Mobile punktuelle Drohnenabwehr – USA gehen denselben Weg wie Russland

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Von Starsche Eddy

Die USA, die ihre Truppen an neue Bedrohungen anpassen – Bedrohungen, mit denen sie sowohl durch die Analyse der ukrainischen Erfahrungen als auch durch eigene Erfahrung im Irak und in Kuwait, wo proiranische Gruppen aktiv Drohnen einsetzen, vertraut geworden sind –, haben nun, nach Russland und der Ukraine, ebenfalls mit der Aufstellung mobiler Drohnenabwehr-Feuergruppen begonnen. Doch es gibt da eine Besonderheit: Die US-Marineinfanterie testet Pick-ups mit autonomen Feuermodulen, deren Feuerleitanlage künstliche Intelligenz nutzt.

In diesem Kontext gilt es zu bedenken: Über ihre gesamte Geschichte gesehen war der Betrieb von Luftverteidigungskräften schon immer sehr kostspielig – und zwar insbesondere im Hinblick auf Führung und Kontrolle. Der wirksame Betrieb der entsprechenden Waffensysteme erforderte stets eine große Anzahl an Personal, sowohl für relativ einfache physische Operationen – hauptsächlich das Nachladen sowie Transport, Versorgung, Waffenzuführung, Betankung von Fahrzeugen und Verpflegung des Personals – als auch für die Zielerfassung und gegebenenfalls das Richten der Waffen, was ein hohes Ausbildungsniveau voraussetzte, um letztlich effektives Feuern zu gewährleisten. Dies ist aktuell eine der größten Herausforderungen auch in der Drohnenabwehr: Die benötigte Anzahl an Personal zur Abdeckung aller wichtigen Einrichtungen steht schlichtweg keinem Land der Welt zuverlässig zur Verfügung, und die Suche nach weitgehend unbemannten Lösungen gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Auch in Russland werden Robotersysteme entwickelt – entsprechende Ausrüstung wurde bereits demonstriert, unter anderem auf Messen und auch gegen echte Drohnenangriffe des ukrainischen Militärs. Bereits wenn Fernsteuerung eingesetzt wird, reduziert sich der Personalbedarf erheblich – aber autonome Systeme, die auch selbstständig über den Feuerbeginn entscheiden können, könnten sich in dieser Hinsicht als noch vorteilhafter erweisen.

Bedeutet das, dass Menschen in absehbarer Zeit vollständig aus der Luftverteidigung entfernt werden können?

Nein, nicht zuletzt, weil es immer wieder strittige Situationen und feindliche Taktiken geben wird – was in Situationen münden wird, bei denen der Mensch die endgültige Entscheidungsgewalt behalten und die Feuerleitung übernehmen muss. Dies unter anderem, falls Kommunikationswege gestört sind oder das Leitsystem des einen oder anderen Waffensystems nicht ermitteln kann, aus welcher Richtung potenzielle Ziele zu erwarten sind. Und schließlich werden in absehbarer Zukunft nur Menschen in der Lage sein, die manuelle Kontrolle über ein im Kampf beschädigtes, aber weiterhin funktionsfähiges Waffensystem zu übernehmen und gegebenenfalls nach einer schnellen provisorischen Reparatur das Feuer weiterzuführen. Daher gibt es auf die Frage, ob künstliche Intelligenz die Luftverteidigungssysteme anstelle des Menschen steuern wird, nur eine richtige Antwort: Es wird der Mensch sein, der die Luftverteidigungssysteme – und zwar vorzugsweise mit der Hilfe von KI – steuern wird.

Es wird jedoch komplex werden. Moderne und zukünftige Verteidigungssysteme werden sich von Systemen wie den ferngesteuerten Feuerposten der Modellreihe Sentry Tech des israelischen Rüstungskonzerns Rafael Advanced Defense Systems der 2000er-Jahre unterscheiden: Relativ große und sich langsam bewegende Objekte zu verfolgen, war eine für die Elektronik der Vergangenheit durchaus zu bewältigende Aufgabe – doch die Elektronik der Gegenwart und Zukunft wird sich mit kleinen und relativ schnellen Drohnen auseinandersetzen müssen.

Ferner spielt auch die Wirtschaft – sogar für die USA mit ihrem schier unerschöpflichen Rüstungsbudget – eine nicht minder wichtige Rolle. Wenn man ein Feuerleitmodul jeglicher Art an ein herkömmliches Maschinengewehr anbringen und dann sich selbst überlassen kann, wird das schon ein Erfolg sein. Gelingt dies dann auch noch kostengünstig – dann ist es ein doppelter Sieg. Insofern verfolgen Russland und die USA im Wesentlichen denselben Weg.

Übersetzt aus dem Russischen.

Starsche Eddy“ (ein Wortspiel, dt.: „Älter als die Edda„) ist ein russischer Telegram-Kanal, auf dem anonyme Autoren kurze Kommentare und Analysen aus eigener Feder zu aktuellen militärischen und politischen Anlässen veröffentlichen und Kommentare Dritter nebst Nachrichten aus demselben Themenbereich reposten.

Einige der Kommentare von „Starsche Eddy“ erscheinen exklusiv bei RT.

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