Zinsen: EZB steuert auf weitere Zinserhöhung zu

Die Europäische Zentralbank wird in zwei Wochen voraussichtlich die Zinsen erneut anheben. Direktorin Isabel Schnabel bereitet die Märkte bereits darauf vor

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Die Europäische Zentralbank wird in zwei Wochen voraussichtlich die Zinsen erneut anheben. Direktorin Isabel Schnabel bereitet die Märkte bereits darauf vor

Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert auf die nächste Leitzinserhöhung zu. Darauf deuten Aussagen von EZB-Direktorin Isabel Schnabel hin. Erwartet wird an den Märkten eine Anhebung des Einlagensatzes um 25 Basispunkte auf dann 2,50 Prozent. Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte am 10. September ist zu 94 Prozent eingepreist.

Angesichts der hartnäckig hohen Inflation hält Schnabel ein höheres Leitzinsniveau für nötig. „Beim aktuellen Leitzins ist es unwahrscheinlich, dass die Inflation mittelfristig auf das Zielniveau zurückkehrt“, sagte sie der Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch. Sie verwies darauf, dass sich der Konflikt im Nahen Osten hinziehe und die robuste Wirtschaft der Eurozone Aufwärtsrisiken für die Inflation berge. 

Die Verbraucherpreise in der Eurozone waren im Juli auf Jahressicht um 2,9 Prozent gestiegen nach einem Plus von 2,8 Prozent im Juni. Die EZB strebt einen Wert von 2,0 Prozent an, bei dem sie ihr Mandat der Preisstabilität als erfüllt sieht. Den Preisauftrieb könnte stützen, dass Deutschland als größte Volkswirtschaft der Eurozone deutlich stärker wächst als bislang erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs in Deutschland in den vergangenen drei Quartalen mit einer durchschnittlichen Jahresrate von 1,4 Prozent.

Zinsen: Anhebung am 10. September

Schnabel steht mit ihrer Einschätzung im Führungskreis der EZB nicht alleine da: Wegen der Inflation und steigender Energiepreise halten die Währungshüter nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters den Zeitpunkt für eine weitere Zinserhöhung für gekommen. Drei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, die EZB werde die Zinsen auf 2,50 Prozenz anheben, um die wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs einzudämmen. Weitere Straffungen im Anschluss dürften sie jedoch kaum in Aussicht stellen. 

Die EZB lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Der Geldmarkt preist aktuell zum Jahresende eine Zinserhöhung von lediglich gut 13 Basispunkten ein; einen Schritt um 25 Basispunkten dann für März oder April nächsten Jahres.

Die Zentralbank hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren erhöht, um zu verhindern, dass der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise auf breite Teile der Wirtschaft übergreift. Ein weiterer Zinsschritt soll die Entschlossenheit der EZB signalisieren, eine Wiederholung der massiven Teuerungswelle zu vermeiden, die 2022 auf den russischen Einmarsch in die Ukraine folgte. 

Warsh erstmals als Fed-Chef in Jackson Hole

Isabel Schnabel besucht als führende EZB-Vertreterin das Notenbank-Treffen in Jackson Hole. Sie wird allerdings keine Rede halten, sondern an einer Podiumsdiskussion teilnehmen. Die Aufmerksamkeit der Kapitalmärkte und Medien wird auf die Antrittsrede des neuen US-Notenbank-Präsidenten Kevin Warsh gerichtet sein, der sich bislang kaum zu seinen Reformplänen oder zur konjunkturellen Lage geäußert hat. 

Brisanz erhält Warshs Rede am Freitag um 16 Uhr deutscher Zeit auch, weil sich ein Konflikt zwischen Fed und Finanzminister Scott Bessent wegen dessen Ankündigung von Anleiherückkäufen anbahnt.

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