Klaus-Jürgen Bruder im Gespräch mit Kayvan Soufi-Siavash

Prof. Klaus-Jürgen Bruder, Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP), ist in den frühen Morgenstunden des 17. Juli 2026 im Alter von 84 Jahren verstorben.

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Prof. Klaus-Jürgen Bruder, Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP), ist in den frühen Morgenstunden des 17. Juli 2026 im Alter von 84 Jahren verstorben.

Mit Prof. Klaus-Jürgen Bruder verliert die akademische Welt sowie die Zivilgesellschaft einen engagierten Wissenschaftler, einen mutigen Streiter für die Freiheit des Geistes und einen unbestechlichen Denker. Als langjähriger Vorsitzender der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) und Professor an der Freien Universität Berlin prägte er Generationen von Studentinnen und Studenten und beeinflusste die Psychologie in Theorie und Praxis in Deutschland nachhaltig. Klaus-Jürgen Bruder verstand die Psychologie nie als bloße Anpassungswissenschaft, sondern stets als Werkzeug der Aufklärung und der Gesellschaftskritik.

In Gedenken an Klaus-Jürgen Bruder verweisen wir hiermit auf das Interview, das Kayvan Soufi-Siavash im August 2018 mit ihm geführt hat.

Hier die schriftliche Anmoderation zum damaligen Interview:

Behaviorismus. Eine Wissenschaftsform, die das Verhalten von Lebewesen untersucht, ohne dabei dem Innenleben des Untersuchungsobjektes Rechnung zu tragen. Das Gehirn eines Menschen wird in den Modellen der Behavioristen als eine Art Black-Box dargestellt, welches auf einen bestimmten äußeren Reiz ein voraussehbares Reaktionsmuster abspult.

„Unsinn!“ könnte man als spiritueller Zeitgenosse nun entgegnen und auf das sich neuerdings in aller Munde befindende Bewusstsein verweisen. Ein nicht unberechtigter Einwand.

Allerdings lehrt uns ein Blick in die Geschichte, dass es scheinbar möglich ist, mittels verschiedener Konditionierungstechniken das Bewusstsein eines Menschen nahezu vollständig auszuschalten. Das erklärt auch, warum die Psychologie in ihren Ursprüngen eine von den Eliten geförderte Forschung war. Um effektiv Gehorsam zu schaffen, müssen die Herrschenden die Beherrschten besser kennen, als diese sich selber. Nur so können auf strikter Ungleichheit beruhende Herrschaftssysteme den Bevölkerungen als „alternativlos“ verkauft werden.

Wenn also heutzutage von einer wachsenden Schere zwischen arm und reich die Rede ist, müssten wir uns eigentlich fragen, wie es dazu kommen konnte, dass wir als Gesellschaft solche zum Himmel schreienden Ungerechtigkeiten mehr oder weniger widerstandslos als „normal“ hinnehmen. Offensichtlich sind uns die herrschenden Eliten noch immer einige Schritte voraus.

Ihre Druckventile, die vom Hartz-4-Empfänger über den „Einwanderer in die Sozialsysteme“ bis hin zu dem in Mesut Özil personifizierten Versagen „der Mannschaft“ bei der Fußball-WM reichen, werden noch immer allzu gerne angenommen, um angestauten Frust in systemerhaltende Bahnen zu lenken.

Wie kommen wir aus dieser Nummer raus? Der Psychologe Klaus-Jürgen Bruder liefert Denkansätze aus seinem Wissenschaftsgebiet und zeigt auf, dass das menschliche Gehirn weit mehr ist, als eine maschinenartige Black-Box. Dessen müssten wir uns nur bewusst werden.

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