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Die Übernahme von Warner Bros. durch Paramount könnte nicht nur Hollywood umkrempeln. Nun liegt der Deal vorläufig auf Eis – und die Aktien der beiden beteiligten Unternehmen geben nach
Nach der Klage von zwölf US-Bundesstaaten wird die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount für zunächst zwei Wochen per Gerichtsbeschluss ausgesetzt. In dieser Zeit soll über die von den Bundesstaaten angestrebte längerfristige einstweilige Verfügung gegen den Vollzug des mehr als 100 Mrd. Dollar schweren Deals verhandelt werden.
Die zwölf von Demokraten regierten Bundesstaaten berufen sich auf ein Bundesgesetz, das Fusionen untersagt, wenn sie den Wettbewerb erheblich verringern könnten. Zu den Klägern gehören neben Kalifornien die Bundesstaaten Arizona, Colorado, Connecticut, Massachusetts, Minnesota, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon und Washington. Sie argumentieren unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen.
Die zuständige Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín erklärte am Montag, die Bundesstaaten hätten „ernsthafte Fragen“ zu den Folgen des geplanten Deals für den Wettbewerb aufgeworfen. Sie machte deutlich, dass die Bundesstaaten mit ihrer Klage Erfolg haben könnten. Sie hätten gezeigt, dass Paramount und Warner zusammen einen erheblichen Marktanteil in dem Geschäft hätten. Dies rechtfertige eine zeitweise Aussetzung der Fusion.
Für Paramount könnte eine Verzögerung teuer werden. Um die Warner-Aktionäre zu überzeugen, versprach Paramount ihnen zusätzliche Zahlungen für jedes Quartal nach dem 30. September dieses Jahres bis zum Abschluss der Übernahme. Das dürfte den Konzern etwa 650 Mio. Dollar pro Vierteljahr kosten.
Die Papiere von Paramount Skydance fielen am Montag um zwei Prozent, die von Warner Bros Discovery gaben um 1,4 Prozent nach. Seit Jahresbeginn haben die Aktien von Paramount fast 35 Prozent und die von Warner sieben Prozent an Wert verloren.
Ein entscheidender Faktor für den letztlichen Erfolg der Bundesstaaten wie unter anderem Kalifornien wird sein, ob sie sich vor Gericht mit einer besonderen Marktdefinition durchsetzen können. Sie betrachten vor allem den Wettbewerb bei erwartbaren Kassenschlagern, die mehr als 100 Mio. Dollar einspielen. Diese seien für die Filmtheater besonders wichtig, um die Existenz zu sichern, argumentieren sie. Entsprechend wäre eine größere Marktmacht eines einzelnen Players in diesem Bereich wettbewerbsfeindlich und schädlich für die Kinos und am Ende auch die Zuschauer, folgt daraus. Von Paramount heißt es, diese Markt-Segmentierung entspreche nicht der Realität.
Die US-Regierung hatte den Milliardendeal bereits ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde – sowohl im TV- oder Streaming-Geschäft als auch in der Filmproduktion. Dem „Wall Street Journal“ zufolge wurde die Übernahme von der Führung des Ministeriums durchgewinkt, bevor die zuständigen Juristen der Behörde eine Empfehlung dazu abgeben konnten.
Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr schon Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts der Branchengröße verständigt. Doch Paramount ließ nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal ist nun rund 111 Mrd. Dollar schwer.
Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte – wie dies schon in anderen Fällen geschah, wo Medienhäuser von Milliardären übernommen wurden, die dem Präsidenten die Treue halten. Trump hatte mehrfach gesagt, ihm sei besonders wichtig, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt.