Schweiz gewinnt erstmals seit 1938 ein WM-K.-o.-Spiel

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Von Hans-Ueli Läppli

Die Schweizer Nationalmannschaft hat im Sechzehntelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Vancouver souverän mit 2:0 gegen Algerien gewonnen. Damit gelang der Nati erstmals seit 88 Jahren wieder ein Sieg in der K.-o.-Phase eines WM-Turniers. Die Tore erzielten Breel Embolo (10. Minute) und Dan Ndoye (46. Minute). Besonders hervorgetan hat sich der 20-jährige Johan Manzambi vom SC Freiburg, der den Führungstreffer mit einem spektakulären Solo vorbereitete.

Nach einem etwas nervösen Auftakt in den ersten Minuten übernahm die Schweiz die Kontrolle. In der 10. Minute setzte sich Manzambi auf der linken Seite durch, ließ mehrere algerische Verteidiger aussteigen und legte von der Grundlinie quer auf Embolo. Der Stürmer musste den Ball nur noch über die Linie schieben – 1:0.

Nur 46 Sekunden nach dem Anpfiff der zweiten Halbzeit erhöhte Ndoye auf 2:0. Nach einem Ballverlust der Algerier vor dem eigenen Tor nutzte die Schweiz den schnellen Konter eiskalt aus. Damit war die Partie praktisch entschieden. Die Mannschaft von Trainer Murat Yakin agierte fortan abgeklärt und erlaubte Algerien kaum noch gefährliche Aktionen.

Die Schweiz, die als Gruppensieger der Gruppe B ins Turnier gegangen war, zeigte eine reife und disziplinierte Leistung. Trotz einiger früher Chancen der Nordafrikaner (u. a. durch Houssem Aouar und Riyad Mahrez) blieb das Tor von Gregor Kobel sauber. Die Abwehr um Manuel Akanji, Nico Elvedi und Denis Zakaria stand stabil. Kapitän Granit Xhaka absolvierte sein 150. Länderspiel und prägte das Spiel mit seiner Übersicht und Zweikampfstärke.

Algerien, trainiert vom ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petković, fand trotz individuell starker Spieler wie Mahrez, Ibrahim Maza und Aouar kein Mittel gegen die kompakte und schnelle Schweizer Mannschaft. Der frühere Nati-Coach musste nach dem Spiel das frühe Ausscheiden seines Teams hinnehmen.

Im Mittelpunkt stand erneut Johan Manzambi. Der 20-jährige Mittelfeldspieler aus Genf, der beim SC Freiburg unter Vertrag steht, bereitete nicht nur das 1:0 vor, sondern war mit seinem Tempo, seinen Dribblings und seiner Unberechenbarkeit der auffälligste Akteur auf dem Platz. Bereits in den Gruppenspielen gegen Bosnien-Herzegowina und Kanada hatte er mit Toren und Vorlagen entscheidend zum Weiterkommen beigetragen. Sein Marktwert ist durch die starken WM-Auftritte deutlich gestiegen.

Der Sieg markiert einen Meilenstein in der Schweizer WM-Geschichte. Zuletzt hatte die Nati 1938 in Paris gegen Deutschland ein K.-o.-Spiel gewonnen (4:2 nach 0:2-Rückstand im Wiederholungsspiel). Seitdem war die Schweiz zwar mehrfach ins Achtelfinale vorgedrungen, hatte dort aber stets verloren.

Im Achtelfinale trifft die Schweiz am Dienstag, 7. Juli 2026, um 22:00 Uhr MESZ erneut in Vancouver auf den Sieger der Partie zwischen Ghana und Kolumbien. Die Nati profitiert dabei von einem zusätzlichen Ruhetag und der bereits erfolgten Eingewöhnung in der kanadischen Westküstenmetropole.

Mit dem dominanten und kontrollierten Auftritt gegen Algerien hat die Mannschaft um Xhaka, Embolo und Manzambi die Hoffnung auf eine erfolgreiche Fortsetzung des Turniers genährt. Das erklärte Ziel, die beste WM der jüngeren Schweizer Geschichte zu spielen, rückt damit in greifbare Nähe.

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