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Tagesgeld: Diesen teuren Finanzfehler können Sie sofort beheben

Auf den Tagesgeld- und Girokonten deutscher Sparer liegen gigantische Milliardensummen – in vielen Fällen kaum verzinst. Dabei ließen sich die Erträge rasch steigern

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Auf den Tagesgeld- und Girokonten deutscher Sparer liegen gigantische Milliardensummen – in vielen Fällen kaum verzinst. Dabei ließen sich die Erträge rasch steigern

Sicher haben Sie es auch schon bemerkt: Mieten, Lebensmittel, Tankfüllungen oder die Urlaubsreise – praktisch alles ist in den vergangenen Jahren spürbar teurer geworden. So viel teurer, dass auch eine Gehaltserhöhung die Mehrkosten nicht immer ohne Weiteres ausgleichen kann. Und trotzdem geben sich viele Sparer offenbar weiterhin größte Mühe, dass ihr Geld auf dem Bankkonto zusätzlich an Wert verliert. 

Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Zins- und Finanzportals Raisin. Demnach verzichten Sparer in Deutschland jedes Jahr auf Zinserträge in Milliardenhöhe. Grund ist, dass ein Großteil des Geldes auf Giro- und Tagesgeldkonten liegt, die nur sehr niedrig verzinst werden. Nach Berechnungen des Portals befinden sich derzeit rund 1,9 Billionen Euro als sogenannte Sichteinlagen bei deutschen Banken. Im Durchschnitt erhalten Kunden darauf lediglich 0,48 Prozent Zinsen pro Jahr. Zum Vergleich: Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt aktuell bei 2,40 Prozent.

„Das Girokonto sollte nur zur Deckung der laufenden Ausgaben dienen“

Es wären also deutlich höhere Erträge möglich, wenn Sparer die Konditionen ihrer Konten mit anderen Angeboten abgleichen und bei Bedarf wechseln würden. Gut verzinste Tagesgeldkonten bringen derzeit nach Angaben von Raisin teils mehr als 2,5 Prozent jährlich. Für einjähriges Festgeld seien sogar etwa drei Prozent erreichbar. Bei einer beispielhaften Anlagesumme von 10.000 Euro entspräche das einem Zinsertrag von rund 250 Euro im Jahr statt lediglich 48 Euro bei der durchschnittlichen Verzinsung von Sichteinlagen auf Giro- oder Tagesgeldkonten.

Hochgerechnet auf die gesamten 1,9 Billionen Euro ergibt sich daraus eine gigantische Lücke. Würde das Geld nämlich zu einem Zinssatz von 2,5 Prozent angelegt, könnten daraus jährlich knapp 47,5 Mrd. Euro an Zinsen für Sparer entstehen. Tatsächlich erhalten sie laut Raisin derzeit aber nur rund 9 Mrd. Euro. Unter dem Strich entgehen ihnen dadurch pro Jahr etwa 38,5 Mrd. Euro. 

„Das Girokonto sollte nur zur Deckung der laufenden Ausgaben dienen“, betont Katharina Lüth, Vorständin bei Raisin, in einer Mitteilung. Rücklagen für unerwartete Ausgaben gehörten dagegen auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto. Für mittelfristige Sparziele könne Festgeld eine geeignete Alternative sein.

Tagesgeld: Vorsicht vor Lockangeboten

Wer die Zinsen seines Kontos überprüfen möchte, kann Angebotsvergleiche und Rechner nutzen. Wichtig ist dabei, nicht nur auf den höchsten Zinssatz zu achten. Viele Banken locken Neukunden zunächst mit besonders attraktiven Angeboten, die oft nur für wenige Monate gelten. Nach Ablauf dieser Frist sinkt die Verzinsung häufig deutlich. Um dauerhaft gute Erträge zu erzielen, sollten Sparer prüfen, wie hoch der Zinssatz nach Ende einer möglichen Aktionsphase ausfällt.

Dabei kann weniger übrigens auch mehr sein. Die höchsten Zinssätze lassen sich auf Dauer meist nur durch sogenanntes Zinshopping erzielen – also durch regelmäßige Kontowechsel. Wer darauf keine Lust hat, fährt oft besser mit einem Angebot, das etwas weniger Zinsen bietet, dafür aber dauerhaft solide Konditionen. Für Zinshopper wiederum gilt: Bei einem Wechsel sollten sämtliche Konten bei der alten Bank geschlossen werden. Nach zwölf Monaten gelten Kunden dort in der Regel wieder als Neukunden und können erneut von möglichen Aktionsangeboten profitieren.

Bei der Zinsjagd sollten Sparer allerdings nicht nur auf die Rendite achten. Wichtig ist auch die Sicherheit der Einlagen. Innerhalb der Europäischen Union sind Guthaben bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert. Wer größere Beträge anlegt, sollte sein Geld deshalb auf mehrere Institute verteilen.

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