Neue Brisanz um Ceuta: Warum chinesische Geheimdienstkreise den Mossad hinter der Migrationskrise vermuten

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Während sich die öffentliche Debatte vor allem auf Marokko und die Migrationswelle nach Ceuta konzentriert, berichtet die spanische Zeitung El Mundo über eine weitreichendere geopolitische Lesart, die derzeit in chinesischen Geheimdienst- und Analystenkreisen diskutiert wird.

Dem Bericht zufolge prüfen einige chinesische Geheimdienst- und Expertenkreise die Möglichkeit, dass die Migrationskrise nicht nur eine Folge marokkanischer Politik war, sondern Teil einer umfassenderen hybriden Einflussoperation gewesen sein könnte. In dieser Interpretation wird auch der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad als möglicher Akteur genannt.

Ausgangspunkt dieser Debatte ist ein Beitrag der ägyptischen Politikwissenschaftlerin Nadia Helmy, die sich auf chinesische Analysen beruft. Demnach werde in Teilen Pekings die These vertreten, die Ereignisse in Ceuta könnten als hybride Operation verstanden werden, mit dem Ziel, den Druck auf die spanische Regierung zu erhöhen und politische Instabilität zu erzeugen. Nach dieser Lesart könnte der Mossad ein Interesse daran haben, Spanien wegen der zuletzt stark verschlechterten Beziehungen zwischen Madrid und Tel Aviv zusätzlich unter Druck zu setzen.

El Mundo schreibt weiter, dass auch Diplomaten und Analysten mit Nähe zu politischen Kreisen in Peking darüber diskutieren, ob die Migrationskrise möglicherweise mit der zunehmenden diplomatischen Konfrontation zwischen Spanien und Israel zusammenhängt. Hintergrund sind unter anderem die scharfe Kritik der spanischen Regierung am Krieg in Gaza sowie die Anerkennung eines palästinensischen Staates. Gleichzeitig verweist der Bericht auf die seit der Normalisierung der Beziehungen im Jahr 2020 deutlich ausgebaute militärische und geheimdienstliche Zusammenarbeit zwischen Marokko und Israel. (Modern Diplomacy)

Belege für eine Beteiligung des Mossad legt El Mundo dabei nicht vor. Der Artikel beschreibt ausdrücklich, dass es sich um eine in chinesischen Analyse- und Geheimdienstkreisen diskutierte geopolitische Hypothese handelt und nicht um eine bestätigte Feststellung.

Unabhängig davon macht der Bericht deutlich, dass Peking die Ereignisse in Ceuta nicht nur als Migrationskrise betrachtet. Aus chinesischer Sicht geht es ebenso um Geopolitik, Handelsrouten, den strategisch wichtigen westlichen Mittelmeerraum sowie um die wachsenden wirtschaftlichen Interessen Chinas in Marokko, das sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten afrikanischen Partner Pekings entwickelt hat.

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