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Unterschiedlicher könnte die Wahrnehmung nicht sein: Während die Microsoft-Zahlen gut ankommen, wird Meta abgestraft. Der Facebook-Mutterkonzern hat gleich zwei Baustellen
Microsoft profitiert weiter von seinen massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI), dagegen schwächelt die Instagram-Mutter Meta. Der Softwareriese aus Redmond meldete am Mittwoch einen Quartalsgewinn von 35,8 Mrd. Dollar (31,2 Mrd. Euro). Der von Meta ging zugleich um 14 Prozent im Vorjahresvergleich auf 15,8 Mrd. Dollar zurück. Die Facebook-Mutter gab zudem einen Rückgang des Bargeldzuflusses um 91 Prozent auf 784 Mio. Dollar bekannt. „In einem Umfeld steigender Finanzierungskosten kommt das nicht gut an“, sagte Analyst Thomas Monteiro vom Online-Broker Investing.com. Die Aktie des US-Konzerns brach daher im nachbörslichen Handel an der Wall Street um zehn Prozent ein.
Microsoft übertraf dagegen die Erwartungen von Analysten und erzielte bis Juni im letzten Quartal seines Geschäftsjahrs einen Umsatz von 90 Mrd. Dollar. So habe etwa der KI-Assistent für Unternehmen namens Copilot mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer, erklärte Microsoft-Chef Satya Nadella. Das zeige das „Vertrauen“ der Kunden. Einen Gewinn von 3,2 Mrd. Dollar habe Microsoft zudem durch seine Beteiligung an dem KI-Entwickler Anthropic verbucht. Die Microsoft-Aktie legte nachbörslich zu.
Anders als Microsoft enttäuschte Meta mit einem deutlichen Gewinnminus, während der Umsatz zwischen April und Juni um 28 Prozent auf 60,8 Mrd. Dollar stieg. Dennoch will der Konzern weiterhin massiv in Rechenzentren und Chips für KI investieren. Die Ausgaben sollen in diesem Jahr auf 130 bis 145 Mrd. Dollar steigen – das wäre fast doppelt so viel wie 2025.
Finanziert werden die KI-Projekte über zusätzliche Schulden oder mithilfe von Investoren. So übernimmt der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock 80 Prozent der Anteile an einer 14 Mrd. Dollar teuren Anlage, die derzeit im US-Bundesstaat Texas gebaut wird. An einem anderen Rechenzentrum beteiligt sich der Finanzinvestor Blue Owl.
Zuckerberg verteidigte seine Investitionspläne. Es wäre töricht, für kurzfristigen Profit sämtliche Rechenzentren zu verkaufen.„Es gibt nicht annähernd ausreichend Rechenleistung für die gesamte Nachfrage“, sagte Zuckerberg. Meta benötige die zusätzlichen Server vor allem für das Training neuer KI-Modelle. Das Unternehmen arbeite neben KI-Assistenten für Verbraucher auch an Produkten für Firmenkunden. Diese seien nicht nur auf den Bereich Marketing beschränkt. KI-gestützte Anwendungen für Online-Anzeigen waren in den vergangenen Quartalen der Wachstumstreiber für Metas Werbeeinnahmen.
Zusätzlich belastet wird Meta durch Gerichtsstreitigkeiten. Im März hatte ein kalifornisches Gericht den Konzern zu einer Zahlung von 6 Mio. Dollar an eine 20-jährige Frau verurteilt, die nach eigener Darstellung durch Social-Media-Nutzung süchtig wurde. Tausende ähnliche Klagen gegen Meta sind in den USA noch anhängig. 2,4 Mrd. Dollar schwere Rückstellungen hat der Konzern für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt. Sie drückten den bereinigten Konzerngewinn überraschend um 13 Prozent auf 6,18 Dollar. Analysten hatten im Schnitt 7,22 Dollar erwartet.