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Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal dank starker Geschäfte im Investmentbanking ihren Gewinn gesteigert und die Markterwartungen klar übertroffen
Die Deutsche Bank hat vor allem dank guter Geschäfte ihrer Investmentbank im zweiten Quartal den Gewinn gesteigert und damit die Erwartungen des Marktes übertroffen. Deutschlands größtes Bankhaus verdiente im zweiten Quartal unter dem Strich und nach Minderheiten 1,6 (Vorjahr: 1,5) Mrd. Euro, wie es am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Die Erträge legten um neun Prozent auf rund 8,5 Mrd. Euro zu. Analysten hatten eigentlich mit einem Rückgang des Gewinns auf 1,38 Mrd. Euro und Erträgen von nur 8,09 Mrd. Euro gerechnet.
„Unsere Rekordergebnisse im zweiten Quartal wurden von einer starken Wachstumsdynamik und konsequenter Kostendisziplin getragen“, bilanzierte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Nach sechs Monaten komme das Institut auf einen Nettogewinn von 4,1 Mrd. Euro – auch dies sei ein Rekordwert. Angesichts der Zahlen sei die Zuversicht der Bank gestiegen, ihre Ziele für 2028 sogar übertreffen zu können.
„Mit einer harten Kernkapitalquote von 13,9 Prozent und einer starken organischen Kapitalbildung sind wir weiterhin gut positioniert, um in unser Geschäft zu investieren und attraktive Ausschüttungen an unsere Aktionäre zu ermöglichen“, betonte der neue Finanzchef Raja Akram. Das Geldhaus unterstreiche dies mit dem Rückkauf eigener Aktien für 500 Mio. Euro.
Ihre Risikovorsorge für faule Kredite konnte die Bank zudem um elf Prozent auf 460 Mio. Euro zurückfahren. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern stieg im zweiten Quartal auf 11,0 Prozent, die Aufwand-Ertrag-Relation sank auf 63,0 Prozent. Bis 2028 will Sewing weiter auf die Kostenbremse treten und sie auf unter 60 Prozent drücken.
Der Gewinn der Investmentbank legte vor Steuern im Quartal um 59 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro zu, die Erträge stiegen um 19 Prozent. Auch US-Großbanken und europäische Konkurrenten hatten im Quartal dank Zuwächsen im Investmentbanking und im Handelsgeschäft Gewinnsprünge gemacht. Allein der Gewinn des größten US-Geldhauses JPMorgan Chase war in den drei Monaten bis Ende Juni auf ein Rekordniveau von 21,2 Mrd. Dollar von 14,99 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum geklettert. Auch die französische BNP Paribas verzeichnete ein Gewinnplus.
Die Geldhäuser profitierten von einer spürbaren Belebung des weltweiten Fusions- und Übernahmegeschäfts sowie von großen Börsengängen wie etwa dem des Raumfahrtunternehmens SpaceX – an dem auch die Deutsche Bank beteiligt war. Aber auch im Handelsgeschäft legten die Institute zu. Die Volatilität an den Finanzmärkten sorgte für eine rege Aktivität der Kunden, die sich gegen Risiken absichern wollten.
Die Deutsche Bank sieht sich durch den Vorstoß des Konkurrenten Unicredit bei der Commerzbank nicht unter Druck und strebt aktuell keine Übernahmen an. Das Geldhaus erziele Wachstum und gewinne Marktanteile aus eigener Kraft, sagte der neue Finanzchef Akram. Die Strategie 2028 der Bank setze auf organisches Wachstum. Deshalb schaue sich das Geldhaus aktuell nicht nach Zukäufen um. „Wir brauchen keine Übernahmen, um zu der Bank zu werden, die wir werden wollen.“