Fusion mit Bristol Myers Squibb?: AstraZeneca-Aktie stürzt nach Fusionsgerüchten ab

In der Pharmaindustrie bahnt sich womöglich ein Milliarden-Deal an: AstraZeneca und Bristol Myers Squibb sollen erste Gespräche über eine Fusion geführt haben. An den Märkten sorgte das sofort für Kursverluste

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In der Pharmaindustrie bahnt sich womöglich ein Milliarden-Deal an: AstraZeneca und Bristol Myers Squibb sollen erste Gespräche über eine Fusion geführt haben. An den Märkten sorgte das sofort für Kursverluste

Die Pharmakonzerne AstraZeneca und Bristol Myers Squibb haben Insidern zufolge eine 400 Mrd. Dollar schwere Mega-Fusion ausgelotet. Erste Gespräche über einen Zusammenschluss zu einem der weltweit größten Branchenvertreter hätten bereits stattgefunden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Zuerst hatte die „Financial Times“ darüber berichtet. Ob die Verhandlungen noch andauern, blieb zunächst unklar. AstraZeneca lehnte eine Stellungnahme ab, Bristol Myers Squibb reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

An der Londoner Börse sorgten die Berichte für deutliche Kursverluste bei AstraZeneca. Die Aktie fiel am Montag im frühen Handel um 6,7 Prozent auf 117,90 Pfund und war damit das Schlusslicht im britischen Leitindex FTSE 100. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 14,6 Prozent.

Ein Zusammenschluss dürfte allerdings auf erhebliche kartellrechtliche Hürden stoßen. Dem Insider zufolge gibt es Bedenken, wie die US-Wettbewerbsbehörden unter Präsident Donald Trump einen solchen Deal beurteilen würden. Trump drängt Unternehmen zu Investitionen und Produktion in den USA. Zudem würde mit AstraZeneca ein britisches Unternehmen einen großen US-Pharmakonzern übernehmen. Hinzu kommen deutliche Überschneidungen im Geschäft: Beide Unternehmen erzielen einen erheblichen Teil ihrer Umsätze mit Krebsmedikamenten, von denen einige direkt miteinander konkurrieren.

Stimmen die Wettbewerbsbehörden zu?

„Ich gehe davon aus, dass eine von Trump geführte US-Wettbewerbsbehörde FTC die Fusion genau prüfen wird“, sagte Kartellrechtsanwalt Andre Barlow von der DBM Law Group. Sollte es bei bestimmten Medikamenten zu großen Überschneidungen kommen, seien wohl bedeutende Verkäufe von Unternehmensteilen erforderlich.

Für Bristol Myers Squibb könnte ein Zusammenschluss auch strategisch attraktiv sein: Der Patentschutz für wichtige Medikamente wie das Krebsmittel Opdivo und den Blutverdünner Eliquis läuft voraussichtlich bis 2028 aus. Um drohende Umsatzeinbrüche abzufedern, hatte der Konzern bereits 2019 den Rivalen Celgene für rund 80 Mrd. Dollar übernommen. AstraZeneca-Chef Pascal Soriot, unter dessen 14-jähriger Führung sich der Aktienkurs mehr als vervierfacht hat, treibt unterdessen die Ausrichtung auf den US-Markt voran. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr Pläne für eine direkte Notierung in den USA vorgestellt, um von den dortigen höheren Bewertungen zu profitieren.

Krebsmedikamente machten 2025 mit rund 25 Mrd. Dollar fast die Hälfte des Gesamtumsatzes der Briten aus. Bei Bristol Myers standen sie im ersten Halbjahr 2026 für mehr als 40 Prozent der Erlöse. Große Übernahmen waren in der Pharmabranche zuletzt selten. Gründe dafür sind kartellrechtliche Bedenken sowie der politische Druck in den USA, die Medikamentenpreise niedrig zu halten. Die nun bekannt gewordenen Gespräche kommen rund zwölf Jahre nach dem gescheiterten Übernahmeversuch des US-Konzerns Pfizer, den AstraZeneca damals erfolgreich abwehrte.

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