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Capital und das Institut für Vermögensaufbau haben zum zehnten Mal verschiedene Robo-Advisor getestet. Vor allem in puncto Performance lieferten die digitalen Vermögensverwalter dieses Mal ab
Der Markt für digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisor, wird kleiner – aber besser. Das ist das Ergebnis der zehnten Robo-Advisor-Studie, die Capital gemeinsam mit dem Institut für Vermögensaufbau (IVA) durchgeführt hat. Bester Anbieter wurde Quirion von der Berliner Privatbank Quirin mit 87 vom 100 möglichen Punkten. Dahinter folgten, mit etwas Abstand, Growney (81,5 Punkte) und Bevestor (81,2 Punkte).
Auffällig war in diesem Jahr die gute Rendite der 30 getesteten Robos. „Mehr als 60 Prozent der Portfolios haben die Benchmark-Performance in diesem Jahr geschlagen“, lobt IVA-Vorstand und Studienautor Christian Apelt. „Und auch abseits von der Performance hatten wir mitunter sehr gute Ergebnisse“, sagt Apelt.
Von den 29 Unternehmen, die mehr als zwei Jahre am Markt sind, wurden zwölf mit der Höchstnote von fünf Sternen ausgezeichnet. Besonders spannend: Mit Quirion hat sich der Sieger aus dem Jahr 2024 die Krone zurückgeholt und steht mit 87,0 von 100 möglichen Punkten deutlich vor dem Zweitplatzierten Bevestor (81,5 Punkte), der allerdings einen großen Satz von Platz zwölf auf zwei machte. Relativ stabil hielt sich der hingegen Drittplatzierte Growney, der 81,2 Punkte erzielte (Vorjahr: 81,7 Punkte, Platz fünf).
Die vollständige Studie mit allen Detailergebnissen finden Sie hier:
Anders als in den Vorjahren gab es dieses Mal nur wenig Bewegung im Anbieteruniversum. Das spricht für einen relativ erwachsenen Markt. Lediglich das populäre Fintech Revolut kam als Newcomer hinzu, erzielte mit 50,7 Punkten allerdings nur ein mittelmäßiges Ergebnis zum Start. „Bei Revolut muss man den Robo-Advisor schon aktiv suchen, weil er in der Fülle der Funktionen untergeht. Insofern überrascht es auch nicht, dass Revolut gerade bei Service und Investment-Transparenz eher unterdurchschnittlich abschneidet“, sagt Apelt.
Nicht nur Apelt erwartet nun spannende zwölf Monate für die Branche der Robo-Advisor. Neben dem allgemeinen Konsolidierungsdruck blickt die Szene vor allem auf das geplante Altersvorsorgedepot. Eine Umfrage von Sieger Quirion zeigte etwa, dass sich gut die Hälfte der Förderberechtigten eine Eröffnung vorstellen kann. Gleichzeitig fühlten sich nur acht Prozent gut informiert. „Es gibt also enormen Bedarf an Aufklärung und an guten, günstigen Produkten“, sagt Quirion-CEO Martin Daut.
IVA-Vorstand Apelt sieht bei Robos vor allem einen Nutzen für die Entnahmephase, da sich diese Phase gut mit systematischen Prozessen umsetzen ließe. Bislang ist das Angebot allerdings überschaubar. „Viele Anbieter mögen das Thema nicht, weil sie von Verwaltungsgebühren leben und diese vom verwalteten Vermögen abhängt, das bei einem Entnahmeplan eher sinkt. Aber rein theoretisch wären spezialisierte Strategien für diese Phase eine sinnvolle Innovation.“
Für den zehnten Capital-Test hat das Institut für Vermögensaufbau (IVA) 30 Robo-Advisors durchleuchtet, die von Mai bis Juni 2026 am Markt waren. Es gab Punkte in drei Kategorien
Der Testfall
Um die Angebote der Robos zu prüfen, hat das IVA einen Musterkunden erfunden: einen 30 Jahre alten Angestellten, der 30.000 Euro für den Vermögensaufbau über zehn Jahre anlegen möchte. Außerdem soll ein monatlicher Sparplan über 300 Euro abgeschlossen werden. Sein monatliches Bruttoeinkommen beträgt 5 000 Euro bei fixen Ausgaben von 2300 Euro. Der Mann hat Kenntnisse zu Aktien, Renten, Fonds, ETFs und hat mehr als drei Jahre Erfahrungen; Präferenzen für Nachhaltigkeit hat er nicht. Er hat ein moderates Anlageprofil mit einer Risikotoleranz von 20 Prozent (Max. Drawdown). Dieses Profil dient den Robos als Grundlage für einen Anlagevorschlag.
Profilierung
Diese Kategorie macht 20 der 100 erreichbaren Punkte aus. Bewertet wurde, ob der Vorschlag zum Kunden passt. Ferner analysierte das IVA, inwiefern ein Robo-Advisor die finanzielle Situation der Testperson abfragte, deren Kenntnisse und Anlageziele. Zudem konnten Anbieter Punkte sammeln, indem sie ausführlich die Risikoneigung ermittelten. Bei den fünf Robos, die noch keine zwei Jahre am Markt sind („Newcomer“) wurde die Profilierung mit 25 Punkten etwas stärker gewichtet.
Investment und Rendite
In dieser Kategorie konnten die Robos maximal 50 Punkte erreichen. Hier wurden etwa Rendite und Risiko der Anbieter miteinander verglichen. Dazu stellten die Firmen Daten über mindestens zwei Jahre zur Verfügung, die das IVA überprüfte. Daraus ergaben sich die rollierende Rendite für zwölf Monate, die Volatilität und der maximale Verlust. Lieferte ein Anbieter keine Daten, erhielt er weniger Punkte. Zudem wurde geprüft, wie gut dem Kunden der Investmentansatz beschrieben wird. Daneben ging es um die Transparenz des Anlagevorschlags und um die Diversifikation: Welche Fonds oder Einzeltitel kommen ins Depot, und wie gut streut der Robo das Investment über verschiedene Regionen und Branchen? Die „Newcomer“ konnten nur maximal 40 Punkte erreichen, denn Rendite, Risiko und Diversifikation wurden bei ihnen nicht bewertet.
Service
Diese Kategorie bringt 30 Punkte. In die Bewertung gingen unter anderem die Kosten ein: je höher die Gebühren, desto niedriger die Punktzahl. Das IVA prüfte überdies die Kontaktinformationen auf den Websites und die Reaktionszeit sowie die Antwortqualität bei Anfragen per E-Mail, Chat und Telefon. In die Wertung gingen auch weitere Services ein, etwa handyoptimierte Websites oder Apps. Außerdem wurde bewertet, ob Kunden aussagekräftige und aktuelle Portfolioinfos erhalten oder in Webinaren Finanzwissen vermittelt wird. Die „Newcomer“ konnten hier insgesamt 35 Punkte erzielen.
Partner
Unsere Kooperationspartner wählen wir sorgfältig nach Expertise aus. Diese Expertise bringt es mit sich, dass unsere Partner, auch das IVA, geschäftliche Beziehungen zu geprüften Firmen unterhalten können. Selbstverständlich sorgen wir dafür, dass die nötige Neutralität gewährleistet ist.
Siegel
Anbieter mit mindestens 75 Punkten erhalten die Höchstnote von fünf Sternen. Robos mit vier oder fünf Sternen haben die Möglichkeit, ein Capital-Siegel zu kaufen und damit für sich zu werben. Genauere Informationen zu den Bedingungen dieser Siegel finden Sie unter capital.de/siegel