Tauben-Pastilla, Wolfsbarsch mit der nordafrikanischen Gewürzmischung Dukkah und dazu eine kaum zu überblickende Parade an Vorspeisen. Frische Vielfalt, wohin das Auge blickt. Nur beim Hummer geraten die Profis ins Straucheln: Er ist leider übergart, vermutlich weil er in der traditionellen Tajine, dem landestypischen Schmorgefäß aus gebranntem Lehm, zu heiß blieb. Ein kleines Malheur, das die vorzüglichen Dips wettmachen. An der Soße erkennt man den Koch.

Zum Frühstück sitze ich draußen, bei Vogelgezwitscher und Livemusik auf der Zither, und verkoste ein kleines Buffet nebst Nachbestellungen à la carte. Besonders von Msemen, einer marokkanischen Pfannkuchen-Variante, kann ich kaum genug bekommen.

Gästebetreuung auf höchstem Niveau

Exzellenter Service gehört seit jeher zu den großen Stärken der Mandarin Oriental-Häuser. Doch eine kleine Enttäuschung erlebe ich trotzdem: Im Fitnessbereich stehen drei Mitarbeiter, die ausschließlich mit sich selbst beschäftigt sind. Ich bin der einzige Gast, werde jedoch keines Blickes gewürdigt oder begrüßt. Auch meine Fragen fragen – Wo sind die Handtücher? Könnte die Klimaanlage heruntergeregelt werden? – verhallen unbeantwortet. Mehr Mitarbeiter bedeuten eben nicht zwingend ein Mehr an Service. 

Meine Erfahrung im Spa ist dafür großartig. Bei Mani- und Pediküre erlebe ich eine Liebe zum Detail, eine Aufmerksamkeit und Professionalität, die ich sonst nur aus Asien kenne. So muss es sein! Und wenn ich dann noch auf dem Tennisplatz mit einem engagierten Trainer einige Sätze spielen und anschließend im Beach Club bei einem Cocktail entspannen kann, dann verdient ein solcher Tag das Prädikat „gelungen“.

Besonders positiv ist mir bei meinem Testaufenthalt der General Manager des Hotels, Alain-Thomas Brière, in Erinnerung geblieben, mit dem ich einmal beim Lunch zusammensaß. Ob anderen Gästen oder seinen Mitarbeitern gegenüber: Brière schenkt jedem die gleiche Aufmerksamkeit und Freundlichkeit, ist ständig auf den Beinen, hat hier eine freundliche Bemerkung, dort eine interessierte Frage auf den Lippen. Ein Direktor alter Schule, der seine Rolle als Gastgeber kennt. Kompliment!

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